Die Kunst des Autors liegt darin, ein komplexes Thema sehr gut verständlich darzustellen ohne dabei zu ausufernd oder sogar verwirrend für den Leser/die Leserin zu sein.
Vor allem für den "Traum-Neuling" ist wichtig, sich in die Thematik einarbeiten zu können, ohne direkt ein Buch mit mehreren hundert Seiten lesen zu müssen. Da verliert man schon die Lust an dem Thema, obwohl das Interesse für Träume und deren mögliche Bedeutung anfangs sehr gross ist. Erfahrungen in meinem Bekanntenkreis bestätigen dies. So unterscheidet sich dieses Buch wohltuend von vielen Traumbüchern durch die Kürze und eignet sich somit wunderbar für Einsteiger in das Thema Traumarbeit.
Natürlich richtet sich das Buch aber nicht nur an diese, sondern genauso an Menschen, die sich schon länger und ausführlicher mit der Traumarbeit beschäftigen. Die übersichtliche Gliederung erleichtert ein schnelles Auffinden der einzelnen Betrachtungsweisen der Träume und die gut gewählten Beispiele aus der Praxis des Autors verdeutlichen noch einmal die verschiedenen Methoden der möglichen Herangehensweisen. Dazu kommen Erklärungen der archetypischen Ausdrucksformen im Traum aus jungianischer Sicht.
Ganz besonders gut gelungen finde ich die Anwendung der 'Zwölf Fragen an den Traum" bei dem vielschichtigen Traumbeispiel vom Vater Timpetu. Es wird klar, wie viel man aus einem Traum herausholen kann, wenn idealerweise alle Fragen gestellt und auch noch beantwortet werden. Die 'Zusammenschau der Ergebnisse' ist etwas, was ich selbst häufig bei meiner Arbeit mit Träumen noch schwierig finde, das aber hier für mich sehr einleuchtend dargestellt ist.
Das Kapitel 8 zu den Individuations- und spirituellen Träumen finde ich persönlich ebenfalls sehr wichtig; es regt zu noch tieferer Beschäftigung mit Träumen an.
Ich kann dieses Buch unbedingt weiterempfehlen.