Auf so eine Platte musste man lange warten... Die Erben der einzigartigen Fünf Freunde präsentieren eine Platte voller brillianter Poptunes, die sich munter bei Motown,US-Punk, 80er-Indie-Britpop und Ska bedienen. Noch sensationeller als die beherzt und charmant vorgetragene Musik sind allerdings die Texte, die sich mit keinem deutschsprachigen Vorbild vergleichen lassen: Hamburgs Super-Group fand eine Sprache, die sich vom Hamburger Proseminars Diskurs-Fake genaus so fern hält wie von biederer Deutschrock-Authentizität. Schon das Vorgänger-Album "A bißerl was..." hatte vergleichbare Trümpfe zu bieten; dort allerdings verhinderte der Demo-Sound einen ungetrübten Hörgenuß. "Wasser marsch" ist professionell und souverän produziert, ohne den anarchischen, wilden, ungezügelten Reiz der Band zu verraten. Einziger Kritikpunkt: Diese Platte ist zu kurz, zumal die Instrumentaltracks ein wenig nach Füll-Material klingen. Dies ist genau die Art Platte, die jeder ehrliche Mann der Frau seiner Wahl vorspielen sollte. Neun von zehn werden nach wenigen Takten zu labern anfangen und Dinge äußern "Na ja, ganz witzig, aber... der singt so komisch". Die Zehnte allerdings, werter Geschlechtsgenosse, wird mit wässrigen Augen mit jedem Song ein wenig näher an Euch heranrutschen - und diese Zehnte solltet Ihr nicht gehen lassen.