Rein wissenschaftliche Abhandlungen über den Zweiten Weltkrieg gibt es zuhauf. Doch hier werden dem Leser persönliche Schicksale ungeschönt vor Augen geführt. In zahlreichen Feldpostbriegen nimmt er am Leiden und auch den wenigen Freuden der Soldaten während des Russlandfeldzuges teil. Persönliche Aufzeichnungen werden präsentiert, manchmal mitten im Satz endend, weil der Schreiber von einer feindlichen Kugel in den viel zu frühen Tod geschickt wurde. Einige Briefe sind exemplarisch abgedruckt. Man erkennt die Eile, in der sie verfasst worden sind, manchmal sind die Sätze kaum zu entziffern, die Wörter fliegen kreuz und quer über das Blatt.
Historische Fakten bilden die Überleitungen zu den einzelnen Briefen, die mit Portraitfotos der Schreiber noch persönlicher werden und noch mehr unter die Haut gehen. Eine gute Mischung aus Geschichtsunterricht und persönlichen Schicksalen. Auch als jemand, der (zum Glück) vom 2. Weltkrieg nichts aktiv miterleben musste, ist dieses Buch eine absolute Bereicherung und höchst interessant. Es führt vor Augen, wie gut es einem in diesen Zeiten eigentlich doch geht.