So sieht die Blutrunst von von heute aus. Ein Buch einer vielversprechenden jungen Autorin, die es sich zur Aufgabe macht, den klebrigen Schleier der lächelnden Paare auf den öffentlichen Plätzen zu lichten und auf zynische und gleichzeitig überraschend ästhetisierte Art und Weise ein neues Verständnis der Welt jenseits des Arbeitsplatzes zu vermitteln, dem man sich bei nachaltiger Lektüre dieser Kurzprosa kaum entziehen kann. Plötzlich steckt in jedem Passanten eines der narzistischen Lebewesen aus Paulina Schulz' Geschichten, sei es Irena oder Kitty Ogilvy. Irgendwo zwischen Siri Hustvedt, der Bitterkeit Virginia Woolfs und der bildhaften und doch auch kühlen Sprache von Gide bewegt sich Paulina Schulz mit leisen Sohlen. Ihr Debüt lässt auf weiere ernüchternde Kurzprosa und eventuell ein zweites "What I loved" hoffen.