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Auch der Bruder der jungen Polly Perks ist in den Krieg gezogen und gilt seit einiger Zeit als vermisst. Da sie die Arbeit im Wirtshaus ihrer Eltern ohnehin satt hat, beschließt Polly kurzerhand, in die Armee einzutreten und ihren Bruder zu suchen. Natürlich sind Frauen in den borograwischen Streitkräften strengstens verboten -- schließlich ist Krieg Männersache! --, doch mit Hilfe eines radikalen Haarschnitts und zweier an der richtigen Stelle platzierten Socken gelingt es Polly, den Feldwebel zu täuschen und sich in die Armee einzuschmuggeln. Zunächst lebt sie in ständiger Furcht vor einer Entdeckung. Allerdings beginnt sie bald zu ahnen, dass sie nicht die einzige Frau in der Kompanie ist. Darüber hinaus muss Polly feststellen, dass die Realität des Krieges nur wenig mit dem gemein hat, was in den Medien des Landes darüber berichtet wird.
Weiberregiment ist in einem Winkel von Terry Pratchetts Scheibenwelt angesiedelt, der bisher noch weitgehend unerforscht war. Neben kurzen Auftritten bekannter Figuren wie Hauptmann Mumm von der Stadtwache und William de Worde als Kriegsberichterstatter wartet der Roman außerdem mit einer ganzen Reihe neuer und -- in bester Pratchett-Manier -- verschrobener Figuren auf. Er eignet sich daher auch sehr gut als Einstieg für Leser, die bisher noch keinen Ausflug in die Scheibenwelt unternommen haben. Der Krieg -- vielleicht eine der groteskesten menschlichen Aktivitäten überhaupt -- wird für Pratchett zum Ausgangspunkt für eine Satire auf unfähige Diplomaten, religiöse Fanatiker und verbohrte Bürokraten. Einmal mehr hält uns Pratchett den Spiegel vor und zeigt uns, wie sehr die Absurdität der Scheibenwelt unserer Realität ähnelt ... oder war es etwa anders herum? -- Sara Schade -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
"Monstrous regiment" handelt vom Krieg mit allen seinen Scheußlichkeiten, Ähnlich wie bei "Nightwatch" geht Pratchett auch hier nicht zimperlich mit unschönen aber nunmal realen Szenen des Krieges um. Mittendrin ein junges Mädchen, dass sich als Mann verkleidet (ok, keine neue Idee, aber Pratchett geht noch ein paar Schritte weiter...), um Soldat werden zu können und so seinen vermissten Bruder wieder zu finden. Sie gerät in ein bunt zusammengewürfeltes Platoon aus fast allen Rassen der Scheibenwelt samt Igor, Troll und Vampir. Und natürlich gibt es den harten aber väterlichen Sergeant der sie möglichst unbeschadet durch die Kampfeswirren bringen will.
Pratchett macht sehr deutlich, dass es keinen (!) guten und gerechten Krieg gibt und dass es einigen Mächtigen IMMER (!) darum geht, den Leuten ein Feindbild zu vermitteln um sie für die eigenen Zwecke einzuspannen.
Diese offensichtlich nach wie vor wichtige Botschaft verpackt Pratchett wie üblich in aberwitzige Situationen und tolle Dialoge. Die Charaktere werden sehr schnell sympatisch, und auch unsere Lieblinge aus der Wache spielen am Schluss eine nicht unwichtige Rolle.
Ich mag Pratchett wegen des Unterhaltungswertes seiner Bücher, aber ich liebe ihn wegen seiner Überzeugungen und der Art wie er sie vermittelt. Ganz großer Mann.
Und wie immer der Tipp: Unbedingt im Original lesen (Auch wenn ich wie immer dem Übersetzer mein Kompliment für die gute Arbeit mache.). Gerade die ernsten Sachen kommen besser rüber.
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