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Produktinformation
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Peter Scholl-Latour ist nicht nur ein aufmerksamer Beobachter. Er verfügt über ein immenses Wissen über ethnisch-religiöse Hintergründe und historische Zusammenhänge, die die jeweiligen Ereignisse und Entwicklungen erst richtig begreiflich machen. Hinzu kommen seine inzwischen schon legendären prophetischen Gaben. Dies wird einmal mehr in Der Weg in den neuen Kalten Krieg deutlich. Auf den Titel sollte man sich nicht allzu sehr kaprizieren. Das Buch entstand während der Georgien-Krise, als die Spannungen zwischen Russland und den USA zu unverhohlener Feindseligkeit eskalierten, die stark an alte Zeiten erinnerten. Eine Episode, der der Autor aber nur ganze zwei Seiten in Form eines Prologs widmet. Ansonsten handelt es sich hier um eine Rückschau auf die wichtigsten Begebenheiten der letzten sieben Jahre im Spiegel von über 100 Beiträgen, Reportagen und Analysen, die er bereits anderweitig publiziert hat. Peter Scholl-Latour ist nämlich auch ein Meister der Mehrfachverwertung. Angereichert ist das Ganze mit einigen eilends ergänzten Statements zu brandaktuellen Themen wie die Finanzkrise und die Wahl Barak Obamas zum US-Präsidenten. Zur Erheiterung tragen launige Interviews bei, in denen sich der passionierte Polemiker und kokettierende Misanthrop („Der Mensch ist das schlimmste Raubtier“) auch einmal über so profane Dinge wie seinen Spitznamen Scholl-Amour oder seinen ärztlich attestierten überdurchschnittlichen Testosteronspiegel auslässt.
Aufschlussreich ist diese Chronik allemal. Indem sie tagebuchartig an den 2001 unter dem Eindruck der Terroranschläge des 11. September erschienenen Fluch des 21. Jahrhunderts anknüpft, bilanziert sie zum Ausklang der Ära George W. Bush die unheilvollen Auswirkungen der Politik der Neo-Cons, die Scholl-Latour nachgerade als eine Clique „Halbverrückter“ klassifiziert, „nicht weit vom Faschismus entfernt“. Ein Buch, das wieder einmal reichlich Munition für Auseinandersetzungen über weltpolitische Fragen liefert. Und, da sind wir sicher, Fortsetzung folgt! Arnold Abstreiter -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbestechliche und skeptische Analyse der Krisenherde dieser Welt vom "greisen König der Unken",
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Der Weg in den neuen Kalten Krieg (Gebundene Ausgabe)
Mit dem vorliegenden Buch dokumentiert der bekannte Journalist und ARD-Korrespondent Peter Scholl -Latour Texte aus Dokumentationen, Presseartikeln und Interviews seit den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11.09.2001 in New York. Er hat sie in strenger chronologischer Folge abgedruckt und, wie er in seinem Prolog betont, ohne nachträgliche Berichtigung gelassen. Als "greisen König der Unken" habe man ihn oft, durchaus wohlwollend, bezeichnet. Wenn er jetzt unveränderte Texte aus acht Jahren vorlege, dann wolle er damit zeigen, dass er, wie weiland Kassandra, mit den meisten seiner Analysen und Vorhersagen recht behalten habe. Dies tue er auch deshalb, weil er damit rechne, mit seiner neuen These von einem "Neuen Kalten Krieg", in den wir schon längst zurückgefallen seien, auf heftigste Kritik zu stoßen. "Die Beschwichtigung von Politikern und Publizisten, die sich daran gewöhnt haben, harte Realitäten zu leugnen oder schön zu reden, bis das Unheil über sie hereinbricht, kann daran nichts ändern ...Gemessen an den Spannungen, die unsere gegenwärtige Situation einer enthemmten strategischen Globalisierung kennzeichnen, mag uns der ,Kalte Krieg von gestern' - nachdem einmal der apokalyptische Punkt der Kubakrise überwunden war - als eine verlässliche Kohabitation von zwei konträren Machtsystemen erscheinen."Die Lektüre der über hundert Texte verschafft dem Leser einen engagierten und klugen, dabei immer analytisch skeptischen Überblick über die Krisenherde und Spannungsgebiete der Welt in den letzten acht Jahren zwischen 9/11 und der Wahl Barack Obamas zum neuen amerikanischen Präsidenten, die er in einem kurz vor der Drucklegung des Buches geschriebenen Epilog würdigt, in dem er auch auf die Ursachen und Folgen der weltweiten Finanzkrise eingeht. In ihr sieht er die Gelegenheit und auch die Hoffnung, dass die Europäer wieder zu einer gemeinsamen Politik finden, die sie in den bevorstehenden Auseinandersetzungen und Konflikten in diesem Neuen Kalten Krieg auch dringend brauchen, wollen sie nicht von den neuen Achsenmächten gegen die Wand gedrückt werden. Wieder einmal zeigt sich Peter Scholl -Latour als der unbestechliche, in kein politisches Schema einzuordnende Realist und Skeptiker, der ohne ideologische Scheuklappen die Konflikte in der Welt analysiert. Auf den neuen US-Präsidenten Obama sieht er schwere Zeiten zukommen, und wie so viele fragt er sich, wie Obama mit der schweren Hypothek der Regierungsjahre von Bush wirklich regieren kann. Man kann sicher sein, schon bald nach den ersten hundert Tagen dieses ersten schwarzen Präsidenten wird Peter Scholl-Latour auf seine unnachahmliche Art eine politische Zwischenbilanz ziehen, sei es im TV als Kommentator oder als Gastautor einer Tages- oder Wochenzeitung. Die Lektüre dieses Buches gleicht einem Schnelldurchgang durch die ersten Jahre des neuen Jahrtausends und ist genauso atemberaubend wie das, was es beschreibt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der greise König der Unken,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Weg in den neuen Kalten Krieg (Gebundene Ausgabe)
Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion trat der Westen als Sieger der Geschichte auf. Nato-Osterweiterung, Balkankriege, Afghanistan-Einmarsch oder Irak-Feldzug - sie alle wurden ohne Rücksicht auf Russland oder andere Mächte in Szene gesetzt. Einer der wenigen, die diese Muskelspiele von Anfang an mit Skepsis beobachtet haben, ist Peter Scholl-Latour. Frühzeitig hat Deutschlands erfahrenster Kommentator des Weltgeschehens vor der Isolation Russlands, der Explosivität des Nahen und Mittleren Ostens, der Herausforderung durch China und der Überdehnung der westlichen Kräfte gewarnt. Auch die aktuellen Konflikte im Kaukasus, in Pakistan, im Iran oder im Osten Afrikas hat er seit langem vorausgesehen. Sie alle sind die Vorzeichen eines neuen Kalten Krieges zwischen Moskau, Peking und Washington, den der Westen nur verlieren kann. Im Buch wird der Zeitraum von 2001- 2008 abgedeckt.Auch die Situation Deutschlands, in der Weltpolitik betrachtet Peter Scholl-Latour äußerst skeptisch. Er zeigt auf wie die Regierung sich willig von den USA missbrauchen lässt (auch die NATO) und die Folgen für Deutschland katastrophal enden könnten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
75 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Analysen und Prognosen,
Von timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Der Weg in den neuen Kalten Krieg (Gebundene Ausgabe)
"Terrorismus ist nicht die Definition für einen Gegner, sondern für eine Form der Kriegsführung." (Prof. Zbigniew Brzezinski)In seinem Prolog gibt der "greise König der Unken" (zu dem er einst von einem wohlgesinnten Kollegen gekrönt wurde) zunächst eine kurze Bestandsaufnahme der Gegenwart. Hierbei stellt er fest, dass der "Kalte Krieg von gestern" nach der überwundenen Kubakrise eine geradezu verlässliche Kohabitation zweier konträrer Machtsysteme gewesen sei. Diese hatten sich in entlegenen Weltgegenden zwar Stellvertreterkriege geliefert, jedoch auch gleichzeitig in mitunter an Komplizenschaft erinnernder, gegenseitiger Konsultation und Mitteilung, geübt. Im strategischen Patt des nuklearen Vernichtungspotentials genossen auch die Westeuropäer einbeachtliches Maß an Sicherheit und Stabilität, in dem sie sich in Ruhe der Häufung ihres Wohlstandes widmen, sich jeder schicksalhaften Verantwortung entziehen konnten. Mit dem Untergang der Sowjetunion fand diese bipolare Weltordnung ein Ende. Auf eine kurze hegemoniale Phase mit der Hoffnung auf eine "pax americana" sollte der multilaterale, asymmetrische "Neue Kalte Krieg" folgen, der sich jedem Kalkül und heimlicher Abstimmung entzieht. Nach einem Rückblick auf Entwicklungen (Süd-Ossetien), die er bereits 1996 in seinem Buch "Das Schlachtfeld der Zukunft" vorausgesehen hatte, bildet ein recht persönliches Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus den Abschluss der Einleitung. Hierin bekennt der 84jährige Journalist und Publizist, der im Besitz der französischen und deutschen Staatsangehörigkeit ist, unter anderem, dass er lediglich noch nicht in Ost-Timor gewesen sei. Mit den Überschriften seiner acht Kapitel, die er nach den chinesischen Sternzeichen als "Jahr der Schlange" (2001), des Pferdes (2002), des Schafs (2003), des Affen (2004), des Hahns (2005), des Hundes (2006), des Schweins (2007) und Ratte (2008) tituliert hat, huldigt der Autor einem Kulturkreis, dem im Zuge der Globalisierung eine eminente Bedeutung zukommt. In 100 Essays und zwei weiteren Interviews gibt Dr. Scholl-Latour einmal mehr Beispiele einer multidimensionalen Betrachtungsweise, die sich auf profunde Geschichtskenntnisse, eigene Erfahrungen vor Ort, differenzierte Analysen und daraus resultierende, vielmals treffende Zukunftsprognosen begründet. Hierzu einige Beispiele: Ein zentrales Thema des "Deutsch-Franzosen" sind die Kernstaaten des Abendlandes, die als "Karolingischer Block" mit mehr als 140 Millionen Menschen über mehr Einwohner und eine stärkere Wirtschaftskraft als die Russische Förderation verfügen (Seite 81). Diese "Karolingischen Keimstaaten" sollten sich anders als, und gegenüber den USA zu einer Regionalmacht ohne globale Hybris entwickeln, die dem Kontinent wieder Eigengewicht und Würde verleiht (S. 169). George W. Bush hat sich in seinem globalen Hegemoniebestreben (S. 79) mit seinem "Feldzug gegen die Schurkenstaaten und die Achse des Bösen" in den Treibsand eines unbegrenzten Phantomkrieges verirrt (S. 123). Bereits 1997 hatte Tariq Aziz gegenüber Scholl-Latour prognostiziert, dass der US-amerikanische Feldzug zu einer heillosen Verzettelung und zum Fehlschlag verurteilt sei (S. 49). Das Scheitern der vorzüglichen Armee Israels bei ihrer Libanon Offensive im Jahre 2006 war ein typisches Beispiel für die Unfähigkeit konventioneller Streitkräfte gegen Gotteskrieger (Hizbullah), die auf Zermürbung und Abnutzung S. (343) setzen, zu obsiegen. Während Donald Rumsfeld Bulgarien und Albanien als Beispiel des "Neuen Europa" (S. 47) lobte, wurden die Deutschen ignoriert und die Franzosen bestraft (S. 162), da sie sich nicht der "Koalition der Willigen" (S. 172) anschließen wollten. In Hinblick auf die "maßlose Ausweitung der EU" auf 27 Mitglieder sollten wenigstens Deutschland und vielleicht der karolingische Kern des Abendlandes einen unabhängigen Standpunkt zu vertreten und eine souveräne Außenpolitik und Strategie für Europa zu definieren (S. 232) Die Mehrzahl der im Westen agierenden Terroristen seien Intellektuelle der dritten Einwandergeneration., die im Trugschluss einer törichten "Multi-Kulti-Ideologie" als integrierte Bürger galten (S. 175). Die von Amerika gewünschten "Freien Wahlen" in den Staaten des Orients kämen unweigerlich den islamisch orientierten Parteien zugute (S. 195). Die Demokratie drohe am Ende an der Heuchelei ihrer Prediger zu ersticken, indem z. B. Weißrussland die Teilnahme an den europäischen Institutionen von Straßburg verweigert wird, während die Despoten des Südkaukasus (Georgien & Aserbaidschan) weiterhin hochwillkommen sind (S. 200). Das Raketenabwehrsystem in Polen und die Radaranlage in Tschechien sind eine Provokation Russlands, die eine Stationierung von Raketen in der Kaliningradskaja Oblast nach sich ziehen wird (S. 249). Unter der Überschrift "Großmacht ja, Weltmacht nein" gibt der einstige Jesuitenschüler Peter Scholl-Latour am 30.11.2007 der als Sprachrohr der Neuen Rechten bezeichneten Wochenzeitung "Junge Freiheit" ein Interview (S. 267). Dennoch lässt sich der Verehrer Charles de Gaules und Sympathisant Helmut Schmids nicht in die Rechte Ecke stellen, wenn er feststellt, dass die Partei "Die Linke" von Ihren Gegnern als Nachfolgeorganisation der kommunistischen Funktionäre der DDR diffamiert wird, dies aber schon längst nicht mehr ist (S. 328). Auf Seite 28 bekennt er sogar, dass er mit Oscar Lafontaine befreundet ist und ihn manchmal zusammen mit Peter Gauweiler treffe (S. 28). Außerdem haben sich die Warnrufe des Linksozialisten und seine Verdammung des Turbo-Kapitalismus als weitgehend berechtigt erwiesen. (S. 328). Der Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft konstatiert, dass selbst der Rückzug auf die Grüne Linie von 1967 den Israeli nicht gedankt, vielmehr als Zeichen der Schwäche gedeutet würde (S. 314. Mit "Der Schwarze Mann im Weißen Haus" vom 5. November 2008 (S. 333) gibt es einen hochaktuellen Abschluss und einen zukunftorientierten Ausblick von Scholl-Latours Analysen für alle regionalen und globalen Konflikte des "Asymmetrischen Krieges". Da nicht jedem Leser entsprechende Vorkenntnisse unterstellt werden können, wäre ein Glossar. mit Erläuterungen zu Manichäer (S. 13), Rapallo und Taurogen (S. 272), Umma usw., sowie die eine oder andere Landkarte wünschenswert gewesen. 4 Amazonsterne. 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