Der Untertitel des Buches ist zweifelsfrei zu reisserisch gewählt. Dennoch: Die "Geschichten" von Frau Michels sind interessant. Der Leser mag zwar nach der Lektüre den Eindruck gewinnen, dass die Mehrzahl der Beteiligten im Gesundheitssektor Dreck am Stecken hätte. Aber das Buch ist ja auch nicht dafür da, von den weißen Schafen zu berichten. Und man muss Frau Michels zugestehen, dass sie an hinreichend vielen Stellen erwähnt, dass Sie trotz Ihrer Erfahrungen weiterhin glaubt, dass die Mehrheit der Ärzte, Apotheker etc. rechtlich und ethisch korrekt handelt.
Trotz der durchaus an manchen Stellen berechtigten Kritik, sehe ich das wesentliche Verdienst des Buches darin, dass 1) Patienten künftig etwas genauer hinsehen, was die Personen ihres Vertrauens machen und 2) die schwarzen Schafe durchaus das Gefühl bekommen können, möglicherweise doch irgendwann von jemandem wie Frau Michels entlarvt zu werden. Und das ist schon viel. Denn beides ist wesentlich für die Abschreckung derjenigen Personen, die sich nicht an die Spielregeln halten oder mit diesem Gedanken spielen.