Philip Picketts Einspielung ist eine gute Einspielung, die aber nicht das Zeug hat, um an der Spitze mit zu mischen. Die Besetzungsstärke, wie ich den Vorrezensenten berichtigen muss, ist für Bach absolut korrekt. Parrott hat möglicherweise im Bezug auf die normalen Kantaten an normalen Sonntagen möglicherweise, man muss fast sagen, wahrscheinlich recht, doch für die hohen Festtage, wie Karfreitag, siehe passionen, Ostern und natürlich auch Weihnachten konnte er auf ein größeres Ensemble zurück greifen, da man ja vom WO weiß es sogar an St.Nicolai und St.Thomas aufgeführt wurde. Damit muss ich sagen ist es schön endlich eine wirklich historische Aufnahme aus dieser Sicht zu hören. Die Auswahl der Stimmen, ist wie leider so oft bei Dirigenten nicht gut getroffen, wobei ich sagen muss, das Michael George ja noch hervorragend gegenüber dem Tenor Andrew King ist. Michael Chance bringt eine solide Leistung, aber nichts überwälltigendes. Catherine Bott ist eine Opernsängerin und ich verstand noch nie, weshalb manche Dirigenten sie für Bach einsetzen, da gäbe es bei weitem besseres!
Die Tempi der Aufnahme sind auf jeden Fall gut gewählt, wobei manche Stücke, wie zum Beispiel die letzte Tenorarie: "Nun mögt ihr stolzen Feinde" oder die Sopranarie "Nur ein Wink" doch relativ langweilig sind. Die Instrumentalisten sind auf jeden Fall sehr gut und können wohl für die Interpretation des Dirigenten wenig!
Wenn man eine wirklich gute Aufnahme will, so sollte man trotz allem auf die Aufnahme der Netherlands Bach Society unter Veldhoven zurückgreifen, oder auf die auch sehr gelungene Aufnahme des Bach Collegiums Japan. Für diesen Preis ist die Aufnahme Picketts jedoch sehr gut, und noch immer bei weitem besser als die erhältlichen CD-Versionen von Harnoncourt!