"Wave" gehört ohne jeden Zweifel zu den großen Klassikern in der Karriere des A.C. Jobim. Mehr noch: "Wave" ist definitiv eines der wichtigsten Alben in der Geschichte des Bossa Nova und des lateinamerikanischen Jazz. Die Kompositionen auf diesem Album sind überwiegend vorzüglich und gehören zu den besten, die A.C. Jobim in seiner Karriere hervorbrachte, keine Frage.
Teilweise kaum erträglich sind jedoch die Arrangements von Claus Ogerman, der die Songs von "Wave" ein ums andere mal audiophil in Honig taucht bis es süßlich trieft und klebrig klingt. Da denkt man sich auch schon mal: "Mönsch, da hätte ich ja gleich Vatter's olle James Last - Platte einschmeißen können".
Nichtsdestotrotz schafft es Ogerman nicht die wirklich guten Songs dieses Albums zunichte zu machen. "Mojave", "Antigua", "Triste", "Wave", das ist eben schon was ganz besonderes. Den Klassikerstatus beansprucht dieses Album also zurecht. Man sollte jedoch darauf hinweisen, dass es Besseres von A.C. Jobim gibt, z.B. das von mir immer wieder gern empfohlene "Stoneflower" - Album, welches mit ein paar Ecken und Kanten mehr ohne gesoftete Streicher auskommt, aber kompositorisch auf ähnlich hohem (wenn nicht höherem)Niveau rangiert.
Für Fans des "Wave" - Albums sei darauf hingewiesen, dass das A.C. Jobim - Album "Tide" thematisch und in gewissem Sinne auch musikalisch quasi das "Sequel" zu "Wave" darstellt. Das Antesten auch dieses Albums lohnt sich in dieser Hinsicht sicherlich.
Eine besondere Erwähnung verdient das phänomenale Albumcover von "Wave", die berühmte Giraffe. Ein Verdienst des Creed Taylor - Labels CTI, auf dem dieses Album ursprünglich erschien. CTI waren einfach die Meister des gepflegten LP-Cover-Designs und haben mit dem Cover von "Wave" sicherlich eines ihrer Meisterwerke geschaffen. Die grandiose Fortsetzung findet sich dann auf dem Album "Tide" mit der nicht minder berühmten düster-stimmungsvollen Fotografie der nur zu erahnenden Skyline von Rio.