Das Buch "Wegen meiner Mutter" beschreibt, wie das 15-jährige Mädchen Sylvie ihre Mutter an die Alzheimer-Krankheit verliert.
Stück für Stück (und erschreckend schnell!) werden die - immer weniger werdenden - "klaren Momente" der Mutter beschrieben, die ungewollte Wut der Tochter auf ihre Mutter, der Moment, in der beide erfahren, daß es sich bei dem allmählichen (für diese Krankheit typischen) Gedächtnis- und Persönlichkeitsverlust der Mutter um Alzheimer handelt etc.
Nebenbei (und hier wird in meinen Augen leider zu dick aufgetragen) gibt es die Geschichte von der besten Freundin, deren Mutter Alkoholikerin ist. Außerdem steckt Sylvie in der Abschlußprüfung der Highschool. Und zu allem Übel sind ihre Eltern auch noch geschieden.
Etwas zuviel Probleme, meiner Meinung nach.
Die typischen Krankheitsmerkmale wie auch die Gefühle der Tochter Sylvie sind gut zusammengetragen, doch das Buch hinterläßt eine fast ohnmächtige Leere beim Leser.
Ich habe das Buch gekauft, da meine eigene Mutter an Alzheimer erkrankt ist und ich mir ein wenig Ermutigung gewünscht hatte. Doch die Geschichte hat mich nur fertig gemacht.
Das Buch ist in meinen Augen für Menschen geeignet, die jemanden kennen, der ein direkter Angehöriger ist.
Es ist gut geeignet, wenn man sich über die Krankheit informieren möchte, verstehen möchte, was die Angehörigen durchmachen.
Aber Betroffene selbst sollten lieber eine Beratungsstelle aufsuchen, als sich durch dieses deprimierende Buch weiter zu belasten...