Wieder gestaltet sich die Geschichte von "Yes", wie schon 1979, schwierig. Und wieder ist Frankreich der Ort des Nichtrealisierens. 1990 : Jon Anderson mietet in Südfrankreich ein Tonstudio, schreibt Songs, spielt Demos (unter Mithilfe der Roadies) ein und wartet auf Bruford, Wakeman und Howe, die nicht erscheinen, weil sie das zweite ABW&H-Album in London einspielen wollen (oder, nach anderen Quellen doch 1991 in Los Angeles ?) Aber : ist das nicht doch eindeutig Rick Wakeman an den Keyboards ? Ich würde ja mein Restvermögen (Euro 46,-) darauf wetten, das ja; aber : wenn ich "Sundancing" von Jon`s Album "In The City Of Angels" höre, klingt das auch exakt wie Wakeman, aber laut Booklet spielt die Keyboards da ein gewisser Larry Williams. Wer mit mir einer Meinung ist, das "Tormato" ein wunderbares Yes-Album und "Anderson, Bruford, Wakeman & Howe" von 1989 die letzte große Yes-Platte (und letzte wirklich hörenswerte) ist, sollte "Watching The Flags That Fly" unbedingt hören. Wie schon bei den Paris-Sessions von 1979 (The Golden Age") könnte man weinen über das entgangene Potential von wirklich, wirklich großen Songs; weder Yes noch Anderson haben seit 1991 ähnlich geniales veröffentlicht. "Hold You In My Arms", "Watching The Flags That Fly" und "Looking For The Words" als Anspieltips ! Zumindest zwei Songs fanden doch schon eher den Weg auf offizielle Tonträger : "Is It Love" erschien auf Jons letzter Platte
mit Vangelis (Page Of Life) (kommt hier aber in der Urfassung, länger und bedeutend leidenschaftlicher (Apropos : das MUSS Wakeman sein am Klavier !!!), und "Take The Water To The Mountain erschien dann doch auf "Union" 1991 (wir sehen nun, dass Steve Howe`s etwas überdominante Gitarre nicht immer ein Segen für die Songs ist). Das alles gab es übrigens (fast) schon lange inoffiziell unter dem Titel : ABW&H -We Make Believe, aber diese Reihenfolge und Edition von Jon macht durchaus Sinn. Die Klanqualität ist vergleichbar mit der von "Animation" (also verdammt schlecht für eine richtige CD; aber ziemlich gut für unveröffentlichte, halbproduzierte Demos). Auch diese CD ist ein Teil der sogenannten "Jonbox". Mein Fazit diesmal : Danke, Jon.