Kurzbeschreibung
Weihnachten steht vor der Tür und zum Festtage gehört auch die lecker duftende Weihnachtsgans auf den Tisch. Dafür erwirbt der Kammersänger Löwenhaupt schon im November eine lebendig Gans und damit beginnt das Drama. Der kleine Sohn Peter verliebt sich spontan in das Tier, das nicht wie geplant in den Keller in eine Kiste muss, sondern in Peters Zimmer bleiben darf und den Namen Auguste erhält. Kurz vor Weihnachten stellt sich die Frage, wie man es übers Herz bringen soll, Auguste "ins Jenseits zu befördern", wo sich die Kinder doch so sehr an sie gewöhnt haben. Man beschließt, der Vater selbst solle es tun, doch als Luidgott Löwenhaupt ihr an den Kragen will, schnattert und flattert Auguste "lat mi in Ruh, lat mi in Ruh, ik wil in min Truh!" Der Mann gibt sein Vorhaben, das Tier zu erschlagen, vorläufig auf und ersinnt einen neuen, weniger schmerzhaften Plan. Zehn Baldrianpillen in ihrem Kartoffelbrei sollen dafür sorgen, dass sie ins Jenseits "hinüberschläft". Die Haushälterin Therese soll sie dann rupfen und in die Speisekammer hängen.Aber Auguste ist nur ohnmächtig und meldet sich am nächsten Tag lautstark. Der Schreck ist gewaltig, als aus der Speisekammer eine nackte Gans herausspaziert und fürchterlich friert. Natürlich tötet man sie nicht, sondern strickt ihr aus Wollresten ein Kleid, um sie vor einer Erklätung zu schützen So kam es, dass die Familie ein fröhliches Weihnachtsfest ohne Gänsebraten, aber mit neuem Familienmitglied feierte. Ergänzt wurde diese Aufnahme mit der "Musikalischen Schlittenfahrt" von Leopold Mozart.
Über den Autor
Friedrich Wolf, 1888 Neuwied - 1953 Lehnitz bei Oranienburg. Er stammte aus einer bürgerlichen jüdischen Familie, studierte zunächst Kunst, dann Medizin in Tübingen, Bonn und Berlin. 1913 - 14 arbeitete Friedrich Wolf als Schiffsarzt, dann bis 1918 als Truppen- bzw. Lazarettarzt. Er wurde zum Kriegsgegner und beteiligte sich an der Rätebewegung in Sachsen. Seit 1921 lebte er als Arzt in Württemberg (Hechingen, Höllsteig am Bodensee, ab 1927 Stuttgart) und verfasste Gesundheitsbroschüren und ein großes Volksgesundheitsbuch. 1928 trat er der KPD bei; 1932 gründete er den "Spieltrupp Südwest", für den er Agitpropstücke schrieb. 1933 emigrierte er in die Sowjetunion; 1939 wurde er bei einem Versuch, über Frankreich nach Spanien einzureisen, interniert, konnte aber 1941 nach Moskau zurückkehren, da man ihm die russ. Staatsbürgerschaft verliehen hatte. Nach dem Krieg arbeitete er beim kulturellen Aufbau in der SBZ/DDR mit (Rundfunk, Film), 1950-51 vertrat er als Botschafter die DDR in Polen. Nach expressionistischen Anfängen (Lyrik, Prosa, Drama) und dem historischen "Schauspiel aus dem deutschen Bauernkrieg 1514" Der Arme Konrad (UA 1924) trat Friedrich Wolf als exponierter Vertreter einer proletarischen, unmittelbar in die sozialen und politischen Kämpfe eingreifeReiner Süß, geb. 1930, Sänger (Baßbuffo), 1940-46 Thomaner in Leipzig, 1959-95 Mitglied des Ensembles der Deutschen Staatsoper Berlin, 1962 Kammersänger, 1968-85 Moderator der Fernsehsendung 'Da liegt Musike drin'.