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Waslala.
 
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Waslala. [Taschenbuch]

Gioconda Belli
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der amerikanische Journalist Raphael soll für seine Zeitung eine Reportage über die Herstellung der Droge Philin schreiben. Offiziell behauptet er, auf der Suche nach Waslala zu sein - einem geheimnisvollen Ort, den nur wenige Menschen je gesehen haben. Melisandra verliebt sich in Raphael, und gemeinsam machen sie sich auf eine gefährliche Reise an einen Ort, an dem Melisandra auch ihre verschollenen Eltern vermutet.

carpe.com

Faraguas, eine vergessene Welt am Amazonas -- von Machtkämpfen gebeutelt, von der zivilisierten Welt nur noch als Sauerstoffreserve und Müllabladestätte wahrgenommen. In einem Haus am Fluss lebt Melisandra mit ihrem Großvater, der einst dabei war, als das sagenumwobene Waslala gegründet wurde. Waslala -- ein Ort, den man nicht so einfach findet, ein Mythos von einer besseren Welt, ein Riss in der Zeit. Auch Melisandras Eltern hatten sich aufgemacht, dieses Land zu suchen, und waren nie zurückgekehrt nun will auch sie selbst sich diesen Lebenstraum erfüllen, auch wenn sie dazu ihren Großvater alleine lassen muss. Noch dazu wird sie nicht allein sein bei ihrer Suche -- Raphael, ein Journalist aus der Zivilisation, will einen Bericht über Waslala machen. Aber nicht nur das -- er ist auch auf der Suche nach Philin, einer neuen Wunderdroge, die in der Nähe von Waslala angepflanzt wird. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg -- und bleiben auf einmal bei Engracia, die den Müllhandel organisiert hat. Alles, was von der westlichen Welt weggeworfen wird, landet hier, wird auf weitere Verwendbarkeit geprüft. Und obwohl sie von den Escada-Brüdern, ihrern Gegenspielern, dafür nur Spott und Hohn ernten, versuchen sie, daraus ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das Prinzip der Escada-Brüder lautet: Teile und herrsche. Sie schüren die Bandenkriege, für die sie auch die passende Munition liefern. Sie bitten Melissandra und Raphael an, sie bei der Suche zu unterstützen -- eine Falle, wie Melissandra vermutet. Denn was kann für die Escada-Brüder schlimmer sein als die Gewißheit, dass die Utopie eines Staates, dessen Prinzipien auf Gleichheit und Gemeinschaft stützen, bestätigt zu sehen? Dass ihre Vermutung richtig ist, bestätigt sich, als sie gefangengenommen wird. Raphael, mit dem sie in den letzten Wochen ein inniges Liebesverhältnis aufgebaut hat, war gerade unterwegs -- um mit Phinin die Leiden Engracias und einiger Muchachos zu retten. Diese hatten die nötige Vorsicht beim Umgang mit angeliefertem Müll außer acht gelassen, hatten sich voll Freude über das phosphorizierende Leuchten mit radioktavem Pulver bemalt und somit ihr Todesurteil unterschrieben.

Eine erschreckende Vision, die hier gezeigt wird. Auf der einen Seite die überentwickelte westliche Welt, die gedruckte Bücher nur noch aus Erinnerungen kennt, die unzählige Möglichkeiten der Kommunikation kennt -- und andererseits die Menschen, die aus dem Müll dieser Welt leben. Wie es ja auch heute schon ist -- nur ein wenig dramatischer dargestellt. Doch es gibt diesen Traum einer Gesellschaft, in der Gewalt keine Heimat hat, ein Traum, der viele Menschen dazu bringt, weiterzumachen. Wer die Autorin bereits aus Die bewohnte Frau oder Die Tochter des Vulkans kennt, wird enttäuscht sein -- Waslala ist zwar nicht schlecht, schafft es aber nicht, den Leser wirklich zu fesseln. --Daniela Ecker

Über den Autor

Gioconda Belli wurde in Managua geboren. Sie studierte in Spanien und den USA. Ab 1970 beteiligte sie sich am Widerstand der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN gegen die Somoza-Diktatur ihres Landes. Sie lebt heute in Managua und Los Angeles/USA.

Auszug

Ein Jammer war es, daß sie den Fluß nicht würde mitnehmen können, wenn sie fortginge. Ihn um den Hals legen wie eine Stola aus Wasser. Wie es wohl sein würde, ein Leben ohne ihn? Ohne das behäbig-breite Einherfließen, das mächtige Rauschen, das sanfte Strömen? Der Fluß ließ die Jahreszeiten spürbar werden, das Verstreichen der Zeit. Er war ihre Erinnerung. Sie brauchte nur den Blick in sein Wasser zu tauchen, das das funkelnde Licht der Sonne einfing und in Quecksilber verwandelte, um die Geschichte all dessen wachzurufen, was sie umgab.

Sie ließ ihren Blick über den Ausschnitt des Stromes schweifen, der ihre Landschaft war. Das Wasser war noch ein wenig getrübt von der Regenzeit. In Höhe der Hacienda wurde der Fluß ziemlich breit. Kleine, dicht von Palmen, Sträuchern und Schilf bewachsene Inseln in der Strömung erweckten den Eindruck, als hätte die Natur eine Brücke über den Fluß gelegt, damit man in wenigen Sätzen von einem Ufer zum anderen gelangen konnte. Das undurchdringliche Dickicht aus üppigem Buschwerk, Stämmen und verschlungenen Luftwurzeln war zu dieser frühen Morgenstunde in eine weißliche, geheimnisvolle Luft gehüllt, die vom Himmel auf die Erde herabgekommen zu sein schien. Am gegenüberliegenden Ufer reckten die höchsten Bäume ihre Wipfel aus den allmählich aufreißenden Nebelschwaden. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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