Der Verlag schreibt zu diesem Buch, es sei "scharfzüngig und mit viel Witz und Ironie erzählt". Der Autor selbst erhebt in seinem Schlußwort den Anspruch, das Buch sei gleichermaßen "Satire und Sachbuch" (S. 295). Leider ist dies nur Reklame. Das Buch erfüllt diese Erwartungen nicht. Ich war selbst Soldat und hatte mich gefreut, denn es gibt viele lustige Geschichten über den Bund. Aber der Autor enttäuscht. Die Sprache ist nicht scharf und die Witze sind eher schlecht bediente Pauschalvorwürfe.
Mitten im Text kommen Aussagen, die in keinem Zusammenhang stehen, wie etwa sein Kapitel über die Musterung: "Als junger Großstädter hat man heutzutage fast immer eine Anzahl homosexueller Freunde und natürlich eine kraftvolle Fantasie." (S. 20) Soll das ein Witz sein, oder ist das Teil eines Sachbuches?
Zweites Beispiel: "Merke: Schießt man auf den Soldaten, ist er danach auch heutzutage meistens tot, und zwar egal wie viele Sachen er dabei anhat." (S. 50). Den Witz dabei habe ich nicht erkannt. Als Sachbuch weist es für den Kenner zu viele Fehler auf. Ein Beispiel gefällig? Über das neue Gewehr der Bundeswehr (G 36 von Heckler und Koch) läßt sich der Autor breit und ausführlich aus. Er beschreibt Einzelheiten, die keinen interessieren, sogar das Gewicht mit leerem Magazin (3,63 kg). Welche Version soll damit gemeint sein? Meint er das "normale" G 36, dann wäre das Gewicht mit leerem Magazin 3,77 kg, die Version G 36 V aber 3,47 kg. Wenn schon genau, dann sollten die Zahlen stimmen. Fazit: Weder witzig, noch sachlich.