Die "Wege der Astrologie" richtet sich vor allem an den Fortgeschrittenen.
Für solche, die aufbauend aus der Übersicht und den kurzen Erläuterungen selber mit- und weiterdenken können bieten sich wertvolle neue Ansätze.
Anfänger, die sich in die verschiedenen Richtungen hineinarbeiten wollen, bleiben hier zwar nicht immer vor Neuland stehen, da einige Kapitel nicht nur einen Überblick über die Landschaft bieten sondern auch die Faktoren dabei beschreiben.
Doch es geht eben nicht besonders in die Tiefe, und sobald man sich fragt, "wie deute ich und wende ich das in der Praxis an", kann das Buch nur schlecht weiterhelfen. Es ist eine grobe aber gute Einführung in die verschiedenen Schulen und Richtungen. Und dafür ist es auch bezweckt vom Autor.
Verschiedene, heute nicht allzu bekannte Techniken, wie von Sorge das Induktionsbild (Sonnenaufgangshoroskop als Deutung der Tendenzen), die 8 1/2 Rythmen für die Häuser von Glahn (vergl. MRL), oder von Scharmann das Direktionsystem des "Lichterachsenbogens" werden zwar nicht ausführlich, aber genügend für eigenständige und weiterführende Forschung und Überlegungen dargeboten.
Die theosophisch-esoterische Astrologie werden behandelt, wobei für die exemplarische Darstellung mehr auf Alan Leo zurückgegriffen wird, als auf Bailey (Bailey taucht bei API auf).
Weiterhin Döbereiners MRL, Roschers TPA, Ebertins Kosmobiologie, Hamburger Schule mit kurzer Vorstellung der Bedeutung der Transneptuner. Und die indische Astrologie (wie sie in Europa benutzt wird) werden vorgestellt mit ihren jeweiligen Schwerpunkten. Einige andere bislang unbekannte Astrologen mit ihren besonderen Techniken.
Weiterhin gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Astrologie (zB "Grundlagen der revidierten Astrologie"), was einen guten Überblick über die am meisten verbreitete Herangehensweise an die astrologischen Techniken schildert; zB werden in einer Übersicht die Horoskopfaktoren mit üblichen Schlagwortern beschrieben werden, wie Jupiter=Expansion, Glück, Grechtigkeit.
Für historisch interessierte Leser, die sich für die Geschichte der Astrologie interessieren scheint dieses Buch eine sehr aufschlussreiche und wunderbare Lektüre zu versprechen.
Übrigens befasst sich der Autor Schubert-Weller auch sonst schon mal eingehender mit der Geschichte und der kulturellen Bedeutung der Astrologie.
Für den Fortgeschrittenen mit Urteilsvermögen und Bereitschaft selber mit- und weiterzudenken bietet es nicht nur interessante, sondern äusserst lohnende Einblicke in verschiedene, meist heute gar nicht hinreichend bekannte Methoden. Ich lese in diesem Buch gerne, um diese teils verlorenen oder vergessenen Techniken kennen zu lernen.
Freilich bleibt nicht aus, dass jeder Autor aus einem bestimmten Standpunkt heraus schreibt, was man hier aber nicht durchgehend merkt. Gerade in Anbetracht der vielen unterschiedlichen teils konträren Richtungen, ist es dem Autor gelungen durchaus neutral zu bleiben und hat die verschiedenen Richtungen gleichwohl nicht in einen luftleeren Raum vorgestellt, sondern auch eingeordnet in die Bedeutung für die Astrologie.