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Wege und Begegnungen.
 
 
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Wege und Begegnungen. [Broschiert]

Hugo von Hofmannsthal
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Produktinformation

  • Broschiert
  • Verlag: Reclam Philipp Jun. (Dezember 1999)
  • ISBN-10: 3150071712
  • ISBN-13: 978-3150071717
  • Größe und/oder Gewicht: 14,5 x 9,1 x 0,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.865.120 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Autorenporträt

Hugo von Hofmannsthal, geboren 1874 in Wien und 1929 in Rodaun gestorben, studierte Jura und romanische Philologie. Ab 1906 arbeitete er häufig mit Richard Strauss zusammen und schrieb Libretti für einige Opern (Elektra, Der Rosenkavalier u.a.). Berühmt wurde er auch durch sein modernes Mysterienspiel 'Jedermann'.

Auszug

Zu einer gewissen Zeit meines Lebens brachten es meine Dienste mit sich, daß ich ziemlich regelmäßig mehrmals in der Woche um eine gewisse Stunde über die kleine Brücke ging (denn der Pont neuf war damals noch nicht erbaut) und dabei meist von einigen Handwerkern oder anderen Leuten aus dem Volk erkannt und gegrüßt wurde, am auffälligsten aber und regelmäßigsten von einer sehr hübschen Krämerin, deren Laden an einem Schild mit zwei Engeln kenntlich war, und die, sooft ich in den fünf oder sechs Monaten vorüberkam, sich tief neigte und mir so weit nachsah, als sie konnte. Ihr Betragen fiel mir auf; ich sah sie gleichfalls an und dankte ihr sorgfältig. Einmal, im Spätwinter, ritt ich von Fontainebleau nach Paris, und als ich wieder die kleine Brücke heraufkam, trat sie an ihre Ladentür und sagte zu mir, indem ich vorbeiritt: »Mein Herr, Ihre Dienerin!« Ich erwiderte ihren Gruß, und indem ich mich von Zeit zu Zeit umsah, hatte sie sich weiter vorgelehnt, um mir soweit als möglich nachzusehen. Ich hatte einen Bedienten und einen Postillon hinter mir, die ich noch diesen Abend mit Briefen an gewisse Damen nach Fontainebleau zurückschicken wollte. Auf meinen Befehl stieg der Bediente ab und ging zu der jungen Frau, ihr in meinem Namen zu sagen, daß ich ihre Neigung, mich zu sehen und zu grüßen, bemerkt hätte; ich wollte, wenn sie wünschte, mich näher kennenzulernen, sie aufsuchen, wo sie verlangte...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dichtung&Kritik TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
1907 geschrieben laesst sich dieser kleine Prosatext als ein Werk aus der Mitte des Lebens Hugo von Hofmannsthals verstehen.
Es ist ein romantischer Aufsatz, eine Gedankenschweiferei, ein lyrisches Verschmelzen mit der Landschaft und den Wesen darin.

"Der Flug der Vögel ist wundervoll in diesen strahlenden Tagen, und ich begreife vollkommen, daß ich diese Zeilen einmal aufgeschrieben habe..."; so beginnt der nachdenkliche Text ueber ein fluechtig hingeworfenes Wort, eine kleine Anmerkung. Die Zeilen stehen, mit Bleistift an den Rand geschrieben, mitten in einem Reisebuch. "Ich sehe, daß diese Zeilen von meiner Schrift sind, sie sind zittrig geschrieben, vielleicht im Wagen, vielleicht in der Bahn; aber kein Nachdenken bringt mich darauf, woher sie stammen."
An das Gefuehl dessen aber, was dort festgehalten ist, erinnert er sich wohl, und verfolgt in Gedanken die Wege und Begegnungen seiner vergangenen Reisen.
Waehrend Hofmannsthal spaeter an der Verbrauchtheit der Sprache zu leiden begann, gehoert dieser Text noch in seine lyrische Schaffensperiode.
Literaturhistorisch interessant, aber auch einfach zum Geniessen eignet sich dieser kleine Ausflug durch die Erinnerungen - ein stuermisch-romantisches Netz von Vergangenheit und liebevoll hingewendetem Betrachten.

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