Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein bewegender Bericht!, 27. Dezember 2004
Mit diesem Buch meldet sich ein literarisch hoch begabter Autor mit einer schweren körperlichen Behinderung zu Wort, der seine persönliche Geschichte verarbeitet. Es ist ein erschütterndes Buch, denn sein Thema ist das (Über-) Leben in den Kinder- und Altenheimen der Sowjetunion der 70er- und 80er-Jahre. Ruben Gonzalez Gallego schreibt jedoch keinen chronologischen Bericht, sondern verdichtet seine Erfahrungen in über 40 kurzen Kapiteln, in deren Mittelpunkt einzelne Szenen oder Personen stehen, die für ihn beispielhaft die Heimsituation verdeutlichen. Gallego überlebt dieses System. Es gelingt ihm, in den 90er-Jahren auszubrechen. Er studiert, er heiratet - und er schreibt dieses Buch mit dem linken Zeigefinger auf einer Computertastatur. Wie wenig selbstverständlich sein Überleben ist, erfahren wir am Schicksal vieler Mitschüler. Wer nicht für sich selbst sorgen konnte, wer seine Bewegungen nicht kontrollieren konnte, landete irgendwann im Altenheim - und bald erreichte die im Kinderheim Zurückgebliebenen die Nachricht von seinem Tod. Doch dieses Buch ist nicht nur eine endlose Leidensgeschichte. Die Mitbewohner des Autors werden als starke Persönlichkeiten gezeichnet, die erstaunliche Wege finden, trotz des umfassenden Mangels an materieller, pflegerischer und emotionaler Zuwendung sich zu behaupten und solidarisch zu leben. Es werden unglaubliche Szenen des Protestes und Widerstandes beschrieben. Nur ein Beispiel: Ein Junge kritzelt trotz schwerster motorischer Behinderung ein ganzes Schulheft mit rätselhaften, sich immer wiederholenden Formen voll und vermag zu verdeutlichen, dass es seiner Mutter geschicht werden soll. Die Erzieherin schreibt der Mutter in einem netten Brief, wie gut es ihrem Sohn geht, und legt das Heft dazu. Wenig später werden im Heim Rollstühle angeliefert und die Qualität des Essens verbessert sich. Der Junge hatte einen einzigen Satz mitgeteilt: „Mama, ich bekomme schlechtes Essen und keinen Rollstuhl" - auf jeder Seite seines Heftes immer nur einen Buchstaben des Satzes, den aber dutzende Male wiederholt, damit seine Mutter ihn wenigstens einmal erkennt. Sehr differenziert nimmt Gallego das Personal der Heime in den Blick: Die Ignoranz der Ärzte und der Lehrer, derjenigen, die es besser wissen müssten, und die Hilflosigkeit und Überforderung der „Nanjas", der selbst oft nahezu analphabetischen Pflegerinnen, die es vielleicht nicht besser wissen können. Das Desinteresse, das Beharren auf Vorschriften, das Selbstmitleid der Mitarbeiter machen oft sprachlos. Und auf der anderen Seiten gibt es immer wieder Szenen, in denen einzelne Betreuer ins Zweifeln kommen, weil die behinderten Kinder und Jugendlichen Zeichen setzen, die sie nicht übersehen können. So werden immer wieder punktuell auch menschliche Beziehungen angestoßen. Sicher, was dieses Buch berichtet, ist sehr weit weg von uns. Doch wir sollten uns nicht einfach damit abfinden, dass anderswo ein Leben mit einer Behinderung unter menschenunwürdigen Bedingungen gelebt werden muss. Und manches kann auch uns nachdenklich machen, so die hohe Bewertung pflegerischer Zuwendung, die der Autor weit über das „Gerede" der Lehrer stellt, oder die große Kompetenz der Jugendlichen als „Experten in eigener Sache", die der der „Fachleute" durchaus überlegen ist.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
bitter, aber trotzdem voller Energie!, 18. Juli 2006
Ruben Gallego beschreibt seine eigentlich unbeschreiblich furchtbare Kindheit mit sehr positiver Energie. Er möchte Mut machen, dass man trotz aller grausamer Erfahrungen das Leben lieben kann.
Deswegen würde ich das Buch jedem empfehlen! Ansonsten fängt er mit zahlreichen kleinen Episoden die menschenverachtende Politik in russischen Kinderheimen so ein, dass einem nichts als Wut und Entsetzen bleibt.
Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben. Aufgrund der Preise, die Gallego auch in Russland geerntet hat, kann man sich der Hoffnung hingeben, dass die geschilderten Situationen möglichst bald der Vergangenheit angehören!
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
nüchternd schockierend, 1. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Gallegos autobiographischer Bericht ist ein Zeugnis für die Grausamkeit des kommunistischen Regimes der Sowjetunion. Wo der einzelne Mensch nichts zählt, sondern nur das Kollektiv, da bleiben die Schwachen und Armen als erstes auf der Strecke. Gallego erzählt sein Schicksal in einem ruhigen Ton, nicht verbittert - ohne Hass. Das beeindruckt um so mehr. Eines der besten Bücher der letzten 10 Jahre!
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