Der Ansatz des Buches ist ohne Zweifel ein höchst origineller. Der Erzähler schildert seine privaten Erfahrungen mit drei Frauen über mehr als zwei Jahrzehnte, wobei die Erzählungen immer wieder mit politischen und kulturellen Zeitereignissen vermischt werden. Jeder, der die siebziger bis neunziger Jahre wachen Bewusstseins erlebt hat, wird hier vieles wiedererkennen und manche Situationen fast als selbst erlebt empfinden.
Daneben ist das ganze bisweilen recht humorvoll und lebensnah beschrieben.
Soviel zum Lob. Es gibt aber leider einiges zu beanstanden.
Ein Roman, in dem in jedem zweiten Absatz mindestens ein Kommentar zu finden ist, der auch noch im Anhang am Ende des Buches untergebracht ist, erschwert die Lesbarkeit erheblich.
Des weiteren enthält das Buch - wiederum im Anhang - einen pseudowissenschaftlichen Exkurs, welcher die Entstehung des Werkes und die Geschichte seiner diversen beteiligten Autoren "erklärt". Wer zuerst den Roman und dann den Anhang liest, merkt erst hinterher, dass er vorher nichts verstanden hat. Ob das beabsichtigt war, sei dahingestellt - in jedem Fall ist der Effekt höchst fragwürdig.
Zum dritten ist das Buch - bedingt durch die fragmentarische Erzählweise des Erzählers in relativ kurze Abschnitte zerrissen und dass diese von stark unterschiedlichen Unterhaltungswert für den Leser sind, macht das fortlaufende Lesen nicht einfacher. So schleppt sich die Erzählung die ersten 50 Seiten nur mühsam dahin und einzelne Aha-Effekte verhindern nicht, dass man etwas Langeweile verspürt. Jedesmal, wenn der Leser meint, die Geschichte nehme jetzt etwas Fahrt auf, ist wieder mit einem "Hänger" zu rechnen. Wer es so schafft, sich durch die mehr als 300 Seiten zu ackern - Glückwunsch.
Aufgrund der - wie bereits gesagt - originellen Idee und des streckenweise durchaus sympathischen Humors hat der Versuch aber insgesamt auf jeden Fall unser Wohlwollen verdient.