Das Debüt von Faith No More als Unausgereift oder Orientierungslos zu bezeichnen wäre wohl ein Fehler. Aber es war anders als das spätere Werk der Band keyboardlastiger und düsterer. Dabei waren FNM 1985 in der Besetzung seit 2 Jahren zusammen und hatten sich im Großraum San Fransisco schon eine beachtliche Fanbase erspielt. Faith. No Man, die Vorläuferband hatte jenseits einer selbst verlegten Single mit zwei Titeln keine Veröffentlichung und so traten FNM 1985 als weitestgehend unbekannte Band in Erscheinung.
Wütend grollten Gould und Co. auf dem Album ihre Songs runter. Einige harte Riffs, viel Keyboard und eine überraschende Vielfalt des Songaufbaus war damals schon zu erkennen. So verortete sich dieses Debüt irgendwo im New Wave/Post Punk zwischen Killing Joke und PIL, was keineswegs schlechte Referenzen sind.
Vermeindliche Disharmonien, besonders in Mosleys Gesang, versteckten das tatsächliche Hit- und Poppotential von Titeln wie Mark Bowen, as the Worm turns, der unterkühltem why do you bother und natürlich dem späterem Erfolgssong We care a lot.
Teilweise hat das Album noch seine Längen, besonders durch den noch unausgereiften Gesamtklang, Wallace mittelmäßige Produktion(Ich glaube das Ding wurde noch zu einem Großteil, wie auch die Faith. No Man. Single in der garage von Wallace Eltern produziert) und Mosleys kehligen und ungezielten Gesang der schon auf dem
Folgealbum weit gezielter wirkte.
Anders als auf allen späteren Veröffentlichungen steht der Bass noch nicht als mittragendes Element im Vordergrund. Die Titel werden mehr durch tiefe Keyboardpassagen und Bordins unverwechselbare Drums getragen. 7,5/10