Kurzbeschreibung
Dieser Disput zwischen Wasser und Wein stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auch Hans Sachs (1494-1576), der Nürnberger Meistersinger hat ein Kampfgespräch zwischen Wasser und Wein gedichtet. Der Streit zwischen Vernunft und Genussstreben endet zwar mit einem Punktsieg für die Vernunft, aber der Geschäftssinn des Wirtes führt die beiden dann doch zusammen, gewissermaßen zu einem Unentschieden. Tröstlich, tröstlich. Ähnlich gelagert ist ein Streitlied zwischen Sewsack und Stockvisch (Schwartenmagen und Stockfisch) gleichfalls aus dem 16. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen auch die Lieder über den Wettstreit zwischen Sommer und Winter und Buchsbaum und Felbinger (Weide). Zu den nachhaltigen Eindrücken eines Konzerts von Liederjan gehört die Erkenntnis, dass da vorn auf der Bühne drei Musiker munter gegen den Strich bürsten. In einer Welt, in der man Musik meist bestimmten Kategorien zuordnen kann, fällt Liederjan aus dem Rahmen. Sind die drei kreativen Nordlichter eigentlich Folksänger, Liedermacher, Entertainer oder gar Komödianten? Die Schubladen bleiben zu, denn die Antwort lautet: von allem etwas. Jörg Ermisch, Hanne Balzer und Michael Lempelius verrühren ungeniert die unterschiedlichsten musikalischen Zutaten und servieren überraschende Kreationen. Jeder dieser klingenden Cocktails ist stilistisch ein Unikat. Das hat nicht nur mit den Melodien und Texten zu tun, sondern auch mit ausgefeiltem, astreinem Satzgesang und der Vielfalt an Instrumenten. Denn, was die drei da vor ihren Auftritten aus dem Tourbus auf die Bühne schleppen, entspricht dem Inventar einer kleinen Musikalienhandlung. Zu Gitarre, Mandoline, Flöte und Akkordeon gesellen sich Saxophon, Posaune, Cello Bouzouki und Tuba, zuzüglich exotischer Geräte wie singende Säge und Teufelsgeige. Die ständig wechselnden ungewöhnlichen Kombinationen machen den Auftritt der Musikanten von der Waterkant auch zu einer heiteren Instrumentenkunde.