1907 geschrieben laesst sich dieser kleine Prosatext als ein Werk aus der Mitte des Lebens Hugo von Hofmannsthals verstehen.
Es ist ein romantischer Aufsatz, eine Gedankenschweiferei, ein lyrisches Verschmelzen mit der Landschaft und den Wesen darin.
"Der Flug der Vögel ist wundervoll in diesen strahlenden Tagen, und ich begreife vollkommen, daß ich diese Zeilen einmal aufgeschrieben habe..."; so beginnt der nachdenkliche Text ueber ein fluechtig hingeworfenes Wort, eine kleine Anmerkung. Die Zeilen stehen, mit Bleistift an den Rand geschrieben, mitten in einem Reisebuch. "Ich sehe, daß diese Zeilen von meiner Schrift sind, sie sind zittrig geschrieben, vielleicht im Wagen, vielleicht in der Bahn; aber kein Nachdenken bringt mich darauf, woher sie stammen."
An das Gefuehl dessen aber, was dort festgehalten ist, erinnert er sich wohl, und verfolgt in Gedanken die Wege und Begegnungen seiner vergangenen Reisen.
Waehrend Hofmannsthal spaeter an der Verbrauchtheit der Sprache zu leiden begann, gehoert dieser Text noch in seine lyrische Schaffensperiode.
Literaturhistorisch interessant, aber auch einfach zum Geniessen eignet sich dieser kleine Ausflug durch die Erinnerungen - ein stuermisch-romantisches Netz von Vergangenheit und liebevoll hingewendetem Betrachten.