Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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66 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Diese Weiterentwicklung ist beängstigend..., 7. Mai 2008
Irgendwie hatte ich ja schon fast Angst, die geilste Band unserer Zeit würde auseinander fallen, als nach Martin López auch noch Peter Lindgren nach 16 Jahren Bandzugehörigkeit Opeth verließ. Als ich das erfuhr, brach für mich - um es pathetisch auszudrücken - fast schon eine Welt zusammen.
Würden sich die Schweden mit dem Einstieg von Fredrik Akesson, der - so sagt auch Mikael Akerfeldt selbst - in der Vergangenheit zu sehr im Metal verwurzelt war - nur noch auf stumpfsinnigen Death Metal limitieren?
Gott sei Dank nicht, denn Mikael Akerfeldt wäre nicht Mikael Akerfeldt, wenn er uns nicht alle immer wieder aufs Neue überraschen würde.
"Watershed" jedenfalls ist eine erneute Weiterentwicklung; das Album hat so gut wie gar nichts mit "Ghost Reveries" zu tun, genauso wenig aber mit den Scheiben davor. Das Keyboard spielt eine noch größere Rolle als auf dem Vorgänger, trägt durchaus auch zu einigen psychedelischen Momenten bei, die aber dennoch eher eine untergeordnete Rolle im Gegensatz zu "Ghost Reveries" spielen.
Ob "Watershed" tatsächlich härter ist als "Ghost Reveries", ist schwer zu sagen; es ist in jedem Falle vollkommen anders. Unterm Strich gibt es nur drei Titel, bei denen Growls verwendet wurden, aber wenn man sich die Gewitter, die bei Stücken wie "Heir Apparent", "The Lotus Eater" oder Teilen von "Hessian Peel" abgehen, anhört, kann man der Band jedenfalls nicht vorwerfen, nicht weiterhin eine ganze Reihe von Passagen vorzuweisen, bei denen es voll auf die zwölf geht. Dass man hierbei technisch auf allerhöchstem Niveau bleibt, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden.
Es gibt unzählige tolle Einfälle - zum Beispiel Blastbeats (zum ersten Mal bei Opeth eingesetzt) mit klarem Gesang kombiniert (bei "The Lotus Eater") - und viele Details offenbaren sich wie meistens bei Opeth erst nach mehreren Durchläufen.
Mag sein, dass die Scheibe schwerer verdaulich ist als "Ghost Reveries", aber allein schon diese ganzen Soundwälle, die es erst einmal zu verarbeiten gilt, beeindrucken schon nach dem ersten Durchgang. Allein ein Wahnsinns-Epos wie "Hessian Peel": So viele Stilrichtungen vereint in einem einzigen Track - andere Bands brauchen dafür mehrere Alben. Bei diesem Stück verwirren die unzähligen vereinten Elemente möglicherweise zunächst etwas, aber wenn man die Struktur erst einmal begriffen hat, lässt es einen nicht mehr los.
Dem gegenüber stehen ruhige Nummern wie die Akustikballade "Coil", bei der die junge Nathalie Lorichs ihr Talent unter Beweis stellt (für Opeth ein äußerst ungewöhnlicher Opener), und das wundervolle "Burden", mit Mellotron unterlegt und herrlichen Solo-Gitarren. Am Ende des Stücks haben die Jungs außerdem noch einen kleinen Gag am Start, den ich selbstverständlich nicht verraten werde...
Auch das von Akesson mitkomponierte, teils recht doomige "Porcelain Heart" (ein erneut himmlischer Akustikpart in der Mitte) und das beklemmend-depressive "Hex Omega" überzeugen auf ganzer Linie.
Es gibt wieder einmal keinen Ausfall und wie gesagt eine klare Weiterentwicklung. Noch proggiger, noch sperriger ist "Watershed" bestimmt geworden, begeistert mich aber von A-Z. Mikael Akerfeldt ist einfach ein Genie und jedes der Bandmitglieder einer der besten Musiker seines Fachs: Per Wibergs Keyboardstimmen sind mit Sorgfalt und Bedacht ausgewählt, Martin Axenroth beweist, dass er ein mehr als würdiger Nachfolger von Martin López ist, die Arrangements sind unheimlich durchdacht und detailliert und auch die Produktion sehe ich als eindeutig stärker an als die von "Ghost Reveries". Ich kann mich nur mit Respekt verneigen!
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wie ist es nur möglich..., 1. Juni 2008
... daß eine Band wie Opeth es fertig bringt, mit fast jedem Album das vorher Erschienene zu toppen???
Watershed ist echt unglaublich gut. Und trotzdem ist es schwierig zu beschreiben.
Ich habe das Gefühl die Scheibe enthält sowohl mehr als auch weniger von allem! Wie ist das möglich???
Zum Einen sind die Death-Metal Passagen härter und besser als auf der letzten Scheibe, und trotzdem treten sie im Gesamteindruck zurück.
Das gleiche gilt für Akustik-Passagen: Viele viele wunderschöne Melodien, aber im Vergleich zu älteren Scheiben weniger "Rumgedudel" (obwohl dieser Ausdruck bei Opeth eigentlich gar nicht angebracht ist!)
Das Album erscheint sehr "streamlined", und besticht trotzdem durch seine Verschachtelungen. Ein Paradoxon? Vieleicht, aber mit sicherheit das Bestklingendste der letzten Jahre!
Mikael's Stimme wird von Album zu Album besser, der neue Drummer, Axe, von dem ich auf der Roundhouse Tapes noch gedacht hatte, er wäre technisch nicht so versiert, liefert hier ein Gewitter ab, das den Wegfall von Lopez (den ich eigentlich sehr mochte) weniger schmerzhaft macht. Der Typ hat's echt drauf!
Der neue Gitarrist fügt sich hervorragend ein in's Bandgefüge, die wenigen Male wo er richtig schnelle Soli spielt sind so taktvoll eingesetzt daß Shredding-Fans vor Verzückung begeistert sein werden, und Shredding-Hasser sie gar nicht recht bemerken werden! Genau die goldene Mitte hier.
Und Per Wiberg an den Keys war das Beste was der Band je passiert ist: Was er da für ein Hammond-Solo in "Burden" abliefert hat man seit Deep Purple nicht mehr gehört. (Naja, vieleicht noch in Blind Faith" von Dream Theater)
Auf dieser Scheibe gibt es jedenfalls keinen Song den man auch nur im Entferntesten als "Lückenfüller" oder "Schwachpunk" bezeichnen könnte!
Opeth ist (m.E.n.) der große Wurf gelungen. Eine perfekte Mischung aus hart/weich, Metal/Akustik, Growl/Clean und vor Gefühl und Perfektion nur so triefend.
Eigentlich kann ich hier schreiben was ich will, es wird der CD nicht gerecht. Unbedingt kaufen!
P.S: Ich wollte hier nicht auf die einzelnen Songs eingehen, das ist müßig; die CD als Gesamtwerk ist das was zählt! Und das ist perfekt!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Viel Genie und ganz viel Wahnsinn!, 2. Juni 2008
Wenn ich mal ganz ehrlich bin, habe ich nur Morningsrise und Dammnation gerne und oft mal komplett gehört, nicht zu vergessen die geniale DVD Lamentations, der Live-Performance der Alben Deliverance und Dammnation. Alle anderen Longplayer (bis auf Orchid) hatten deart charakteristische Hits, das die restlichen Titel oft etwas abfielen. So geriet das Hören von Blackwater Park und Ghost Reveries immer zu einer Warterei auf die Hits. Watershed ist das erste Album von Opeth, was mich sofort in den Bann gezogen hat und bis zur letzten Sekunde gefesselt hat. Nach einmaligem Hören waren mir Einzelheiten aufgestossen, wie zum Beispiel ein Keyboard Part, der mich verdammt an Emerson Lake and Palmer erinnerte oder ein Riff, das sich nur wenig vom Thema von "The Grand Conjuration" unterschied. Auch einige psychedelische Parts kamen mir bekannt vor, vor allem "Tales of Mystery and Imagination" von Alan Parsons, schien Pate gestanden zu haben. Zu guter letzt noch das "Morsegeräusch" im letzten Titel, was frappierend an Echo Beach von Martha & the Muffins erinnert. Der Gesang hat selbst für Opeth-Verhältnisse stellenweise einen starken folk-lastigen Touch und ich kann mich nicht erinnern jemals eine Frauenstimme auf einem Opeth Album gehört zu haben, wie zum Heulen schönen Opener "Coil". Nach einer Weile verblassen diese einzelnen Eindrücke und es ensteht das Bild einer gewaltigen und schlüssigen Gesamtkomposition. Insgesamt für mich, die mit Abstand beste CD, die ich mir in diesem Jahrtausend zugelegt habe. Das mit weitem Abstand beste Opeth Album ist es ausserdem. Die Limited Edition finde ich jetzt nicht den Kracher. Wenn man den stilisierten Briefumschlag öffnet fallen einem das Booklet und zwei billige Pappschuber mit der Albumversion und der DVD mit 5.1 Mix, Bonustracks und dem Video entgegen. Macht keinen sehr wertigen Eindruck! Die Bonustracks haben ordentliche Qualität, fallen aber gegen die Tracks, die es auf das Album geschafft haben, deutlich ab. Das Filmchen ist ganz nett, allerdings wird man sich das lockere Geplausche und fröhliche musizieren sicher nicht mehrmals anschauen.
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