Als Gesetzlose seine Familie brutal ermordeten, schwor der junge Dakeyras blutige Rache. Nach trostlosen zwanzig Jahren der Jagd fiel auch der Letzte der Mörder unter seiner grausam rächenden Hand und aus dem einstigen guten Mann war der berüchtigste Meuchelmörder seiner Zeit geworden. Als in seiner Heimat der junge König ermordet aufgefunden wird, überzieht ein vernichtender Feuersturm an Krieg, Tod und Leid das einst mächtige Reich der Drenai. Die einzige Hoffnung für das verheerte Land liegt in der verborgenen mythischen Bronzerüstung ihres legendärsten Herrschers, die als Symbol der Freiheit allein Aussicht auf Rettung bietet. Aber nur einer kann sie finden - der Mörder ihres Königs: Waylander der Schlächter.
David Gemmell hat vorliegend eine fantastische neue Welt samt seinem herausragendsten "Helden" überhaupt erschaffen. In Waylander dem gnadenlosen Mörder entflammt der letzte Funken des einstigen Dakeyras. Düsternis und Licht treffen in einem außergewöhnlichen Charakter aufeinander, der einen schier aussichtslosen inneren Kampf um sich und seine Seele kämpft. Um ihn herum verweben sich vielschichtige Handlungsfäden zu einer dramatischen Geschichte, die das Schicksal eines Mannes und seiner Welt bestimmen soll. Das Reich der Drenai ist Schauplatz von unerhörten Gräueltaten, es wird gestorben, geblutet,vergewaltigt und gelitten...und doch handeln sowohl die schlimmsten Übeltäter als auch die vermeintlichen Helden aus nachvollziehbaren Motiven, Emotionen und einer prägenden Biographie heraus. Ergreifend und erschütternd wird aufgezeigt, wie jeder Mensch zwar sein eigenes Schicksal schmieden kann, sich aber Zeit seines Lebens seinem dunklen Ich stellen muss - doch die Hoffnung auf Läuterung endet erst mit dem Tod. Waylanders Stunde soll kommen.
Bei aller Genialität hat das Buch gerade im Vergleich zu seinen brillanten Nachfolgern auch seine kleinen (verschwindend geringen)Schwächen. Es hätte gut und gern noch an die hundert Seiten vertragen können, um Waylanders Wandlung samt der gelegentlich etwas zu schnell fließenden Geschichte noch detaillierter auszustatten und weiter auszubauen. Persönlich hat mich das allerdings nicht gestört, da die Schwächen im Lichte dieser brillanten Geschichte kaum ins Gewicht fallen.
Fazit: Mag der "Held" auch dunkler sein als die Nacht, so ist sein Erwachen doch umso strahlender. David Gemmell schickt vorliegend seinen brillantesten Charakter in die Schlacht und läutet den Auftakt zu einem wahrhaft gigantischen Fantasy-Epos ein, das einen epischen Bogen über die Jahrhunderte und das Schicksal ganzer Völker spannen soll: die Drenai-Saga.