Hildegard Ressel schreibt als Diplompsychologin einen grundlegenden Lebensratgeber, der kaum einen Lebensbereich auslässt: Im ersten Teil geht es um Geld und Arbeit, dann geht es um gute Vorsätze und überzogene Selbstansprüche, in den letzten Teilen geht es um Partnerschaft und Erziehung. Immer wieder steht dahinter die grundsätzliche Frage: Was brauche ich? Mit welchen Ansprüchen mache ich mir das Leben unnötig schwer? Doch Hildegard Ressel singt nicht ein generelles Loblied der Bescheidenheit: Ein bisschen Luxus darf sein - aber bitte an der richtigen Stelle, d.h. dort, wo es mich wirklich befriedigt und zu meinem Leben passt.
Das Buch führt unweigerlich ins Nachdenken. Mich hat z.B. die simple Frage angesprochen, wie viel Stunden ich für den Luxus arbeiten muss, den ich mir immer wieder gönnen will. Ist es mir der Aufwand wert, dafür so viel zu leisten? Durch die Breite der Themen wird vermutlich jedeR seinen je eigenen Punkt finden, wo sich das Leben auszumisten lohnt. Andererseits erschöpft sich in der Kürze des Buches Vieles auch in Plattitüden: Zu Geld kommt man, indem man spart. Geld lieber in die Altersvorsorge investieren. Und auf 16 Seiten werden die Grundlagen der Kindererziehung dargelegt. Und das alles in einem relativ nüchternen Schreibstil. Positiv strahlen dazwischen längere Fallbeispiele heraus. Schade finde ich aber an dem Buch vor allem Eines: Auf dem Weg, Ballast abzuwerfen, wird man m.E. relativ alleine gelassen. Es gibt zwar immer wieder Hinweise auf Rituale, immer wieder Ermutigungen, einfach Neues auszuprobieren. Hier aber fehlt mir die Konkretion. Darin liegen letztlich Stärke und Schwäche des Buches: Es rührt auf zarte und vorsichtige Weise an.