Circle2Circle ist die neue Band von Savatage- Kultsänger Zak Stevens, der sich damit endlich im Metalgeschäft zurückmeldet. Und er ist immer noch eine der größten Metalstimmen überhaupt. Frisch wie immer singt Stevens in einer enormen Bandbreite zwischen Flüstern und Shouten, lyrischen Balladenparts und hartem Metal. "Watching in Silence" sind 45 Minuten, die sich oft mehr nach Savatage anhören, als Savatage selbst. Zusammen mit den Sava- Veteranen Chris Caffery und Jon Oliva hat Stevens auch den Großteil des Albums geschrieben und produziert. Für Savatage- Anhänger klingt die Scheibe kugelrund und perfekt -trotzdem bedeutet sie kein Abrutschen in die Vergangenheit. Vielmehr sollten Savatage heute so klingen, wie im "Side Project" (??) Circle2Circle vorgemacht.
Besonders der Titeltrack "Watching in Silence" erinnert an beste 'Edge of Thorns'- Tage von Savatage... erst Klavier, dann ruihger Gesang dazu, dann die Bridge, die mit stampfenden Bass/Guitar/Piano- Hits Energie aufbaut und eine runde Melodielinie im Refrain, dazu Ohrwurmcharakter höchster Klasse - druckvoll und mitreißend.
"The Circle" und "Lies" sind harte Metalsongs mit fiesen Riffs. "Lies" besticht durch Gesangseffekte - in der Strophe verzerrt und im Chorus als vielfacher Zak Stevens. "The Circle" bleibt durch seinen düsteren und harten Refrain in Erinnerung, der in eine geniale rhythimsche Verzögerung mündet.
Auch "Forgiven" könnte ein klasse Savatage- Song sein: startet als Ballade, und dann folgt doch ein kraftvoller Refrain mit super Backings, die am Schluß noch die Energie halten; gegen Ende wird der Songs sogar richtig ekstatisch.
"Into the Wind" startet erstmal ganz ruhig; doch die scheinbare Ballade explodiert dann in einen blitzschnellen Chorus, in dem Zak Stevens seinen Text parallel zu hackenden Riffs rauspreßt.
"Out of Reach" bringt vor allem die Vocals super zur Geltung. Erstmal gehts los mit düsteren Riffs, aufgelöst in mystische Clean Guitar, zunächst ruhiger und geheimnisvoller Gesangseinsatz; und plötzlich gibts einen Sprung nach oben in den Scream- Bereich und Stevens zeigt, daß er nicht nur in tiefen Tönen kraftvoll singen kann.
"Fields of Sorrow" endet sogar in einem kleien Kanon, in dem sich zwei Textstellen immer wieder im Vordergrund/ Hintergrund abwechseln. Mit diesem Ausklang des Albms dürfte dann auch der letzte klassische Savatage- Verehrer ehrfürchtig und dankbar vor den Lautsprecherboxen frohlocken.
Achtung: dr BESTE Song ist allerdings "Sea of White" - und hier finden sich auch wunderbare Elemente aus dem Bereich Progressive Metal. Die Strophe ist plain gehalten und geht dann über in einen Lauf, der an Dream Theaters "Glass Prison" erinnert. Der Refrain kommt in bester klassischer Queensryche- Manier daher: langsam Zeile für Zeile runtermoduliert und immer verspätet der Akkord hinterher. Man stellt sich eigentlich das Bild von Chris DeGarmo dazu vor, wie er seine Clean Guitar streichelt.....
"Watching in Silence" ist eine SUPER Neuerscheinung - keine Massenware, keine Durchschnittsware. Und auch kein Kramen in alten Kisten, sondern eine Wiederbelebung unglaublich guter Musik, mit neuen Elementen versehen. Circle2Circle sind ausgewogen, da voller Power, aber doch niemals overplayed, geniale Melodien, eine super Band, was will man mehr?!