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Jetzt packt der beste Manager der Welt aus. Er erzählt aus seinem Leben -- direkt, ungeschminkt und fast kumpelhaft distanzlos. Herausgekommen ist eine weitschweifende, mitunter sehr unterhaltsame Mischung aus privaten Anekdoten, lebendigen Erzählungen aus der Chefetage eines Weltkonzerns sowie grundlegenden Managementweisheiten. Das Buch ist angelegt wie ein Hollywoodfilm. Die frühen Jahre, der unaufhaltsame Aufstieg, die Höhen und Tiefen an den Hebeln der Macht und der Einstieg in die neue Ära globalen Wirtschaftens. Fast ist man geneigt zu vermuten, das Drehbuch für einen abendfüllenden Spielfilm sei schon mitgeschrieben worden.
Die Lektüre des Buches ist eigentlich wie eine Achterbahnfahrt. Einmal saust man in die Abgründe bizarrer Klischees und Selbstbeweihräucherung, ein andermal wird man hochgezogen in wunderbare kleine Episoden und hemdsärmelige Situationsanalyse. Es gibt Passagen, da wendet man sich mit Grausen, aber auch Erzählungen, in die man förmlich hineingesaugt wird. Beispiele gibt es auf beiden Seiten zuhauf. Die irische Übermutter, die "einen falschen Fuffziger auf eine Meile Entfernung riechen konnte", und die ihm alle Grundsätze des Managements beibrachte: "Stelle Dich dem Wettbewerb. Stelle dich der Wirklichkeit. Motiviere die Menschen durch Zuckerbrot und Peitsche. Stecke dir anspruchsvolle Ziele. Lasse die Leute nie aus den Augen, damit sie ihre Aufgaben auch tatsächlich erfüllen." Andererseits aber etwa auch die Details und Hintergründe des Honeymoon-Deals, der größten Industriefusion aller Zeiten -- authentisch und meisterhaft erzählt, als würde der alte Jack vor dem prasselnden Kamin aus dem Nähkästchen plaudern.
443 Seiten lang durchschreiten wir an der Hand eines Industriefürsten das amerikanische Jahrhundert und erleben ein kleines Stück amerikanischer Industriegeschichte hautnah mit. Nicht mehr und nicht weniger. Denn so einzigartig ist Jack Welch schon deshalb nicht, weil die Arbeitswelt von morgen keine Führungskraft mehr fördern würde, die sich über 40 Jahre lang bei ein und demselben Arbeitgeber verdingt hat. --Peter Felixberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Zur Beurteilung hat er z.B. die "Vitalitäts"-Kurve eingeführt: die Manager wurde eingeteilt in: best 20%, vitale Mitte 70% und worst 10% (funktioniert nur in Unternehmen mit Leistungskultur). Die A-Player sind jene, die die 4E's besitzen: Energie, Energetisieren der Mitarbeiter, Entschlossenheit und Ergebnisse liefern. Die 4 E's werden durch ein L zusammengehalten: Leidenschaft.
Interessant auch seine Vorstellung seiner Spezialeinsätze, wo er einfach sich selbst in Teile des Unternehmens ganz einbringt bzw. "einmischt", um etwas zu verbessern: "Ich denke, dass ich nicht nur aufgrund meiner Position aktzeptiert wurde, sondern weil die die Leute spührten, dass ich helfen wollte.
Besonders wertvoll empfand ich das letzte und 24. Kapitel "Was es bedeutet, ein Unternehmen zu leiten". Hier gibt er seine Idden weiter, die für ihn erfolgreich waren. Allen voran die Integrität, aber auch seine Sicht zu gesunden Unternehmen und dass nur diese einen positiven Wert zur Gesellschaft beitragen.
Warum nur 4 Sterne? Viele der Geschichten sind ein wenig langatmig. Das Buch ist eine Autobiographie, insofern kann man nicht wirklich einen Managementratgeber erwarten. Welch hat weitere Bücher herausgebracht, wie z.B. "Winning", die eher einen Sachbuchcharakter haben. "Was zählt" ist eine Mischung aus erzählter Geschichte und ein bischen Wissen.
Um eine Antwort auf die Frage "Was zählt?" zu geben, würde ich Welch so deuten: Integrität als höchsten Wert und die Menschen sind das wirkliche Kapital eines Unternehmens.
„Was zählt" erzählt die Lebensgeschichte des US-Amerikaners, aus finanziell bescheidenen Verhältnissen, der sich mit viel Fleiß zu einem der erfolgreichsten Manager der Welt hochgearbeitet hat. Mehr als ein Drittel des Buches widmet sich Anekdoten aus Welchs Privatleben. Der Rest beschreibt den Umbau von General Electric, den Welch so radikal durchführte, daß man ihn „Neutronen-Jack" nannte. Wo Jack wütete blieben die Sachwerte stehen, die Menschen waren verschwunden. Bitte nicht nachmachen, Deutschland!
"Bei einem Eishockeyspiel musste ich als Kind eine siebte Niederlage in Folge einstecken. In meiner Enttäuschung schleuderte ich den Schläger auf das Eis. Als ich in die Umkleidekabine kam flog plötzlich die Tür auf und meine Mutter stürmte herein. Alle Augen waren auf die irische Frau mittleren Alters gerichtet, die sich in einem geblümten Kleid ihren Weg zwischen nackten Jugendlichen hindurchbahnte, auf mich losging und mich am Trickot packte. "Du Holzkopf", brüllte sie. "Wenn du nicht verlieren kannst, wirst du nie gewinnen lernen! Dann solltest du garnicht erst spielen!" Kein anderer Mench hat derart grossen Einfluss auf mich genommen wie Grace Welch. Sie lehrte mich den Wert des Wettbewerbs, und sie brachte mir bei, Siege zu geniessen und Niederlagen mit Anstand hinzunehmen."
Während unserer schulischen und universitären Ausbildung lernen wir ebenfalls mit diesen Siegen und Niederlagen umzugehen. Oftmals ist es völlig egal, was Sie studiert haben, wenn Ihnen nur zwischendurch mal so richtig etwas abverlangt wurde, das Sie nicht wunschgemäss erreicht haben, aber am Ende doch bestanden haben. Diplome von Universitäten, die jeden Studenten die Prüfungen bestehen lassen, taugen weniger als die, bei denen die "Durchfallquote" hoch ist. Das Bemühen um das Bestehen in solchem Leistungsumfeld stärkt Selbstvertrauen. Vielleicht überrascht es so manchen, aber je höher die Latte lag, je mühsamer es war sie zu überspringen, desto mehr stieg das Selbstvertrauen, wenn man es geschafft hat. Naturgemäss haben deshalb erfolgreiche Firmen hohe Leistungsansprüche an ihre Mitarbeiter. Vermutlich ist es sogar umgekehrt, weil die Leistungsansprüche hoch sind, zieht man vermehrt Mitarbeiter mit hohem Selbstvertrauen an und diese machen dann aus dem Unternehmen ein erfolgreiches. Im Laufe der jahre ist es nur schwer zu erkennen was zuerst kam, das gute Unternehmen oder die Menschen mit Selbstvertrauen. Dass Unternehmensgründer ein höheres Selbstvertrauen besitzen als andere erklärt sich wohl von alleine.
Jack Welch hat noch mehr Beispiele vom Einfluss seiner Mutter:
"Alle meine Grundsätze für das Management wurden von ihr geprägt. Stelle dich dem Wettbewerb. Stelle dich der Wirklichkeit. Motiviere die Menschen durch Zuckerbrot und Peitsche. Stecke dir anspruchsvolle Ziele. Lasse die Leute nie aus den Augen, damit sie ihre Aufgaben auch tatsächlich erfüllen. Die Lektionen, die sie mir einschärfte, habe ich nie vergessen. Sie bestand stets darauf, sich den Tatsachen zu stellen. Eine ihrer Lieblingsaussagen lautete: Mach dir nichts vor, die Dinge sind, wie sie sind."
Dies alles könnte Lust zum Weiterlesen, zum Nachdenken und zum Wiederholungslesen machen.
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