Ob dieses Buch als Fachbuch (als welches es ja auch gedacht war) neue Erkenntnisse bringt, kann ich nicht beurteilen, denn ich bin nicht über Kapitel 4 hinausgekommen. Als Mutter einer 13jährigen Magersüchtigen möchte ich die folgenden Zitate aus Kapitel 4 für sich sprechen lassen:
"Erweitert man die Frage der Schuld um die moralisch-ethische Dimension, so sind generelle Aussagen über die Schuldhaftigkeit von Eltern sicher nicht möglich. Ich persönlich jedoch spreche auch in diesem Sinne viele Eltern von Magersüchtigen für schuldig, denn meinen ethischen Vorstellungen zufolge lädt derjenige Schuld auf sich, der einen anderen Menschen im Sinne seiner eigenen Prinzipien mißbraucht. Und das tun auch viele wohlmeinende Eltern von Magersüchtigen ... Daß es wohlmeinende Eltern von Magersüchtigen gibt, Eltern, die ihre Defizite erkennen und zu Veränderungen bereit sind, steht für mich außer Frage. Ich habe einige kennengelernt. Aber ich habe leider mehr Eltern von Magersüchtigen kennengelernt, deren emotionale Kälte mir den Atem verschlagen hat, vor deren Kaltschnäuzigkeit ich sprachlos wurde, die mich mit ihrem ewigen Gejammer über ihre eigenen Probleme zur Weißglut getrieben haben..."
Sprachlos wäre Alexa Franke auch besser geblieben, was die obigen Aussagen betrifft. Ein Schlag ins Gesicht aller Eltern, die Angst um ihr Kind haben und leider oft so verzweifelt und ratlos vor dieser Krankheit stehen.
Ich rate dazu, die dringend benötigte Kraft nicht mit derartiger Lektüre zu vergeuden.