Was verschiedene Leser von einem Buch über 12 Jahre Klosterleben erwarten, lässt sich vermutlich nur schwer auf einen Nenner bringen.
Wer bei Veronika Peters Roman erwartet, in ausufernde theologische Gedankengänge involviert zu werden oder detaillierte Auskunft über das Klosterleben in religiös-ritueller Hinsicht zu bekommen oder gar einen Abriss über das monastische Leben früher und heute gewinnen möchte, liegt mit diesem Buch sicherlich ganz falsch.
Vielmehr ist es die Geschichte einer jungen Frau, einer Aussteigerin, die einen tieferen Sinn in ihrem Leben sucht und sich auf ein Leben hinter Klostermauern einlässt. Es ist keine Geschichte, die belehren oder gar bekehren will, sondern es ist ein Bericht über das Leben mit Zweifeln und Fragen nach dem richtigen Lebensweg. Humorvoll geschrieben stellt (sich) Veronika Peters viele Fragen, die vermutlich jedem Leser in den Sinn kommen, wenn er an das Leben im Kloster denkt: es geht um Sexualität, das Leben am Rand der Gesellschaft, um die Verhältnisse unter den Schwestern im Kloster, um Alltägliches.
Wer also kein theologisches (Sach-)Buch über das Leben im Kloster sucht, sonderen eine wahre - niemals katholisch "verklärte" - Geschichte einer jungen Frau lesen möchte, die in jungen Jahren ein Experiment wagt, wird an diesem Buch gefallen finden und eine spannende Geschichte über 12 Jahre Klosterleben mit leichten und schweren Zeiten miterleben dürfen.