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Wege zum Glück
 
 
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Wege zum Glück [Gebundene Ausgabe]

Epikur , Rainer Nickel
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Artemis & Winkler; Auflage: 1., Aufl. (1. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3760841155
  • ISBN-13: 978-3760841151
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Epikur (341–270 v. Chr.) ist einer der am häufigsten – oft auch absichtlich – missverstandenen antiken Autoren. Im Zentrum seines Denkens steht die Frage: Worauf beruht die Glückseligkeit des Weisen? Epikur antwortet: Indem er sein Leben nach Regeln ordnet, die ihn von Furcht – der Furcht vor den Göttern ebenso wie der Furcht vor dem Tode –, Begierde und Schmerz befreien. Epikurs Lustbegriff führt also nicht, wie häufig behauptet wurde, zu jeder Art von Schlemmerei, zu Egoismus und Ausschweifung, sondern zu einem maßvollen Leben.

Über den Autor

geboren 1940, leitete ein Göttinger Gymnasium und zählt zu den führenden Didaktikern des altsprachlichen Unterrichts. In der Sammlung Tusculum erschienen von ihm zuletzt die 2 Bände Stoa und Stoiker, 2008.


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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Epikur für Zeitgenossen 24. Februar 2007
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Epikur wurde im Winter 342/341 v. Chr. als Sohn des Atheners Neokles geboren. Er selbst sah wie kein anderer Philosoph der Antike die Aufgabe der Philosophie so konsequent und ausschließlich in der Heilung der menschlichen Seele: "Leer ist die Rede jenes Philosophen, die nicht irgendeine Leidenschaft des Menschen heilt. Wie nämlich eine Medizin nichts nützt, die nicht die Krankheiten aus dem Körper vertreibt, so nützt auch eine Philosophie nichts, die nicht die Leidenschaften aus der Seele vertreibt."

Philosophie, Gesundheit der Seele und Glückseligkeit setzte er gleich: "Wer jung ist, soll nicht zögern zu philosophieren, und wer alt ist, soll nicht müde werden im Philosophieren. Denn für keinen ist es zu früh oder zu spät, sich um die Gesundheit der Seele zu kümmern. Wer behauptet, es sei noch nicht Zeit zu philosophieren oder die Zeit dafür sei schon vorübergegangen, der gleicht einem, der behauptet, die Zeit für die Glückseligkeit sei noch nicht oder nicht mehr da."

Übertragen wir drei Aussagen Epikurs in die Jetztzeit. Was sind die Gedanken, die Vergleiche, was hat er gelehrt?

1. Bei allen Begierden muss man sich fragen: Was geschieht, wenn mein Begehren befriedigt ist, und was, wenn es nicht befriedigt wird?

So, wie jede offene Frage beide Antworten ermöglicht und doch die unerhoffte erstaunt, ist die Botschaft Epikurs nur die, das Gegenteil vorherzudenken oder die Folge beider Ausgänge zu bedenken.
z. B: Der Genuss ist die Katastrophe der Lust.

2. Aus Angst, mit Wenigem auskommen zu müssen, lässt sich der Durchschnittsmensch zu Taten hinreißen, die seine Angst erst recht vermehren.

Welche Taten es auch sein mögen, sind nicht von Belang. Von Belang ist einzig, zu wissen, was von Belang ist. Damit führt sich der Mensch auf das zurück, was seine ureigenste Wichtigkeit sein wird, ein geglücktes Leben, nicht ein von materiellen Dingen abhängiges Leben.

3. Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.

Wie wahr. In einer Welt, wo die fürsorgliche Belagerung Staatsauftrag war und nur in der Zeit des Mangels ein notwendiges Umdenken erzeugte, hat Epikur schon vor nahezu 2500 Jahren das gesagt, was dem Menschen immanent gegeben ist: eignes Potential in Geist und Kraft. Da bedarf es nicht eines Wunsches an Dritte, wenn es selbst gemeistert werden kann. Epikur verwies schon damals auf den Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.

So wie Kant dieses formulierte in: Was ist Aufklärung? so schalt Shakespeare in Hamlet den Menschen ein Tier, der nicht seine gegebenen Fähigkeiten nutze.

Conclusio:
Epikur ist ein Denker aller erster Güte. Einfluss auf die folgenden Generationen hatten er und seine Lehre vielfach, auch im Sinne der Gegenläufigkeit der Stoiker. Gemeinsam war Epikureern und Stoikern die Frage nach dem richtigen Weg zum eigenen Seelenheil, für das die Polis nicht mehr der geeignete Bezugsrahmen schien (vgl. Rez zur Angst bei Epikur). Konträr waren jedoch die jeweiligen Schlussfolgerungen. Dem Athener Epikur, der ein rational wohldosiertes Genussleben zum Leitbild für das individuelle Seelenheil und Lebensglück machte, setzte Zenon ein umfassendes Bindungsbewusstsein gegenüber, in dem das individuelle Streben aufgehen und die Seele Ruhe finden sollte. So hat Lukrez und Horaz (Carpe Diem) die Gedanken Epikurs fortgeführt, Epiktet, Cicero, Seneca und Marc Aurel, Kaiser und Philosoph in Rom förderten überwiegend die Lehre der Stoa allerdings sind sie ebenfalls als grosse Kenner der Lehre Epikurs zu nennen.

Epikurs Bezug zur Gegenwart ist unbestritten. Nosce te ipsum. Die Aufgabe, Selbstreflexion zu betreiben, eigenen Antrieb zu erlangen, Genügsamkeit und Sorgfalt dem Leben zu geben und damit das Leben im Diesseits reich an innerer Freude zu machen, ist das sein Gedankengut. Lesen Sie ihn mit Nachhalt. Die Zeit, als man ihn für einen Erzketzer hielt und in die Hölle verbannte (Dante, Göttliche Komödie) ist vorbei.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Die Lust im Griff?" 7. November 2009
Von Jürgens "Bücher" TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Epikur sieht die Beschäftigung mit der Philosophie als reine Freude an, da sie direkt mit einem Erkenntnisgewinn verbunden ist. Die Vernunft sieht er z.B. als das größte Gut an, denn diese zeigt einem, dass man in der inneren Ruhe nur leben kann, wenn man zugleich vernünftig, anständig und gerecht lebt. Er will diese Tugenden aber nicht von einem lustvollen, bewußten und maßvollem Leben trennen. Er betrachtet den Begriff der "Lust" als das eigentliche Ziel. Dabei versteht er unter dem Lust Begriff, daß man nicht unter körperlichen Schmerzen leidet und seelisch nicht in Unruhe ist, also eine innere Ausgewogenheit, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen läßt, weder durch Schmerzen, noch durch sinnliche Genüsse und auch nicht durch Ärger.

Die Götter sind für ihn z.B. ein unerreichbares Vorbild völliger Glückseligkeit, um das sich die Menschen bemühen sollten. Zur Unsterblichkeit der Seele sagt Epikur, gewöhne Dich an den Glauben, daß der Tod keine Bedeutung für uns hat. Wer diesen Gedanken richtig begriffen hat, für den liegt im Leben nichts furchbares.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das schäbige Handwerk der Religionsbürokratien, - nämlich, dass sie immer wieder mit infiltrierter Götter- und Jenseits-Furcht kontaminierte Menschen erzeugen: dieses Marionetten-Geschäft wollte ein Epikur durchschneiden. Bis in die heutigen Tage ("Im Himmel", so wird dem Talibanischen Selbstmord-Attentäter versprochen, "bekommst du sieben Jungfrauen zur Belohnung") - bis in die heutigen Tage wissen fundamentalistisch-religiöse Verhetzungsnetze aberwitzige Aktivisten zu produzieren, die den Beginn eines zweifelhaft ausgemalten Lebens NACH dem Tode kaum noch abwarten können. Der Kampf der Konfessionen hat sich seit dem 11. September 2001 eminent hochgeschaukelt - zweitausenddreihundert Jahre nach Epikur und völlig unbeeinflusst von den doch so ertragreichen Erkenntnissen der griechischen Philosophie.

Man könnte an der Aufklärungs- und Veränderungs-Fähigkeit von Philosophie generell zweifeln, sähe man nicht gesellschaftliche Teilströmungen durchaus epikuräisches Gedankengut aufgreifen. Epikur suchte nämlich nicht nur mit großer Beharrlichkeit die Furcht vor Göttern zu entkräften, sondern riet auch zur Distanz gegenüber einem verflachten politischen Alltagsgeschäft, das allzuleicht den dort Involvierten korrumpieren könne. Stattdessen seien kleine Freundeszirkel seelisch bekömmlichere Kontaktformen als das eitle Ringen um politische Posen und hohle Parolen.

"Ein freies Leben vermag nicht viel Geld zu erwerben, weil die Sache nicht leicht ist ohne Knechtsdienst beim Pöbel oder den Mächtigen..." schreibt Epikur und ist über das angesprochene eventuelle Besitzdefizit von Philosophen nicht sonderlich entsetzt.

"Des Fleisches Stimme: nicht hungern, nicht dürsten, nicht frieren!" - formuliert er andernorts - und da machen uns in der Tat manche nicht-westeuropäische Landstriche beharrlich vor, worauf man alles verzichten kann - und dabei dennoch nicht in kompletter Würdelosigkeit versinkt.

Selbst was Epikur von den hämischen Saboteuren seines aufrichtigen Denkbemühens immer wieder süffisant vorgeworfen wird, die Hinneigung zu erotischen Genüssen, war ihm zumindest als Gefahr völlig bewusst: Er predigte als erstrebenswertes Ziel, sich eben gerade nicht in masochistische Erbärmlichkeiten hineintreiben zu lassen durch Abhängigkeiten von Süchten.

Nicht ein Selbstverlust im Verfallensein war das Ziel, sondern eine in sich ruhende Zufriedenheit als Gelassenheit. Die erreicht man schwerlich im hemmungslosen Ausleben von Begierden - allerdings auch nicht in giftiger, selbstaggressiver, nonnenhafter, selbstverschuldeter Körperfeindlichkeit. Ein würdiger, maßvoller Lebensstil war Epikurs Zielrichtung !
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