"Weiberwirtschaft" ist ein Gemeinschaftsprodukt von Waltraut Lewin und ihrer Tochter Miriam Margraf, das zur Reihe "Hansekrimis" gehört. Nur knapp über 200 Seiten stark bietet es gerade genug Lesestoff für einen verregneten Sonntagnachmittag. Wie all diese Krimis spielt er zur Hansezeit, die Schauplätze sind Magdeburg, Hamburg und die Region dazwischen.
Die Hauptfigur ist der junge Richard Alemann, Sohn einer reichen, einflussreichen Magdeburger Patrizierfamilie. Nach wilden Wanderjahren heimgekehrt, kann er nun zugleich den Beginn einer Magistratslaufbahn als auch seine Verlobung mit der schönen Regina Jessen, Tochter eines hamburgischen Kaufmanns, feiern. Doch dummerweiser stößt er leicht angeschickert auf dem Heimweg auf die gemeuchelten Überreste eines seiner Gäste, des einflußreichen kaiserlichen Rates Wulffenstein, und noch schlimmer: er wird des Mordes am Rat verdächtigt. Richard steckt ziemlich in der Patsche, aber seine Mutter und seine Braut kämpfen um den Beweis seiner Unschuld.
Klingt zwar sehr spannend, ist auch streckenweise recht gut geschrieben, nur leider bleibt die Geschichte ziemlich oberflächlich, ja sie wirkt sogar manchmal recht dahingepfuscht. Und das ist wirklich schade, denn gerade der wundervolle Humor, den das Autorinnengespann beweist, zeigt, dass sie mehr daraus hätten machen können. Doch so bleiben die Figuren farblos und die Handlung wirkt arg konstruiert. Wirklich gefesselt wird der Leser nie. Man kann nur hoffen, dass die beiden sich bei der Fortsetzung "Männersache" gesteigert haben.