Im letzten Jahrzehnt wurde wohl kaum eine andere harte Musikrichtung derart kommerziell ausgeschlachtet wie Screamo. Auf nahezu jedem Festival findet man inzwischen Bands unterschiedlichster Qualität und Prägung die diesem Stil anhängen und von denen leider viel zu viele gleich klingen und in vielen Fällen nur schlechte Kopien besserer Vorbilder darstellen. Löbliche Ausnahmen gibt es dennoch ' darunter die amerikanischen Screamo-Veteranen von »Emery«. Auf ihrem fünften Album »We Do What We Want« präsentieren sie sich nun härter, kreativer, verrückter und einfühlsamer als je zuvor. Zeugten schon die Vorgängeralben von großem Einfallsreichtum in Sachen Songwriting und Auswahl interessanter Liednamen, darf das vorliegende Werk zu recht zum bisher besten Material der Band gezählt werden.
Der Albumtitel ist allem Anschein nach Programm ' Emery mischen harte Doublebass-Parts mit zarten Akustikgitarrenmelodien, Balladen folgen auf wilde Hardcoresongs und astreine Popmuster werden immer wieder von intensiv geschrienen Refrains durchbrochen. Textlich und musikalisch ist das alles sauber vorgetragen und die Stimmen von Frontmann Toby und Screamer Josh, sowie einige wirklich einzigartige Melodien wissen zu berühren und laden zu einer Reise durch das Auf und Ab aller Gefühle ein. Hier präsentiert sich in jedem Fall eine reife und gut eingespielte Band, die es versteht die Musik für ihre Zwecke zu formen und jedem Titel Tiefe zu geben.
Anspieltipps sind schwierig auszuwählen, da jeder Song seine ganz eigene Faszination in sich birgt. Am besten hört man das gesamte Album von vorn nach hinten durch um eine Vorstellung der Bandbreite an musikalischem Ausdruck zu bekommen.