Mercè Rodoreda ist eine der ganz Großen der katalanischen Literatur und gilt als Klassikerin. Der Großteil ihrer Romane und Erzählungen ist dankenswerterweise auch schon ins Deutsche übersetzt worden, so daß das hiesige Publikum die Möglichkeit hat, sich mit einer randständigen Literatur und einer ihrer Hauptvertreterinnen vertraut zu machen.
Aber Vorsicht ist geboten: Rodoreda schreibt in einem sperrigen Stil und erfüllt die Erwartungen eines vielleicht traditionell orientierten Lesepublikums nicht. So auch hier: Rodoreda hat keinen Kriegsroman geschrieben, sondern eine Geschichte, die stark zwischen Wirklichkeit und (alp-)traumartrigen Sequenzen hin und her pendelt, ohne aufzulösen, was nun was ist. Zahllose kurze Kapitel reihen sich, in drei Teilen geordnet, aneinander und zeigen weniger den Spanischen Bürgerkrieg (um den es hier zweifelsfrei geht), als die menschliche Destruktivität und Hoffnungslosigkeit in einer fast schon postapokalyptischen Szenerie.
Ein sperriges, schwer verdauliches Buch, das meines Erachtens nicht zu ihren besten zu zählen ist.