Meistens bin ich ja voll des Lobes, wenn es um Rankin geht. Aber diesmal nicht. Das Buch ist wirklich nicht gelungen, ganz gleich, ob man nun Rankin-Maßstäbe anlegt oder nicht.
Zunächst zur Story:
Der Schauplatz ist einmal mehr das beschauliche Brentford, Hort des Widerstands gegen den Fortschritt und liebliche, eigensinnige Idylle. Wir schreiben das Jahr 2022. Um Brentford herum verändert sich alles immer schneller und die Mute Corp, ein Computerunternehmen, vernetzt die gesamte Welt und gewinnt so immer mehr an Macht. Eines Tages verschwinden plötzlich Leute von der Straße und die Bevölkerung glaubt an die Heimholung ins Paradies. Unter ihnen wandeln der junge Zeitungsredakteur Derek und die Sexbombe Kelly, denen die Rolle der helden in diesem Abenteuer zukommt, tatkräftig unterstützt durch Big Bob und die Brentforder Miliz.
Nun handelt es sich aber bei den Vermißten nicht um von der Verzückung ereilte Mitbürger, sondern um Opfer eines Computervirus... wie das ganze tatsächlich vonstatten geht, soll hier nicht näher vorweggenommen werden, um nicht auch den letzten verbliebenen Rest an Spannung zu erwürgen.
Rankin ergeht sich diesmal in ziemlich lauen Running Gags. Schade, denn gerade für diese ist er berühmt. Er konstruiert dümmliche Wörter und versucht dann krampfhaft, diese mit Bewährtem etwas witziger erscheinen zu lassen. Das geht aber ziemlich daneben. Auf den ersten 200 Seiten fragt man sich ernsthaft, warum man weiterlesen soll. Aber man ist tapfer, schließlich ist es ein Rankin! Und im weiteren Verlauf wird es dann tatsächlich noch einigermaßen amüsant, wenngleich die Klasse der anderen Romane lange nicht erreicht wird.
Ich kann dieses Buch leider nicht empfehlen; gleichwohl werden es sich Rankin-Fans nicht entgehen lassen, da der Stil nach wie vor erkennbar ist und geschätzt wird und das Werk in die Sammlung gehört. Neulingen rate ich, dieses Buch erst einmal links liegen zu lassen und sich in chronologischer Reihenfolge den anderen zu widmen. Die machen deutlich mehr Spaß.