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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk, 15. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Weber: Perdido Street Station, Bd. 2 (Taschenbuch)
Ich habe vor ein paar Jahren Mieville's Debütroman „King Rat" gelesen und fand ihn so langweilig, daß ich mich trotz überragender Kritiker- und Leserstimmen gesträubt habe, „Perdido Street Station" zu kaufen, obwohl mich das Buch thematisch gereizt hat. Zum Glück habe ich es doch getan, denn dieser Roman ist ein wahres Meisterwerk. Trotz der Tatsache, daß ich ca. 4 Bücher pro Monat lese, wobei die Genres von „echter Literatur" über Horror/Thriller bis hin zu Si-Fi und Fantasy reichen, hat mich in den letzten drei bis vier Jahren kein Roman so vom Hocker gehauen wie dieser hier. Hinsichtlich seines Ideenreichtums würde ich ihn als Steampunk-Variante von Stephensons „Snow Crash" bezeichnen, allerdings ohne dessen narrative Schwächen. Außerdem hat Mieville einen besseren Erzählstil und verliert die Handlung nie aus den Augen. Die urbane Fantasywelt von „Perdido Street Station", die stellenweise an eine dampfgetriebene Version von Scott's „Blade Runner" erinnert, bietet den atemberaubenden Hintergrund für eine komplexe und mitreißende Geschichte, deren Nacherzählung jeden Rahmen sprengen würde: es geht um Traumplagen, die Einheitliche Feld Theorie, Mutanten, hochentwickelte Insektenkulturen, Verbrechersyndikate, Drogen, Dampfmaschinen-Cyborgs, interdimensionale Wesenheiten, die Kunst des Fliegens, politische Unterdrückung, Rebellion etc. etc. Mieville gelingt es mit einer poetischen, aber niemals gekünstelt oder überladen wirkenden Sprache, das alltägliche Leben der gigantischen Stadt und ihrer exotischen Bewohner detailliert zu schildern und ergründet gleichzeitig beinahe spielerisch komplizierte philosophische Fragen. Natürlich kommen haarsträubende Actionszenen und perfekt komponierte Spannungsbögen auch nicht zu kurz und trotz einer epischen Länge von über 900 Seiten wünscht man sich, der Roman würde nie enden. Kurzum: Brillant!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gelungener zweiter Band, 12. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Weber: Perdido Street Station, Bd. 2 (Taschenbuch)
„Der Weber“ ist der zweite Teil von China Mievilles „Perdido Street Station“. Während der erste Teil „Die Falter“ hauptsächlich der Einführung der Charaktere dient, geht es in „Der Weber“ rasanter zur Sache. Der Wissenschaftler Grimnebulin macht sich mit seinen Gefährten auf die Gierfalter zu vernichten. Unterstützt werden sie dabei vom Weber, einer riesigen Spinne, unberechenbar und zauberkundig. Auf der Suche nach einer Möglichkeit die scheinbar unbesiegbaren Falter zu zerstören kreuzen allerlei skurille Wesen, seltsame Gottheiten den Weg der Gefährten, ihnen mehr oder weniger freundlich gesonnen... Die Beschreibung der Stadt „New Crobuzon“ und ihrer Bewohner ist wie schon im ersten Teil voluminös. Das macht zum großen Teil den Charme dieses Buches aus. Durch die ausschweifenden Schilderungen, wird diese Welt erst farbig. Man kann sich die Stadt plastisch, wie bei einem Gemälde vorstellen. Das Ende rundet das Buch ab. Es ist ein Ende wie man es so nicht erwartet, welches aber zu dieser Geschichte passt. Auffällig ist, daß die Schrift größer ist als im ersten Band. Anscheinend wollte der Verlag damit auf die gleiche Seitenanzahl kommen wie im ersten Band. Wegen diesem Trick sollte man eigentlich nur vier Sterne vergeben, aber der Inhalt ist entscheidend. Daher fünf Sterne.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach grandioser Mix aus allem, was SF&F zu bieten hat, 25. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Weber: Perdido Street Station, Bd. 2 (Taschenbuch)
Ich bin weder leicht zu beeindrucken, noch leicht zu begeistern. Nun bin ich sowohl beeindruckt als auch begeistert. Lange habe ich hin&her überlegt, wie diese Welt, die Miéville erschaffen hat, zu beschreiben ist: vielleicht am ehesten mit "Die Differenzenmaschine" ([Gibson/Sterling] das Informationszeitalter beginnt bereits im viktorianischen England) meets "Shadowrun" (ein SF&F-Rollenspiel mit HiTech, Elfen&Co. und Magie). Ein genaues Einordnen in ein Genre ist nicht leicht, ich würde aber 'gefühlt' zu Fantasy tendieren. Die Stadt 'New Crobuzon' ist die phantasmagorische Übersteigerung eines süßkindschen Paris, ein amoklaufendes Ankh Morpork, ein Moloch, vom Autor schillernd und detailversessen beschrieben. Der Stil ist abwechslungsreich und wortgewaltig, was vielleicht auch an einer guten Übersetzung liegt. Ein Fremdwörterbuch sei empfohlen, da dem Autor so alle zwei Seiten mindestens 1 nicht gerade gebräuchliches Fremdwort entschlüpft, wie z.B. Palimpsest oder (Zitat) "... undulierenden Strom von Apperzeptionen." Das Meiste erschließt sich aus dem Zusammenhang. Gerade zu Beginn des Buches tummeln sich veraltete oder veraltende Wörter wie 'Spülicht', aber das legt sich mit der Zeit. In Miévilles Welt gibt es neben den Menschen eine Vielzahl intelligenter, nichtmenschlicher Rassen, Magie, Lochkartenmaschinen die zu KIs werden, Golems und Cyborgs (sog. 'Remades') und Wissenschaften, die Okkultes und für uns 'normale' Wissenschaften kombinieren, zu z.B. zur "Biothaumaturgie", Slums und Ghettos, Korruption, HiTech & LoTech, das Ganze wird einem teilweise wie MTV um die Ohren gehauen - wow! Die sympathische Hauptfigur Isaac Dan dar Grimnebulin, ein Leonardo da Vinchi (die Namen haben eine leichte Ähnlichkeit, was ich nicht für Zufall halte) der kombinierten Wissenschaften, bekommt einen lukrativen Auftrag, er entwickelt eine neue Theorie, setzt Himmel & Hölle in Bewegung und alles Übel nimmt seinen Lauf, unerwartet das Ende. "Die Falter" und "Der Weber" gehören zusammen, "Der Weber" hätte bei der Seiten-Nummerierung auch mit 559 beginnen können. Kurioserweise hat Bastei-Lübbe den Umschlag des ersten Bandes matt gestaltet, den zweiten glänzend. Die Schrift im zweiten Band ist größer, die Seiten haben 3 Zeilen weniger, um den geringeren Umfang von "Perdido Street Station 5-8" ebenso auf 558 Seiten aufzublähen - und den gleichen Preis zu verlangen wie für "Perdido Street Station 1-4". Summa summarum: GRANDIOS. Sollte sich China Miéville einfallen lassen, weitere Romane zu schreiben, ich werde sie gierig verschlingen. Hoffentlich werden auch sie in New Crobuzon spielen.
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