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Web of Life. Die Kunst vernetzt zu leben [Gebundene Ausgabe]

Michael Gleich
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

März 2002
Jeder von uns agiert in zahllosen Netzen - und das ist gut für uns, wenn wir souverän mit ihnen umzugehen wissen. Wie lernen wir das? Die Empfehlung des Autors: von der Natur, dem "Netz des Lebens".

Immer enger werden weltumspannende Netze geknüpft: Internet und Verkehrssysteme, Stromleitungen und Pipelines, eine globalisierte Wirtschaft. Wir merken im Alltag, dass unser Leben stärker denn je mit dem Schicksal der anderen Menschen verbunden ist. In Sekundenschnelle erreicht unsere E-Mail einen Freund in Amerika oder Indien. Herrscht am Persischen Golf Krieg, erhöht sich unsere Tankrechnung. Bricht in Großbritannien eine Viehseuche aus, reagiert der örtliche Supermarkt. Alles ist mit allem vernetzt. Doch das weitaus variantenreichste "Web of Life" hat die Natur geschaffen. Sie erzeugt aus Chaos Ordnung, baut aus "dummen" Nervenzellen intelligente Gehirne, belebt den Planeten mit ungeheurem Artenreichtum. Und das alles selbstorganisierend, dynamisch, flexibel. Die Evolution hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die für unser eigenes "vernetztes Leben" eine Fülle von Anregungen bereit hält.


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455093582
  • ISBN-13: 978-3455093582
  • Größe und/oder Gewicht: 24,5 x 17,4 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 229.583 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Im Winter 1998 ereignete sich im kanadischen Osten ein folgenschwerer Vorfall. Eisstürme hatten dort binnen kürzester Zeit über 1.000 Hochspannungsmasten lahmgelegt. Die Folge: Einen ganzen Monat lang Stromausfall für mehr als fünf Millionen Menschen. Was war passiert? Zunächst fiel ein Generator aus, der dann zwei andere kurzschloss, welche wiederum andere ausknipsten. Am Schluss knickte das gesamte Stromnetz ein. Es war zu einer fatalen Kettenreaktion gekommen. Wie Dominosteine fiel die hierarchische Systemarchitektur zusammen. Ein wunderbares Beispiel, wie Netzwerke nicht funktionieren.
Genau mit selbigen aber hat sich der Wissenschaftspublizist Michael Gleich beschäftigt. Ein Jahr lang recherchiert und geschrieben, dabei viel Sorgfalt aufgewendet, die Facetten von Netzwerken in Natur, Wirtschaft und Gesellschaft auszuleuchten. Herausgekommen ist das derzeit beste Buch zum Thema. Prägnant und klar. Das beginnt bereits bei der Definition: "Ein Netz ist die Verbindung vieler Lebewesen zu einer neuen, funktionierenden Einheit. Lebewesen sind die Knoten eines Netzes. Es besitzt Eigenschaften, die auf der Ebene seiner Knoten noch nicht existieren. Diese neuen Qualitäten entstehen durch die Zahl und die Anordnung der Knoten und vor allem durch die Interaktionen zwischen ihnen."

Akteure arbeiten also zusammen, um einen größeren Effekt zu erzielen. Dabei sind sie lernfähig, können sich neuen Situationen anpassen und halten ein Gleichgewicht aufrecht. Wann immer ein Impuls von außen kommt, wird er an die richtige Stelle weitergeleitet. Was wiederum klappt, weil alle gleichzeitig mitdenken und kooperativ handeln. Kein Wunder, dass Netzwerke in der Folge auch schnell und angemessen antworten können. Und sie bringen ständig ein Mehr an Möglichkeiten hervor. Etwas, was die Knoten einzeln nicht geplant haben, also etwas, was über die Erwartung hinausreicht. Emergenz wird dieses Phänomen bezeichnet.

Das Herzstück des Buches bilden "die zehn Gesetze der Netze". Einfache Leitsätze, die mit vielen kleinen Reportageschnipseln untermalt werden. Zum Beispiel: Netze leben nichtlinear. Was nichts anderes heißt: Kleine Änderungen erzeugen bisweilen explosive Wirkungen. Man denke nur an die paar Kaninchen, die man in Australien aussetzte, weil einige Farmer gerne auf die Jagd gingen. Heute drohen sie den halben Kontinent abzunagen. Oft dümpelt ein Netzwerk auch jahrelang dahin, bevor es plötzlich zu brodeln beginnt. Malcolm Gladwell nennt dies den Tipping Point. Danach setzt der Run ein. Jeder will dabei sein. Man denke nur an die Entwicklung von Fax, Computer oder Handy.

Stück für Stück entfaltet Gleich eine Theorie der Netzlogik. "Netze erfinden Neues, ordnen Chaos, verzeihen Fehler, nutzen Symbiosen und vereinen Vielfalt." Wer sie verstehen will, bekommt die Chance, sich aktiv einzuklinken. "Jeder von uns kann zu einem aktiven Knoten werden, der Signale in alle Richtungen ausstrahlt. Sie können andere anstecken, sich aufschaukeln, Turbulenzen entfachen, gewaltige Lawinen auslösen." Weshalb auch an dieser Stelle der Begriff Macht ins Spiel kommt. Wenn Netzknoten zu machtvollen Zentren werden und andere in Hierarchie und Abhängigkeit halten wollen, verlassen sie die Netzlogik. Netzwerke mutieren zu Machtapparaten. Mit Hierarchien, Kontrollen und Befehlsempfängern.

Gleich schreibt natürlich intensiver über die Chancen als über die Risiken von Netzwerken. Klar, dass er erwähnt, wie @-Bomben via Internet Rechner in Atomkraftwerken oder in Militäreinrichtungen beeinflussen können. Klar, dass er erwähnt, wie verwundbar etwa die Flugsicherheit dadurch wird. Der bekannte Soziologe Manuel Castells rückt deshalb auch die Menschen, die dahinter stehen, in den Blickpunkt: "Wie Netzwerke arbeiten, hängt in letzter Konsequenz immer davon ab, welcher soziale Akteur sie in welcher Weise programmiert." Netzwerke sind deshalb als Strukturen zunächst wertneutral, "sie morden und sie küssen, je nach Wunsch". Einziger Makel des Buches: Der Frage, ob und wie man Netzwerke kontrollieren kann, ist der Autor nicht nachgegangen. Ebenso wenig der Frage, ob die Zerstörung einzelner Knoten zu größeren Netzwerkschäden führen kann. Wie wir es dramatisch am 11. September letzten Jahres vorgeführt bekamen.

Dennoch: Gleich ist ein Anhänger globaler Netzwerklogik. Und eben kein politischer Kommentator. Ihm geht es um die Konturen einer globalen Netzwerkgesellschaft. Seiner Meinung nach ermöglichen gerade Internet und weltweiter Wissensaustausch bessere soziale, wirtschaftliche und politische Standards. Es werde ein Universalismus gefördert, der die Bereitschaft wachsen lässt, "Probleme über Grenzen hinweg anzupacken. Die Völkergemeinschaft wird permanent herausgefordert, denn durch die zunehmende Verflechtung der Staaten und Regionen besitzt jede bedeutende Frage eine globale Dimension." Und zur Lösung derselben bilden sich temporäre Netze, "die einen Auftrag auf Zeit bekommen und sich auflösen, wenn die Arbeit getan ist". Die Vielzahl der kleinen Lösungen erzeugt schließlich die Gestaltung des Ganzen. "Globales Gehirn" nennen dies Forscher wie Peter Russell oder Howard Bloom. Eine Art kollektive Intelligenz. Unbestechlich.

(c) changeX - Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft -- Change X

Der Verlag über das Buch

Michael Gleich schildert, stets verpackt in spannende Geschichten, die neuen Spielräume, die Netzwerke bieten. Ob Normalbürger oder Unternehmer, Politiker oder Planer: Wer die "Gesetze der Netze" versteht, orientiert sich in Zeiten der Globalität leichter. Und trifft selbst in komplexen Situationen die richtige Entscheidung.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselndes Sachbuch, Gesamtkunstwerk 7. Juni 2002
Format:Gebundene Ausgabe
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Gleich zu Beginn entwickelt das Buch durch lebensnahe und spannende Beispiele seinen Sog. Ich habe selten ein Sachbuch in der Hand gehabt, das ich im Stück zu Ende gelesen habe, wie einen packenden Roman. Ohne eine einzige Seite zu überspringen.

Ich bin überzeugt vom Nutzen der Netze, die von Mensch zu Mensch gesponnen werden. Ich bringe den biologischen Netzten große Bewunderung entgegen. Das Netzwerk 'Internet' hat mir dagegen bisher eher latentes Unbehagen bereitet. (Obwohl ich zugeben muss, dass ich die Vorteile des Internet begeistert nutze.) Michael Gleich hat es in 'web of life' geschafft, meine Zuversicht in die Selbstregulationskräfte von natürlichen/biologischen Netzten auch auf das Internet auszudehnen, mit logisch nachvollziehbaren Netzwerk-Gesetzen für den Kopf und ansprechenden Beispielen fürs Gemüt.

Dass 'web of life' darüber hinaus noch ein geniales weltumspannendes Kunstprojekt ist, sprengt den trockenen 'Sachbuch-Rahmen' nochmals, gibt dem Projekt eine neue Dimension.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entdecken Sie die Netze! 23. Juni 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich leben wir ja alle in Netzen, nur haben wir das bisher kaum bemerkt und erst die heutige Generation beginnt, diese zu erkennen; demnach ist es auch eine Aufgabe aller anderen, bewusst in Netzen zu agieren und zu denken. Dies als kleine Inhaltsangabe...
Das Buch ist leicht zu lesen und die Aussagen überzeugend mit Argumenten gepflastert: Michael Gleich versteht es, komplexe Aussagen deutlich und verständlich zu formulieren.
Manchmal ist mir jedoch sein Optimismus ein wenig zu stark gesüsst: Hach, wir nehmen endlich das globale Dorf wahr, wir sind alle miteinander verbunden, geniesst die Netze, Leute! Ein Schuss Salz, bzw. ein wenig Kritik hätte dem ganzen gutgetan.
Ich gebe dem Buch trotzdem fünf Sterne, da ich die Idee der Netze sehr innovativ, gut recherchiert und dargestellt finde.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pointiert-humorvoll, nie langweilig, wegweisend 21. April 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Schon nach dem Lesen des Vorwortes hatte ich das Gefühl, ein ganz außerordentliches Buch in den Händen zu halten (nicht nur wegen des auf Wärme reagierenden Umschlages). Das Gefühl hat sich bis zum Ende in mir erhalten. Es ist wohl der überaus pointierte Schreibstil, der die oft verblüffenden Fakten in so köstlicher Weise luftig-leicht miteinander verknüpft, dass ich zeitweise laut lachen mußte. Schon mal was von einem Robo Sapiens gehört, von Kleptokraten, dem McDonal's-Index oder einer Krankheit, die "Kontrollitis" heißt? Das Buch scheint für einen Augenblick dem Zeitgeist voraus zu sein und macht das ungeheuere Potential von Netzen - ständig in einem Fließgleichgewicht zwischen Ordnung und Chaos - deutlich. Neben den 10 Netzgesetzen gibt's 33 Netztips, die für das Leben in und um Netze ungemein inspirierend wirken und für einen jeden wohl eine Bereicherung darstellen. Die Themanpalette reicht von Bakterien als erste Globalisierer, über Evolution und Koevolution, Symbiosen und dem möglichen Nutzen von Parasiten bis hin zu einer (keineswegs euphorischen) Vision des "Global Brains" und ihrer "Neuronen", den Bewohnern dieses Planeten.
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