Als ich letztens durch die Buchhandlung schlenderte stach mir dieses Buch sofort in die Augen. Allein diese Farbe! Wenn man über das Cover streicht fühlt man die Erhebungen der Schrift, man sieht wie sich in den lackierten Farben das Licht spiegelt. Daran sieht man mal wieder, wie ein Buchcover eine Kaufentscheidung beeinflussen kann! Zudem hat mir der Klappentext sehr zugesagt, bin ich doch selber Mutter und fühle mich diesem Thema sehr verbunden.
So hatte ich das Buch zu Hause und es wartete darauf gelesen zu werden. Vorher entdeckte ich, dass eine Freundin eben diesen Weiberabend gerade gelesen hatte und bat sie um einen Kommentar... der viel niederschmetternd aus! Danach kam mir noch ein Beitrag von Jürgen von der Lippes langer Lesenacht unter die Augen, in der er mit Annette Frier über dieses Buch spricht. Sehr positiv übrigens, aber leider haben die von den Beiden vorgelesenen Passagen mich überhaupt nicht überzeugt, und hätten mich in keinster Weise zu einer positiven Kaufentscheidung beeinfusst! Na denn, auf zu amazon, um mir mal andere Kommentare zu diesem Buch anzusehen. Als ich die durchschnittliche Bewertung dieses Buches sah dachte ich nur: "Ach du liebe Güte, was hast du dir denn da für ein Buch gekauft!" Hatte ich mich so von Klappentext und Cover blenden lassen???
Doch gerade dieses Cover war es, was letztendlich dieses Buch nicht zu einer Bücherregalleiche werden lies. Trotz aller negativen Aussagen die mir über den Weg liefen war ich doch irgentwie angezogen, und so fing ich erwartungsfrei an zu lesen.
Jo, die Ich-Erzählerin schreibt über einen Abend mit sieben Freundinnen, alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind Mütter. Kennengelernt haben sie sich in Krabbelgruppe und Vorschule und haben freundschaftliche Bande geknüpft, die ohne die Kinder nie möglich gewesen wären. Damit man beim Lesen nicht durcheinander kommt, werden diese acht Frauen am Anfang steckbriefartig beschrieben. Man kann bei der zwangsläufig aufkommenden Frage: "Wer war das noch mal?" also immer wieder zurückblättern und nachlesen. Ansonsten nimmt Jo einen bei der Hand und lässt einen diesen Abend erleben, als ob man selber dabei wäre. Es wird alles besprochen was Frauen und Müttern auf dem Herzen liegt, manchmal oberflächlich, mal sehr intim und auch der Zickenterror ist ab und an nicht weit. Jede der acht Frauen hat ein anderes Päckchen im Leben zu tragen, und zwischen Erdbeer-Daiquiris, Karamelllikör und jeder Menge kulinarischer Köstlichkeiten kommen auch einige sorgsam gehütete Geheimnisse ans Licht.
Ich hatte von der ersten Seite an das Gefühl eine von ihnen zu sein, ich konnte mich einlassen in diesen Weiberabend, mich hat das Buch gefesselt, teilweise sehr zum Lachen gebracht um mich dann ein paar Seiten weiter wieder nachdenklich werden zu lassen. In jeder der acht Frauen konnte ich mich ein Stück weit wiederfinden. Mich hat das Buch berührt und ich bin sehr froh es auch nach anfänglichen Bedenken gelesen zu haben!!!
Allerdings kann ich nachvollziehen, dass jeder Mann, und jede Frau die nicht Mutter ist, Probleme mit diesem Buch haben könnten. Um sich von einem Krimi oder Thriller fesseln zu lassen braucht man weder einen Mord zu begehen noch einen mit anzusehen, treffen aber Mütter aufeinander mit all ihren Freuden und Leiden, mag das für Aussenstehende ein Buch mit sieben Siegeln sein.
Allen anderen empfehle ich diese Lektüre uneingeschränkt!!!