Ein bisschen rührend ist sie schon, die Geschichte vom verlorenen Teddybären Thomas Müller, der in der Hamburger Innenstadt am Brunnen festfriert, aber von einer schwarzen Katze gerettet und nachhause gebracht wird. Dort gibt es Geschenke und Süßigkeiten für alle.
Text und Bilder bieten aber genügend Ecken und Kanten, so dass das Buch alles andere als kitschig ist. Angefangen bei Teddy's Namen "Thomas Müller" über den Autoaufkleber "Todesstrafe für Taximörder" der bösen Taxifahrer bis hin zur Freude der Mutter darüber, dass sie einen Kaktus und einen Werkzeugkoffer bekommt, bürstet Karen Duve die Geschichte gegen den Strich. Und Petra Kolitsch malt, wenn auch bisweilen etwas ungelenk, eine wunderschöne Hamburger Mönckebergstraße, einen tieftraurigen festgefrorenen Teddy, hinter dem gar das Kreuz des Erlösers aufscheint, und ein wunderbar chaotisches Weihnachtszimmer. Was mir am besten gefällt: Die kleinen Details, die erst bei genauem Hinschauen auffallen, wie der durch den Schnee marschierende Fliegenpilz oder der auf dem Weihnachtszweig schon lauernde Osterhase.