Das Buch ist in erster Lienie eine Dokumentation über die Arbeitsweise einer Dienststelle der Wehrmacht, die bis heute in der Öffendlichkeit überwigend unbekannt ist: Die "Wehrmacht-Untersuchungs-Stelle".
Aufgabe dieser Behörde war die objektive Sammlung von Beweismaterial zu Verstößen der Feindmächte gegen das damals geltende Kriegsvölkerrecht, für ein "Nürnberg" mit anderen Vorzeichen nach dem Kriege.
Bis heute sind 226 Aktenbände der WUSt erhalten geblieben. Eine internationale Kommission von Juristen und Historikern hat die Arbeitsmethoden und das Material sehr kritisch geprüft und es wurden hunderte von Fällen überprüft und Zeugen (auch viele ausländische) nochmals befragt.
Es gab NICHT EINEN Zeugen, der seine damals vor der WUSt gemachten Aussagen revidierte oder behauptete, unter Zwang ausgesagt zu haben. Ebenso haben sich auch alle nach dem Kriege überprüfbaren von der WUSt ermittelten Sachverhalte als völlig korrekt dargestellt. Des Weiteren ergeben die Akten, dass die WUSt auch oft genug die Ermittlungen einstellte, da die vom Feinde begangenen Taten zwar schrecklich, aber eben nicht völkerrechtswidrig waren.
Insgesammt kam man zu dem Ergebnis, dass selbst in einem Rechtsstaat eine solche Behörde nicht hätte sorgfältiger arbeiten können. Ergo: Das Material der WuSt ist hieb- und stichfest.
Das Vorwort zur 1. Auflage (1979) ist von Dieterich Rauschning, Professor und Direktor des Instituts für Völkerrecht der Universität Göttingen. Die beiden Autoren sind der amerikanische Völkerrechtler Dr. Alfred de Zayas und sein holländischer Kollege Dr. Walter Rabus.
Das Buch behandelt als erstes den Aktenbestand, die Vorgeschichte zur Entstehung der WuSt und ihre Verfahrensweise und den Kriegsvölkerrechtlichen Kontext.
Im Zweiten Teil geht es um beispielhafte konkrete Fälle und um die Befragung von Wehrmachtrichtern und Zeugen nach dem Kriege.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass man in der Tat einen guten Überblick über die Dienststelle selber, aber auch über den riesigen Umfang und das grauenhafte Ausmaß der Kriegsverbrechen der "anderen Feldpostnummer" bekommt. Weiterhin ist interessant, dass diese Dienststelle auch Verbrechen z.B. der Roten Armee an Polen oder an der russischen Zivilbevölkerung untersuchte (ein bis heute weitgehend unbekanntes und tabuisiertes Thema). Insgesamt ein sehr zu empfehlendes Buch, von internationalen Experten verfasst und an Objektivität kaum zu übertreffen.