Eines muss man Patrick Brauckmann zu Gute halten: Mit seinem Sammelband zum Thema Web-Monitoring hat er den ersten Überblick zur Analyse und Auswertung von Social Media vorgelegt. Trotzdem ist man als interessierter Leser relativ zügig mit der Lektüre durch: Nach der inhaltlich präzisen und verständlichen Hinführung von Prof. Dr. Thomas Pleil und dem hervorragenden Beitrag von Alexander Plum (Ansätze, Methoden und Technologien des Web-Monitorings - ein systematischer Vergleich) kommt nicht mehr viel Erhellendes. Während Pleil sehr schön die Gesetzmäßigkeiten im Web 2.0 und die Notwendigkeit für ein Social Media Monitoring (Krisenprävention!) erläutert, gibt Plum einen umfassenden Überblick zum Status quo. Die restlichen 350 Seiten vertiefen Spezialthemen, die nicht jeden Leser gleichermaßen interessieren werden. Die Beiträge, die sich im weitesten Sinn mit Reputationsmanagement und Lobbying beschäftigen, beinhalten ebenfalls wenig Neues.
Ganz informativ sind einzelne Tabellen, nicht jedoch Screenshots von Systemen, die in Schwarz-Weiß und beschränkter Größe nicht sonderlich verständlich sind. Was mir bei Fachliteratur - auch bei diesem Werk - zunehmend auffällt, ist die Zunahme von Fehlern im Druck sowie ein mangelhaftes Lektorat, das Rechtschreibfehler nicht entdeckt. Das stört nicht nur den Lesefluss, sondern schadet auch dem Gesamteindruck.