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Weißes Rauschen
 
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Weißes Rauschen [Taschenbuch]

Don DeLillo , Don de Lillo
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Rowohlt Tb. (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499138816
  • ISBN-13: 978-3499138812
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 279.965 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jack Gladney ist 'Hitlerforscher' an einem amerikanischen College. Er und seine fünfte Frau Babette leben gemeinsam mit ihren vier Kindern aus veschiedenen früheren Ehen in einem sympathischen Chaos. Ohne allzugroße Gewissensbisse geben sie sich den Lockungen eines konsumfrohen Daseins hin. Doch die bizarre Heiterkeit ihrer Plastikidylle wird jäh zerstört, als in einer nahen Chemiefabrik ein Unfall passiert.

Autorenportrait

Don DeLillo, 1936 in New York als Sohn italienischer Einwanderer geboren, hat ein umfangreiches erzählerisches Werk vorgelegt. Für den Roman "Weißes Rauschen" erhielt er den National Book Award, "Sieben Sekunden" über Kennedys Ermordung wurde in den USA breit diskutiert und "Mao II" mit dem Pen/Faulkner Award ausgezeichnet. Mit seinem monumentalen Romanepos "Unterwelt", das weltweit als literarisches Ereignis gefeiert wurde, hat sich Don DeLillo in die erste Reihe der amerikanischen Gegenwartsautoren geschrieben. "Unterwelt" stand monatelang auf den Bestsellerlisten und wurde als eines der wichtigsten Bücher des ausgehenden Jahrhunderts gerühmt.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schon die familiäre Konstellation mit 4 Kindern aus 4 verschiedenen Ehen würde reichlich Stoff für Geschichten jeglicher Couleur bieten. Wenn dann noch ein Professor mit dem Spezialgebiet Hitler und ein ominöser Chemieunfall dazukommen, verspricht das genügend Stoff für eine unterhaltsame Lektüre. Dieses implizite Versprechen hat Don DeLillo in grandioser Manier eingelöst. Selten habe ich ein Buch gelesen, in dem sich komische und tragische Elemente, verbaler Slapstick, Gesellschaftskritik und Philosophie so gut ergänzt haben. Erstaunlich genug, diese scheinbar konträren Themen überhaupt in eine stringente Handlung zu integrieren. Mir ging es allerdings nicht so, das ich diesen Roman an einem Stück "verschlingen" konnte. Vielmehr war es für mich kein literarischer Snack sondern ein ausgedehntes 5 Sterne Menü. Schwer da etwas hervorzuheben. Sicherlich ein Highlight sind die komischen Dialoge von Jacks Kollegen, die im Roman plötzlich entstehen wie rethorische Tornados und leider auch genau so schnell wieder verschwinden. Das erinnerte mich ein wenig an Tarantino. Ebenso der Schlagabtausch im übertragenen Sinne zwischen Hitler und Elvis. Man muß und sollte es wirklich gelesen haben.
Bis zum Zeitpunkt des Unfalls spielt sich das Leben der Protagonisten hauptsächlich in Konsumtempeln ab und wie so oft scheint erst ein dramatisches Ereignis die eigene Sterblichkeit wieder ins Bewußtsein zu bringen. Die "dräuende Wolke" bietet jede Menge Anlaß zu wildesten Spekulationen und Vermutungen. Fest steht jedoch, das nach ihrer Manifestierung nichts mehr so ist wie vorher und der Tod nimmt seinen Platz ein in den Herzen der Menschen. Männer in weißen Kitteln und Teilnehmer an Simulationsübungen bestimmen fortan das Straßenbild. Immerhin sind die Sonnenuntergänge spektakulärer als vor dem Unglück. Vielleicht aber auch nur, weil sie vorher keinem Menschen mehr aufgefallen sind.
Tatsächlich jedoch ist alles viel komplizierter wie sich im Verlauf des Romanes zeigt und hier mehr zu schreiben wäre einfach nicht fair. Genauso unfair wäre es zu versäumen, jedem halbwegs belesenen Mitmenschen dieses Buch zu empfehlen. Wie schon auf dem Umschlag steht: Eine echte Entdeckung. Dem kann ich mich nur anschließen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Im Mittelpunkt steht Jack Gladney, Mittfünfziger und Begründer des Lehrstuhls für Hitler-Forschung an einem kleinen College im Mittleren Westen Amerikas. Jack lebt mit seiner vierten Frau Babette und diversen altklugen Kindern aus verschiedenen Ehen in einem kleinen, durchschnittlichen Städtchen, über dem eines Tages nach einem Bahnunglück eine giftige Wolke schwebt, die Jack kontaminiert. Ein ernstes und aktuelles Thema, das DeLillo mit allen Schrecken einer Evakuierung und der Hilflosigkeit des einzelnen porträtiert. In selbstverständlicher Bereitwilligkeit, sich jeglichem Massenphänomen anzupassen, entwickeln die Gladney-Töchter nacheinander Krankheitssymptome, die sie dem Radio entnehmen. Auf Erbrechen folgen Déjà-vu-Erlebnisse sowie ",Krämpfe, Koma, Fehlgeburt`, sagt die wohlinformierte und muntere Stimme im Radio". Wahrhaftig und grotesk schildert DeLillo die heranrückende "dräuende" Giftwolke, aber auch die tägliche Unterhaltung beim Abendessen, denn "die Familie ist ein steter Hort der Desinformation". Die Einwohner des kleinen Städtchens arrangieren sich mit den Männern in Schutzanzügen, die noch nach Monaten die Gift- und Strahlenbelastung messen, die Kinder nehmen geflissentlich an simulierten Evakuierungen teil, während sie den Ernstfall bereits hinter sich haben. DeLillo ist kein Moralist, obwohl seine Werke sich mit der Ethik der modernen Menschen, die sich in einer entmoralisierten Welt zurechtfinden müssen, befassen. Oft können die eigenen Wertvorstellungen nur durch beharrliches Ignorieren der Realität aufrechterhalten werden. Er zeigt uns Symptome der Krankheit einer Gesellschaft, die sich zwanghaft überfüttert. Nun ist das nicht gerade neu, aber kaum einem anderen Autor gelingt es, durch ausgezeichnete innere Monologe seinen Figuren so viel Leben einzuhauchen und jedes seiner Bücher zum Genuß zu machen, ohne den Blick von den Problemen abzulenken. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein postmoderner Klassiker 11. September 1999
Von Ein Kunde
Die Realität geht uns flöten! Dies ist eine der traurigen Wahrheiten, mit der uns Hollywood in den letzten Jahren, sei es in WAG THE DOG, THE TRUMAN SHOW oder kürzlich in THE MATRIX, bombardiert -- eine Wahrheit, die der französische Philosoph Jean Baudrillard bereits seit den siebziger Jahren verkündet und in (übrigens brillianten!) Texten wie DIE AGONIE DES REALEN (bei Merve erschienen) immer wieder benennt. "Simulation" ist das Stichwort, und in gewisser Weise kann Don DeLillos, mittlerweile als postmoderner Klassiker gehandelte Roman WEISSES RAUSCHEN (ohne Zweifel sein stärkstes Buch) als das erste US-amerikanischer Text gelten, der Baudrillards nicht immer ganz leicht zu verstehende Theorie in überaus vergnüglicher Weise in Fiktion überträgt. Und dies, indem er dem Leser eine Romanwelt vor Augen führt, die allein von den Massenmedien beherrscht zu sein scheint -- eine Welt, in der Fernsehwerbungen Gebetscharakter erhalten und die abendlichen Nachrichten mit ihren Berichten von Naturkatastrohen das Gemüt beruhigen. Natürlich kommt es in dem Roman zu einer tatsächlichen Katastrophe (eine Giftwolke bedroht die verschlafene Kleinstadt), und plötzlich müssen die Protagonisten, der Protagonist Jack Gladney (Dozent für Hitler-studies an einem kleinen College!) und seine Familie, wohl oder übel erkennen, was es heißt, real zu sein. Am Ende freilich erfreut man sich an den wunderbaren Sonnenuntergängen, die -- man ist sich darüber nicht im Klaren -- vielleicht auch schlicht durch die Industrieabgase entstehen... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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