Bei der Lektüre dieses Buches hatte ich das Glück, dass zum einen die akute Phase meiner Depression bereits ein Jahr zurücklag und zum anderen es nicht das erste Buch zu diesem Thema war das ich las.
Oft wird darin von dem "sich am eignen Schopf aus dem Sumpf" ziehen gesprochen. Dies stößt einen ohnehin schon Depressiven, der sich selbst ja nicht für wertvoll erachtet, nur noch tiefer in die Misere, das er nie und nimmer die Kraft dazu aufbringen kann, "sich selbst zu heilen". Ebenso finde ich die Grundeinstellung, dass Medikamente so schnell als möglich auszusetzen sein, wann immer es "sinnvoll" erscheint, für sehr bedenklich. Wie in einer anderen Rezension hier schon sehr richtig geschrieben wurde, sind Medikamente solange NOTWENDIG, wie es brauch, das die Psychotherapie greift.
Was sehr gut in diesem Buch dargestellt wird sind die vielen Fallbeispiele, die Mut machen, dass ein Leben danach oder damit möglich ist. Ausserdem werden die verschiedensten Ursachen anhand von Lebensgeschichten beleuchtet. In Summe macht das Buch Mut, aber ist definitiv nicht für akut Erkrankte. Eher schon für Mitmenschen, Freunde und Bekannte.