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Produktinformation
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Schließlich hat die Lehrerin nie einen Hehl aus ihrer ablehnenden Haltung gegen das ihrer Meinung nach auf Mittelmaß und Selektion angelegte, gängige Leistungsnachweissystem auf den Grundschulen gemacht, das mit dem dreigliedrigen Schulsystem korreliert und durch überdurchschnittliche Leistungsniveaus in Klassen wie denen von Czerny in ihrer Funktionslogik beeinträchtigt wird. Mit anderen Worten: ohne Schulversager keine Hauptschulen mehr, und ohne Mittelmaß leere Realschulen und zu viele Gymnasiasten. Zur Zivilcourage gehört auch, dass man zu seinen Überzeugungen steht, selbst wenn es einem zum Nachteil gereicht. Auch dafür gibt Sabine Czerny ein leuchtendes Beispiel ab. Weil sie sich nicht damit abfinden will, Was wir unseren Kindern in der Schule antun, hat sie sich vom ministerialen Warnschuss nicht entmutigen lassen und ist nun an die Öffentlichkeit gegangen. Sie prangert an, was ihre Kollegen nur hinter vorgehaltender Hand kritisieren, und spricht dem gesamten System die Nachhaltigkeit und Ganzheitlichkeit ab.
Unterstellung von Unterschleif derart, sie habe ihren Schülern gute Noten geschenkt, weist sie dabei glaubhaft von sich. Der Unterschied zwischen guten und schlechten Schülern besteht ihr zufolge vor allem in der Geschwindigkeit des Lernens und Begreifens. „Allen Kindern werden zur gleichen Zeit die gleichen Inhalte aufgezwängt. Das macht es uns Lehrern unmöglich, individuell auf einzelne Schüler einzugehen.“ Nicht genug, dass das System bereits in frühesten Jahren auf Gewinner und Verlierer konditioniere, es lege den Grundstein für so manche Verweigerer-Karriere. – Arnold Abstreiter
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
56 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spitzenleistungen von allen? Das geht,
Von Oliver Völckers (Berlin, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Was wir unseren Kindern in der Schule antun: ...und wie wir das ändern können (Gebundene Ausgabe)
Die Grundschullehrerin Sabine Czerny ist bundesweit dadurch bekannt geworden, dass sie Ärger wegen guter Noten bekam. Ihre Schüler hatten allesamt hervorragend gelernt und sollten jetzt die verdienten Einsen und Zweien bekommen. Doch die Schulbürokratie wollte Sabine Czerny zwingen, das Standardschema von "guten" und "schlechten" Schülern anzuwenden. Das war der Auslöser für dieses Buch, in dem die Autorin das deutsche Schulsystem analysiert, von ihren eigenen Erfahrungen berichtet und Vorschläge zur Verbesserung macht. Die drei Teile des Buchs heißen "Lernen für die Selektion", "Wie ich lehre" und "Was wir ändern müssen".Als Kernpunkt der Misere sieht sie die Leistungsbeurteilung. Die übliche Notenskala ist, so merkwürdig das zunächst klingen mag, leistungsfeindlich. Wenn sich alle Schüler gemeinsam anstrengen, werden die Maßstäbe automatisch angehoben und viele Schüler bekommen trotzdem schlechte Noten. Wenn alle schlechte Leistungen bringen, kriegen einige trotzdem gute Noten und das Problem wird verdeckt. Außerdem ist ein Klima der Konkurrenz und der Angst dem Lernen nicht förderlich. Besonders Kinder mit geringen Entwicklungsrückständen werden zu Verlierern gemacht, obwohl sie durchaus sehr leistungsfähig sein können. Aber wenn sie besonders jung sind, ihre Eltern nicht helfen oder sie zuhause eine andere Sprache sprechen, dann ergibt sich dieser Rückstand fast zwangsläufig. Diese Kindern gelten dann als dumm und kriegen regelmäßig Frustrationen, was zusätzlich demotiviert. Ebenso paradox ist, dass engagierte Eltern einen Vorteil von schlechten Lehrern haben. Kann das wirklich sein? Doch: Je schlechter der Unterricht, desto mehr hängt eine gute Note vom Elternhaus ab. Engagierte Eltern, die die Defizite der Schule selbst oder mit Nachhilfe ausgleichen, profitieren so mit besseren Noten ihrer Kinder. Wenn Schüler sich gegenseitig helfen, ist das zwar zum Lernen wunderbar. Notenmäßig lohnt sich das jedoch nicht, weil die Noten ein relatives Maß sind. Ein krankes System, u.a. auch erläutert in Ich hab eine Eins! Und Du?: Von der Notenlüge zur Praxis einer besseren Lernkultur. Nebenbei bemerkt, wenn Zehntklässler im Durchschnitt mehr Stunden Fernsehen als Schulstunden erlebt haben und bis zum 18. Lebensjahr ca 40.000 mal das Gesicht eines sterbenden Menschen gesehen haben (Seite 27), dann stimmt etwas nicht. Sabine Czerny hat modernste Erkenntnisse der Lernpsychologie und Didaktik ausgewertet. Sie bezieht sich auf Manfred Spitzer, Gerald Rüther, Reinhard Kahl, Martin Korte, Waldorf-, Sudbury- und Montessori-Schulen u.v.m, ohne sich jedoch auf einen bestimmten Trend festzulegen. Im Buch sind die wissenschaftlichen Aussagen in speziellen Kurzkapiteln verständlich erklärt und mit Literaturverweisen belegt. Im Abschnitt "Wie ich lehre" erklärt die Lehrerin ihre Erfolgsrezepte: Heterogene Gruppen, nicht alle gleichzeitig dasselbe lernen lassen, jeder kriegt Zeit, möglichst wenig Bewertungen, transparente Lernziele. Kein Lernen nur für Tests, kein Halbwissen, sondern gründlicher und systematischer Wissenserwerb. Es ist erstaunlich, wieviel Energie konventioneller Unterricht für Tests vergeudet. Üblicherweise werden schlechte Lernergebnisse einfach akzeptiert und die Dummheit und Faulheit der Schüler wird dafür verantwortlich gemacht. Sabine Czerny findet sich damit nicht ab, alle sollen ordentlich lernen. Und es klappt auch bei ihr, doch dafür kriegt sie Ärger. Doch die Autorin beschränkt sich nicht darauf, das bestehende System und ihre eigenen Erfahrungen zu schildern. Das allein wäre schon ein tolles Buch. Es gelingt ihr tatsächlich, konstruktive Verbesserungsvorschläge zu machen, die quer zu den üblichen ideologischen Linien verlaufen. Sie schlägt vor zu überprüfen, ob eine bestimmte, klar definierte Leistung erbracht wird, egal wann. So wie beim Schwimmer-Seepferdchen-Abzeichen. Der Zeitpunkt kann individuell verschieden sein. Das dreigliedrige Schulsystem ist überholt - wir brauchen Schulen, in den alle gemeinsam lernen können und dennoch jeder unterschiedlich sein darf. Dies ist das beste Buch, das ich seit Jahren gelesen habe. Wer Kinder hat oder mit Schulen zu tun hat, sollte unbedingt "Was wir unseren Kindern in der Schule antun" lesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Chance vertan,
Rezension bezieht sich auf: Was wir unseren Kindern in der Schule antun: ...und wie wir das ändern können (Gebundene Ausgabe)
Frau Czerny, Grundschullehrerin in Bayern, berichtet in diesem Buch über ihre Erfahrungen im bayerischen Schulsystem und in bayerischen Schulen. Zentrale These des Buches ist, dass weder Schüler, Eltern noch Lehrer Schuld an der aktuellen Schulmisere haben, sondern ausschließlich das Schulsystem. Weitere Hauptthesen des Buches sind die Schädlichkeit der Benotung von Leistungen der Schüler und die damit verbundene Selektion im bayerischen (oder auch deutschen) Schulsystem sowie die Gleichverteilung und Erlernbarkeit von Intelligenz bei Kindern.In dem Buch wird auf 372 Seiten herausgearbeitet, was im bayerischen (und damit durchaus auch im deutschen) Schulsystem schief läuft. Es werden anhand von Einzelbeispielen Mängel aufgezeigt, Rückschlüsse für das gesamte Bildungssystem gezogen und Alternativen aufgezeigt. Ergänzt wird das Buch um einige Informationskapitel, unter anderem zu ADHS und Medienkonsum. Positiv an dem Buch hervorzuheben sind die zum Teil plastischen Schilderungen, die Untersetzung der herausgearbeiteten Meinungen durch Beispiele und zusätzliche Informationen. Negativ sind die zahlreichen Widersprüche und die sehr sparsam gehaltenen Lösungsmöglichkeiten, die oftmals im Allgemeinen verlaufen und fast nie so konkret sind, wie die Negativbeispiele. Nachteilig ist auch die mantraartige Wiederholung, dass die Benotung von Schülerleistungen kontraproduktiv ist. Frau Czerny kann aufgrund ihrer Erfahrungen zahlreiche Einzelbeispiele nennen, die die Verbesserungsbedürftigkeit des Schulsystems aufzeigen. Nachvollziehbar sind vor allem die Benachteiligung von Schülern durch die vorgegebene Verteilung der Noten. Durch den unbedingten Willen ein dreigliedriges Schulsystem erhalten zu wollen, muss es gute, mittlere und schlechte Schüler geben, unabhängig von der tatsächlichen Verteilung der Leistungsfähigkeit der Schüler. Jedoch sind in dem Buch zahlreiche Widersprüche enthalten. So beklagt Frau Czerny, dass der Beruf der Grundschullehrerin ohne Hilfe der eigenen Familie zeitlich nicht schaffbar sei. Jedoch besucht sie als Grundschullehrerin zahlreiche Fortbildungen bis hin zur Quantenphysik. Andererseits beklagt sie, dass ihr eine Nebentätigkeit neben ihrem eigentlich nicht mehr schaffbaren Beruf ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr genehmigt wurde. Sie spricht sich grundsätzlich gegen die Benotung von Leistungen aus - unabhängig davon, ob dies durch eine Note oder in anderer Form geschehen soll, dies bis zum Ende der Pubertät. Andererseits will sie objektive Leistungen dann doch testen und bewerten. Einerseits werden durch das Schulsystem alle Schüler überfordert, andererseits ist der Unterricht für die Schüler langweilig. Einerseits ist das Schulsystem allein Schuld daran, wenn Schüler ihr Potenzial nicht ausschöpfen können, andererseits werden andere negative Einflussfaktoren, wie Medienkonsum der Kinder, Alkohol- und Drogenkonsum der Mutter während der Schwangerschaft, Entwicklungsfaktoren für das Gehirn im Mutterleib und im frühkindlichen Alter geschildert. Das Schulsystem ist auch Schuld, wenn Eltern ihr Kind als dumm und unfähig beschimpfen und dieses dadurch verunsichert wird. Weiterhin wird dargestellt, dass die Proben (so die Bezeichnung in Bayern, auch bekannt unter Test oder Leistungskontrolle) zwischen allen Lehrern abgesprochen und aus juristischer Sicht abgesichert sein müssen, dann wird wieder geschildert, wie die Benotungskriterien im Nachhinein geändert werden. Sie schildert auch, dass die Kinder überfordert werden und erklärt Grundschulkindern das (veraltete) Bohrsche Atommodell. Gleichzeitig findet sie es nicht schlimm, wenn Kinder die Grundrechenarten auch ein Jahr später lernen als andere Kinder. Leider vermag Frau Czerny nicht aufzuzeigen, wie ein alternatives Schulsystem aussehen könnte. Aus dem Buch habe ich Folgendes mitgenommen: Keine Benotungen von Leistungen bis zum Ende der Pubertät (außer eventuell doch hinsichtlich der objektiv bewertbaren?, Was bildet dann die Grundlage für eine Auswahl durch Universitäten und Arbeitgeber?), keine Selektion (wie zum Beispiel leistungsstarke Schüler von einer Gemeinschaftsschule profitieren sollen, wird lediglich mit dem Aspekt der Freiarbeit untersetzt; diese kann aber in jeder Schulform umgesetzt werden), mehr Zeit für die Schüler (die Grundrechenarten soll ein Kind auch ein Jahr später als die anderen lernen können; was ist eigentlich mit dem anderen Lernstoff in Mathematik, soll die Integralrechnung dann auch drei Jahre später gelernt werden können?), eine bessere Lehrer-Schüler-Relation, die auch Einzelbetreuung der Schüler ermöglicht (woher kommen die Lehrer, wer soll das finanzieren?). Wie jedoch der Unterricht über die gesamte Schulzeit gegliedert werden soll, erfährt man nicht. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Schüler nach Ansicht von Frau Czerny durchaus auch viel länger in der Schule bleiben könnnen, bis auch der letzte Schüler alles gelernt hat. Ganz nebenbei wird noch erklärt, dass Kinder mit einer Behinderung eine Bereicherung darstellen und deshalb alle in die Regelschulen gehören. Wie dies funktionieren soll, wird nicht erläutert. Das Buch hätte Potenzial gehabt, das Bildungssystem zu erklären und Wegweiser für Änderungen zu sein. Dies wurde nicht genutzt und eine Chance damit vertan. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
43 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Niemand ist dumm!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Was wir unseren Kindern in der Schule antun: ...und wie wir das ändern können (Gebundene Ausgabe)
Leben heißt lernen. Und soll Spaß machen. Aber sowohl bei mir daheim alsauch bei Freunden sieht man öfters mal, dass sich die Kids scheuen, in die Schule zu gehen. Bei manchen denkt man schon: die sind einfach faul oder halt nicht so intelligent wie andere.Die Lehrerin Sabine Czerny denkt da anders: es liegt am Schulsystem! Die Kinder sind einem Leistungsdruck ausgesetzt, der sich nicht um Bedürfnisse und Fähigkeiten der einzelnen schert. Es geht gar nicht mehr darum, was ein Kind kann, sondern nur noch um Noten. Die Eltern sorgen sich, dass ihre Kinder nicht aufs Gymnasium oder die Realschule kommen und als Hauptschüler keine Chancen in der Berufswelt haben und dann auch gesellschaftlich unten durch sind. Das kann einem das Lernen schon vermiesen. Aber das ist nicht nötig! Die richtige Motivation und Betreuung bringt jedes Kind dazu, Freude am Unterricht zu haben und was aus seinen Fähigkeiten zu machen, ohne dauernd mit riesiger Angst auf Prüfungen etc. zuzugehen. Darüber sollten sich die Schulbehörden mal Gedanken machen!! Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle sein, die über die Zukunft unserer Kinder bestimmen! Ich werde dieses Buch auf den nächsten Elternabend mitnehmen (mein Sohn ist in der 2. Klasse), habe schon ein paar Müttern und der Klassenlehrerin davon erzählt, und auch letztere ist eine engagierte Frau, die definitiv keinen Spaß daran hat, Fünfer und Sechser auszuteilen. Es muss etwas getan werden, aber das geht nur, wenn Eltern und Lehrer gemeinsam nach Lösungen suchen! Macht euch da mal Gedanken drüber, Leute! Euren Kindern zuliebe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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