Bevor der Mann in Black sein großes Alterswerk mit Rick Rubin in Angriff nahm, mühte er sich mehr schlecht als recht ab, in den 80ern seine Karriere in Schwung zu halten, speziell nach dem Labelwechsel zu Mercury. Dass er trotzdem immer noch in der Lage war gute Alben abzuliefern beweist ,Water From The Wells Of Home'.
Mit zahlreicher prominenter Unterstützung - die das Album aber gar nicht notwendig gehabt hätte - lieferte Cash ein - im nachhinein betrachtet - gut gealtertes Country-Album ab.
Freilich, die beiden ersten Lieder hier (mit den Everly Brothers bzw. Emmylou Harris) sind ganz im traditionellen Nashville country-pop Stil eingespielt und mögen ein wenig zu risikolos und brav erscheinen, aber Cash's Stimme rückt auch den Kommerz hier zurecht.
Spätestens aber mit ,The Last Of The Drifters' (im Duett mit Tom T. Hall) und dem J.J. Cale Klassiker ,Call Me The Breeze' (mit John Carter Cash) wird klar, dass er einen Ausverkauf nicht zuliess. Sehr schön auch die Duette mit Hank Williams Jr. und nochmals mit John Carter Cash auf dem Titeltrack. Ein wenig zu süsslich gerät die collab mit Paul McCartney auf ,New Moon Over Jamaica', doch insgesamt wurde das ein sehr kurzweiliges und abwechslungsreiches Album, für das sich Cash nicht zu schämen brauchte.
Was aber hier - genau wegen der zahlreichen prominenten Beteiligung - klar wird: sein Stern leuchtete am Hellsten wenn er alleine, verzweifelt und in sich gekehrt sang und nur spärlich begleitet wurde, was Rick Rubin dann einige Jahre später ja auch erkannte.
Dennoch 4 Sterne für ein - und gerade für die 80er Jahre - allemal sehr gelungenes Country-Pop Album.