Nachdem ich kürzlich selbst einsehen musste, an einer Essstörung zu leiden, bin ich über Empfehlungen zu diesem Buch gekommen. Zunächst skeptisch, weil der Überzeugung, dass andere die Gründe und das Verhalten eh nicht nachvollziehen können musste ich mit Erschrecken feststellen wie viele der beschriebenen Verhaltensweisen und Symptome tatsächlich zutreffen. Dabei halfen auch die angeführten Zitate Magersüchtiger und Bulimiker. Der einfühlsame Ton, der in dem Ratgeber angeschlagen wird, verhindert jedoch, dass man ihn gleich verärgert in die Ecke wirft. Er ist insbesondere deshalb hilfreich, da er keine pauschalen Lösungen verspricht, sondern zu selbstkritischem Denken anregt, zur selbstständigen Auseinandersetzung mit sich selbst, der Krankheit und ihren Ursachen und zum Finden eines eigenen individuellen Ausbrechens aus dem Teufelskreis Essstörung.
Selbstverständlich kann ein Buch keine Therapie ersetzen, aber insbesondere die konkret gestellten Fragen helfen bei einer genauen Selbstanalyse. Sich seiner Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen bewusst zu werden ist meiner Ansicht nach ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Genesung.
Lediglich der Verlauf der Essstörungen wird etwas kurz dargestellt. Das Buch soll aber weniger Wissen vermitteln, als zu eigenen Gedanken animieren, weswegen ich keine Punkte abziehen möchte.
Insgesamt ein durchaus zu empfehlender Ratgeber, der auch Angehörigen Einsicht in die Gefühlswelt Essgestörter bieten kann.