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Dass sie Streit sucht. Dass sie zu offen ist. Dass sie wunderbar ist. Dass sie so gescheit ist. Dass sie nicht ganz gescheit ist. So redet man im kleinen Dorf über Mildred Nilsson und die, obgleich mausetot, belebt den spannenden Krimi außerordentlich. Da wird anschaulich und lebendig das Bild einer Frau gezeichnet, die ein auffälliges soziales Engagement an den Tag legte, die sich sogar kompromisslos für das Überleben einer Wölfin einsetzte. Es gab keinen Raum für Diplomatie und Schmeicheleien. Das muss Ärger geben, tödlichen Ärger!
Åsa Larsson ist in ihrem Element, nicht nur dem des Erzählens schauriger Geschichten. Dafür erhielt sie bereits Preise, wie für Sonnensturm und verdrängte sogar Liza Marklund von Spitzenplätzen. Ihr Element ist auch der Schauplatz der fesselnden Geschichte: ganz im Norden, irgendwie am Ende der Welt, eisekalt, mit Polarlicht und Mitsommerfesten. Åsa Larssons eigene Heimat wird zum Krimi-Schauplatz. Und dort stößt die sympathische Anwältin Martinsson auch bei ihren Recherchen auf frostige Kälte. Stückweise eröffnet sich eine Welt, die sie auch mit ihrer eigenen, dramatischen Vergangenheit konfrontiert.
Åsa Nilsson hat neugierig und kreativ auch im Alltag immer den Blick frei für mögliche neue Geschichten. Auf einem Spaziergang sah sie die rot gestrichene Kirche in der Abendsonne leuchten und dachte nur: Da drin hängt sie. Damit war der Mord in der Kirche für ihren Roman geboren. Nicht der erste übrigens.
Knapp 400 Seiten, die atmosphärisch in eine fremdartige Landschaft voller Einsamkeit und Zurückgezogenheit entführen. Kurze Kapitel, die aus wechselnden Perspektiven, teils mit Rückblenden und Erinnerungen flüssig geschrieben sind und nie den Faden verlieren. Ein Buch, das absolut spannende Lesestunden garantiert! --Barbara Wegmann
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klasse!,
Rezension bezieht sich auf: Weiße Nacht: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mühelos reiht sich hier eine Neue in die skandinavische Spitzenschriftstellerei. (Was haben die eigentlich für Schulen da oben, dass man dort so gut lernt, mit Sprache umzugehen??).
Mit viel Finesse wird in "Weiße Nacht" eine auch inhaltlich interessante Geschichte erzählt: eine feministisch-kämpferische, idealistisch-provokante Pastorin wird grausam ermordet. Dabei hält sich Larsson erfreulich wenig damit auf, die grausigen Details der Tötung immer und immer wieder durchzukauen, wie das so viele andere Krimi-Autoren ihrer Leserschaft zumuten müssen. Viel wichtiger sind die Menschen aus der Umgebung der Pastorin, die die Autorin durch deren intensive Erinnerungen in Beziehung zum Mordopfer setzt (gelungen dabei auch die Variation, die Vergangenheit im Präsens und die Gegenwart im Imperfekt zu halten). Die Gemeindemitglieder teilen sich in ergebene Anhänger und Freunde und in hassende Feinde des Opfers. Und in dieser Gemeinschaft agieren nun die Ermittler - allesamt recht sympathische Figuren - weniger als Spürnasen denn vielmehr als Beteiligte, die den Leser in der Story bis zum düsteren Ende begleiten. Wunderschön sind die eingestreuten Kapitel über die Wölfin "Gelbbein". Die raue Natur Lapplands wird aus ihrer Perspektive in der Fantasiewelt des Lesers lebendig, das ist ganz toll! Zudem merkt man an den liebevollen, kenntnisreichen Bemerkungen über die am Roman teilnehmenden Hunde, dass A. Larsson mit Tieren groß geworden sein muss. Dafür hat sie bei mir sowieso schon mal einen Stein im Brett. Eine kleine Schwäche des Buches liegt nur darin, dass man eigentlich den Vorgänger gelesen haben sollte, da häufig Bezug darauf genommen wird. Aber ich werde wohl nicht die Einzige sein, die sich Sonnensturm deshalb noch besorgen wird, bevor es mit dem 3. Roman der Serie weitergeht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannung im Hohen Norden,
Von
Rezension bezieht sich auf: Weiße Nacht: Roman (Gebundene Ausgabe)
Bei diesem Buch fragt man sich immer, ob es nun ein Krimi, eine , ein Emanzipationsthriller oder eine psychologische Studie ist. Ein bißchen von allem ist auf jeden Fall drin.
Die Hauptfigur ist eine Anwältin, die ihrerseits durch ein Gewaltverbrechen einen gewaltigen Knacks weg hat. Nix Superfrau, nix Überfliegerin - die Heldin ist zerbrechlich und gefährdet, und man bangt die ganze Zeit mit ihr, ob sie die Kurve kriegt. Ausgerechnet in dem nordschwedischen Dorf, aus dem sie ursprünglich herstammt, soll sie sich erholen, und dabei nebenher vielleicht noch den Mordfall aufklären. Es gibt dort Menschen, die schweigen und es nicht gern sehen, daß ihre Geheimnisse ans Tageslicht gezerrt werden. Und es gibt Menschen, die voller Haß und Vorurteilen stecken. Hineingeflochten in den Krimi ist die Geschichte einer Wölfin (Gelbbein), deren Leben und Schicksal - vielleicht - auch für das der Heldin des Romans stehen. Fazit: lesenswert und unterhaltend. Für Frauen, die Krimis mit Anspruch mögen, Krimis, in denen es um alltägliche und/oder gesellschaftliche Probleme geht. Aus Schweden gibt's ja glücklicherweise immer wieder Autorinnen udn Autoren, die das schaffen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unter den Glocken,
Rezension bezieht sich auf: Weiße Nacht: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kein Buch der schnellen Schnitte, der sich überschlagenden Handlung, überraschenden Wendungen. Nach Sonnensturm der zweite Roman von Asa Larsson, der einen wieder in das Pastoren-Milieu Schwedens trägt und die bewährten Protagonistinnen, die Anwältin Rebecka Martinsson und die Kommissarin Anna-Maria Mella, zusammenbringt. Wieder ist man überrascht, mit wie wenig an handelsüblichem Thriller die Autorin auskommt. Ein Kammerspiel im Abseits. Die Welt dort oben ist überschaubar. Die Speisekarte bietet das Tagesgericht und Tiefkühlkost. Der Fall ist spektakulär, trotzdem verfällt man dem Erzählfluss, den Charakteren, die sich um eine Pastorin drehen, die mit emanzipatorischer Wucht Althergebrachtes in Frage stellt und aufgehängt in ihrer Kirche gefunden wird.
Wir erleben, wie die Einsamkeit das Leben in der Gemeinde zuschnürt. Wie die Mitgliedschaft in einer Jagdgesellschaft zur Auszeichnung wird. Wie ein Vater seine Familie terrorisiert. Hahnenkämpfen zwischen einer weiblichen Pastorin und ihrem männlichen Gegenüber den Alltag bestimmt. Alles nicht spektakulär, nicht in blutgetränkt, aber in diesen Reihen wächst ein Mörder heran. Leise klingt das nach. Einfühlsam wird Rebecca Martinssons Kampf mit dem Folgen ihres Mordens am Ende von Sonnensturm beschrieben und die verschiedenen Erzählstrtöme gebündelt. Asa Larsson läßt uns am Ende verstört mit dem Schrecken einer Überlebenden zurück. Eine leise Geschichte, die ihre Spannung weit spannt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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