Aus der Amazon.de-Redaktion
Die deutsche Sprache liegt uns offensichtlich fast allen am Herzen, wie man an der ebenso endlosen wie hitzigen Debatte über die Rechtschreibreform erkennen kann. Einerseits. Andererseits ist leider ein oft unbedachter und liebloser Umgang mit ihr zu beklagen. Die Sprache kann sich ja nicht wehren, nicht einmal gegen schlimmste Vergewaltigungen -- man denke nur an den brutalstmöglichen Sprachschrott unserer Politiker. So etwas wie eine Sprachpolizei bräuchte man, die freundlich aber bestimmt auf Vergehen hinweist und Bußgelder verhängt. Freundliche Hinweise bekommt man auch im Zwiebelfisch, der Sprachkolumne, die Bastian Sick seit über einem Jahr wöchentlich für Spiegel-Online schreibt. Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie Fugen-s, unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann. Bastian Sick ist Entertainer und Oberlehrer in einer Person, wobei er letzteren vor allem in tabellarischen Zusammenfassungen am Ende seiner Kolumnen auslebt. Dabei ist das doch wohl der Idealfall eines Sachbuchs: wo man lachen und schmunzeln und gleichzeitig jede Menge lernen kann. Zum Beispiel, wo das Eszett seinen Namen herhat und warum die Deutschen als einzige diesen wunderlichen Buchstaben benutzen. Oder wie man eingebürgerte Fremdwörter konjugiert -- warum es zwar ich recycle heißt, aber nicht du recyclest. Und auf die verzwickte Frage, ob gedownloadet oder downgeloadet richtig ist -- wer hätte sich das noch nie überlegt --, weiß Sick die verblüffend einfache Antwort: Weder noch, es heißt heruntergeladen. Und wieso der Zwiebelfisch ausgerechnet Zwiebelfisch heißt, erfährt man naturgemäß auch. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod bietet 47-mal charmante Aha- und Haha-Erlebnisse und ist jedem Sprach-User heißestens zu empfehlen. --Christian Stahl
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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Amazon.de Audiobook-Rezension
Dem Bastian Sick sein Audiobuch ist voll empfehlbar -- Hörvergnügen pur!
das waren gleich drei stilistische Patzer in einem Satz. Und so hat sich der Zwiebelfisch-Kolumnist das wohl nicht gedacht mit seiner Sprachaufklärung: dass man die faux pas (wie geht jetzt dieser Plural?) absichtlich und zum Spaß begeht. Denn bei aller Unterhaltung, die Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod bietet, geht es dem Autor sehr wohl darum, uns sensibler zu machen im tagtäglichen Umgang mit Sprache. Auch wenn das manchmal sisyphoshaft wirkt angesichts der medialen Sprachflut, die uns unaufhörlich umspült und beeinflusst. Zum Beispiel eben diese PURormanie, die in allen Werbe- und Marketingtexten um sich gegriffen hat. Oder der gnadenlose Kampf der Suffixe, bei dem bar über lich, abel und sam zu triumphieren droht. Dabei ist gar nicht entscheidend, dass man Bastian Sick in allem zustimmen mag -- etwa wenn er erklärt Sinn machen ginge im Deutschen grammatikalisch nicht; Freude machen geht aber doch auch --, sondern dass er uns anregt, über unseren Sprachgebrauch nachzudenken und zu diskutieren.
Gerade mal die Hälfte der Kolumnen aus dem Buch hat es in das Hörbuch geschafft, schade. Und auch auf die Tabellen am Ende mancher Kolumne muss man in diesem Medium naturgemäß verzichten. Entschädigt wird man durch ein Interview mit dem Autor im Booklet. Und vor allem durch die Stimme Rudolf Kowalskis. Der bekannte Schauspieler macht das wunderbar: zurückgenommen und mit feiner Ironie, da kommt der zwiebelfischige Witz dieser kleinen Sprachplädoyers mit den eingestreuten Geschichten noch um einiges besser zur Geltung. Pures Hörvergnügen eben, aber das sagte ich ja schon.
Spieldauer: ca. 152 Minuten, 2 CDs, gekürzte Fassung --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .
Kurzbeschreibung
Der Sensationserfolg als aufwändig gestaltete Hardcover-Ausgabe. Fast 2 Millionen begeisterte Leser hat Bastian Sicks »Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod« bislang gefunden. Grund genug, dies mit einer Schmuckausgabe - geprägter Leineneinband, Lesebändchen, farbiges Vorsatzpapier und ein für diesen Band eigens erstelltes Register - zu feiern. Bastian Sick ist ein kleines Wunder gelungen. Wer bislang mit Grausen an den schulischen Grammatikunterricht gedacht hatte, las plötzlich freiwillig über Zeichensetzung, den korrekten Plural oder guten Stil im Deutschen. Im März 2006 strömten 15.000 Zuschauer in die ausverkaufte KölnArena, um den »beliebtesten Sprachlehrer der Nation« (FAZ) live zu erleben. Sicks Erfolgsgeheimnis: Er ist kein grimmiger Erbsenzähler, sondern erzählt Geschichten - anschaulich und mit viel Humor. Inzwischen sind Bastian Sicks Kolumnen und Einwürfe zur deutschen Sprache Klassiker. Seine Leser schmunzeln, wenn sich beim Frühstück wieder über die, das oder der Nutella gestritten wird, wenn von Espressis oder Visas die Rede ist. Unnötige Anglizismen, inflationäre Apostrophe und überflüssige Bindestriche entgehen dem aufmerksamen Leser nunmehr genauso wenig wie falsche Mehrzahl oder inkorrektes Perfekt. Alle sind am Ende ein wenig schlauer - dank des »Dativs« und nicht dem Dativ zum Trotz.
Der Verlag über das Buch
Endlich als Buch die erfolgreiche Spiegel-Online-Kolumne »Zwiebelfisch«
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Taschenbuch
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Über den Autor
Bastian Sick, geboren 1965, Studium der Geschichtswissenschaft und Romanistik, Tätigkeit als Lektor und Übersetzer; von 1995-1998 Dokumentationsjournalist beim SPIEGEL-Verlag, ab 1999 Mitarbeiter der Redaktion von SPIEGEL ONLINE. Seit Mai 2003 dort Autor der Sprachkolumne »Zwiebelfisch«.
Auszug aus Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod von Bastian Sick. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
»So ist das mit den Lehnwörtern: ob friedlich importiert, freiwillig übergelaufen oder gewaltsam verschleppt, wenn sie einmal in den deutschen Wortschatz aufgenommen wurden, dann sind sie auch den Regeln der deutschen Grammatik unterworfen. Das wäre ja auch noch schöner wenn man mit der Übernahme eines Fremdwortes auch noch die landesspezifische Grammatik importieren müsste. Das wäre ja so, als würden die Amerikaner mit der Einverleibung des irakischen Erdöls bei sich auch noch den Koran einführen.«
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Taschenbuch
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