Eine große Band des Heavy Metals in seiner reinsten Form geht da mal wieder an den Start. War noch der Vorgänger ein eher ungeliebtes Werk, kommt das neue Teil doch wieder melodischer daher. Metal Church waren meiner Meinung nach schon immer dann am stärksten, wenn sich Ihre Heavy-Riffs mit guten Melodien bzw. Melody-Lines paarten. Und das haben sie hier wieder hingekriegt. Das Album erinnert an die Werke mit Mike Howe am Gesang und ist ein Ding zwischen "Blessing in Disguise", "Da Human Factor" und "Hanging in the Balance". Gleich der erste Song des Albums macht das klar, wobei die melodischeren Sachen erst danach kommen. Aber ein Power-Opener ist genau das richtige für ein traditionelles HM-Album. Melodisch heißt hier aber nicht kommerziell oder hitparadenverdächtig. Ganz im Gegenteil: Kurdt Vanderhoof hat da ein Album produziert dessen Sound auf dem heutigen technischen Stand ist, aber ansonsten an eine Zeit erinnert, als man sich keinerlei Gedanken zu machen brauchte, ist das nun Metal mit Grunge, Grunge mit Metal, Metal mit Hip Hop, Crossover oder Dick mit Doof? Hier gibt's nur Metal in seiner reinsten Form und der kommt rüber wie er ist, da ist auch kein theatralisches Gepose a la Manowar notwendig. Dass sich der neue Sänger Ronny Munroe sofort vertraut anhört, dürfte neben seinem Talent ebenfalls der Produktion des Kurdt V. zu verdanken sein und dann gibt es da neben Herrn Vanderhoof noch einen zweiten Guitarristen namens Jay Reynolds(!), der war immerhin Mitglied der Mitte 80er Jahre Metal-Hoffnung "MALICE", deren zwei Alben auf Atlantic de Facto leider floppten und nach der 1989 EP "Crazy in the Night" auf Metal Blade bereits das zeitliche segneten. Die Malice-Alben sind denn auch heute auch höchstens noch als Importe zu finden - anyway. Mir war nach wenigen Minuten klar, dass das neue Metal Church Album eine Investition in Musik war, die ich keinen Augenblick lang bereuen würde. Die Scheibe zeigt auch mit zunehmender Spielzeit keine Schwächen. Jeder Song ist in der Lage dich aus der Lethargie zu reissen. Ob "The Weight of the World" alte Glanztaten der Church of Metal toppen kann, muß jeder Fan für sich entscheiden, schließlich muß sich das Album aber in erster Linie mit heutigen Veröffentlichungen messen und da kann ich dieses Teil allen „echten" Metallern nur wärmstens empfehlen. Was soll 2004 auch noch besseres kommen? Vielleicht die neue Judas Priest Ende Dezember???