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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Das kommunistische Sozialexperiment,
Von
Rezension bezieht sich auf: Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre (Taschenbuch)
Veronika Peters, die Autorin und Protagonistin dieses autobiographischen Romans, entschließt sich ins Kloster zu gehen. So weit, so gut und an sich weder neu noch besonders interessant. Eigenartig an dieser Geschichte ist nicht so sehr der Eintritt in das Benediktinerinnen-Kloster, sondern mehr die Motivation, die sie dazu treibt, aber dazu später.Ausschlaggebend für den Eintritt ins Kloster war ein Erlebnis mit einer Nonne: Sie trifft auf diese und sieht in ihr eine Abgeklärtheit ohne übertriebener Abgehobenheit, die spirituellen Menschen oft innewohnt. Sie glaubt einen sehr weltlichen Bezug zu sehen, der sie fasziniert und veranlasst, zunächst ein paar Wochen auf Probe in das idyllisch gelegene Koster zu gehen. Letztlich entschließt sie sich, alles hinter sich zu lassen und es mit dem Klosterleben zu versuchen, ein Versuch, der schließlich scheitert, wie schon aus dem Klappentext zu entnehmen ist. Die Motivation für diesen Schritt ist eigenartigerweise nicht die Suche nach Spiritualität, nach religiöser Erfüllung oder nach Gott, sondern einfach nach einem Leben in einer Gemeinschaft, die ihrer Ansicht nach, nach ihren eigenen Regeln lebt - gewissermaßen als kommunistisches Sozialexperiment. Dieses Buch ist die Geschichte einer Frau, die sich selbst für viel intellektueller und damit besser hält, als den gemeinen Pöbel, der ihr immer wieder auf der Straße über den Weg läuft und der sie mit etwas belästigt, das sie als Volksfrömmelei abtut. Sich selbst sieht sie abgehoben, intellektuell entrückt, schließlich liest sie ja Rilke. Zu ihren Mitschwestern findet sie nie richtig Anschluss, sie versteht bis zum Schluss nicht warum. Sie möchte zu einer Gemeinschaft gehören, die aber andere Motive für das Zusammensein hat, als sie. Bemerkungen über die Suche nach Gott, findet sie befremdend. Das Kruzifix in ihrem Zimmer hängt sie schon am ersten Abend im Koster ab - sie meint, sie finde, Bilder von Leichen machen ihr Angst. Eigenartigerweise ist sie, die sich selbst für so intellektuell hält, vollkommen lernresistent. Nicht einmal als ihre beste Freundin, Schwester Paula, auf eine Art und Weise stirbt, die ihr zu denken geben sollte, beginnt sie ihre Haltung in Frage zu stellen. Sie quittiert es mit: "...tot, ist tot...ist tot". Bis zum Schluss sucht sie die kommunistische Essenz in ihrem Dasein und in dem der Mitschwestern, aber als ihr die Äbtissin die Leitung des Klosterladens überträgt, eine Tätigkeit, die sie mit dem verhassten Kapitalismus verbindet, beginnt sie zu verstehen, dass ein Kloster wohl doch keine Kommune im Sinne ihrer Ideologie ist. Sie verliebt sich schließlich und verlässt das Kloster. Das eigentlich tragische an der Geschichte ist, dass die Protagonistin vor allem deshalb nichts lernt, weil sie sich für so intellektuell und damit den anderen überlegen fühlt. Sie hält es nicht für möglich, dass sie diejenige sein könnte, die etwas ganz grundlegend nicht verstanden hat. Und so schließt sie mit den Worten, sie würde sich mit Abschieden nie lange aufhalten, sie würde einfach weitergehen. Ironischerweise weist sie darauf hin, dass es in anderen Kulturen üblich sei, einige Zeit im Kloster zu verbringen, um etwas zu LERNEN - ironisch deshalb, weil gerade sie in zwölf Jahren eben nichts gelernt hat, abgesehen von der Tatsache, dass ein Kloster eben keine Kommune im Sinne eines Karl Marx oder einer Rosa Luxemburg ist, eine Erkenntnis, zu der ein weniger intellektueller Mensch in weniger als einer Minute gefunden hätte. Sie hatte alle Chancen, gute Lehrerinnen und Menschen, die ihre Weisheit mit ihr teilen wollten, aber sie lehnt alles ab, weil sie sich ihnen überlegen fühlt. Und so endet dieses belanglose Buch über eine belanglose Frau mit einem belanglosen Finale. Ein Buch, in der bei der Protagonistin nicht die geringste Entwicklung zu erkennen ist, ein Buch, das man schnell wieder vergisst. Ein Stern als schlechteste Bewertung, und ein Extrastern für den (mäßigen) Unterhaltungswert, den dieses Buch zweifellos hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Vieles im Unklaren gelassen,
Von Herbstkind (Regensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre (Taschenbuch)
Veronika Peters geht mit gerade einmal 21 Jahren ins Kloster. Eine mutige Entscheidung, über deren wahren Beweggrund sie sich im Buch allerdings ausschweigt. Auch sonst geht sie nicht wirklich in die Tiefe, schreibt akkurat was wann im Klosteralltag getan wird, aber nicht, wie sie sich dabei fühlt, wie es ihr geht, wie sie zu Gott steht. Nur bruchstückhaft wird klar: Die junge Frau hat Zweifel, das Klosterleben ist ein Experiment, sie sucht nach Etwas im Leben. Einzelne Mitschwestern werden nur vage beschrieben, warum Frau Peters Sympathien und Antipathien gegenüber manchen entwickelt, lässt sie ebenfalls im Unklaren.Wer sich für den Alltag im Kloster interessiert und den genauen Ablauf wissen möchte, der hat hier das richtige Buch gefunden. Wer sich eine spannende, mitfühlende Biographie einer jungen Nonne und deren Beweggründe für ein asketisches, spirituelles Leben erwartet, der liegt hiermit leider falsch. Ich habe Letzteres erwartet und war dementsprechend etwas gelangweilt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaubliches Buch,
Rezension bezieht sich auf: Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre (Taschenbuch)
Man weiß wenig über den Hintergrund eines jungen Mädchens, das aus der Hausbesetzerszene stammt und sich zum Klosterleben entschließt. Was man erfährt, ist dennoch genug um zu verstehen, was sie suchte und warum sie dieses Leben wählte. Jeden einzelnen Schritt habe ich nachvollziehen können.Darüber hinaus erfährt man viel übers Klosterleben. Am besten gefiel mir, wieviel Individualismus dort Platz hat und wieviel Menschliches und Allzumenschliches. Besonders beeindruckt hat mich Veronika Peters' Schreibstil: Schmucklos, cool, und doch ging es von Anfang an in die Tiefe. Mich hat das Buch nicht losgelassen, ich habs in einem Zug durchgelesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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