Das Buch gibt 12 Predigten Schweitzers über ethische Probleme aus seiner Zeit als Vikar zu St. Nicolai in Straßburg wieder. Ganz im Stile einer gewöhnlichen Sonntagspredigt beginnt jedes Kapitel mit einem Bibelzitat, darauf folgen die Auslegung und die Ansichten des Autors. Insgesamt spricht sich Schweitzer sehr stark für mehr Ehrfurcht vor dem Leben von Pflanzen, Tieren und Menschen aus. Damit besteht das Buch großteils aus Topoi, die keiner weiteren Kritik zugänglich sind, es aber meiner Ansicht nach auch kaum wert sind, in Buchform veröffentlicht zu werden. Eigenartig ist nur die Philosophie über das Schützen des Pflanzenlebens und das Verdammen von Blumensträußen. Der Schutz des menschlichen Lebens wird hingegen nur ganz kurz abgehandelt, kontroverse und heute immer noch aktuelle Aspekte wie die Todesstrafe kommen nicht zur Sprache. Im weiteren schreibt der Autor über moralisches Handeln, den Besitz, das Helfen, die Höflichkeit und die Dankbarkeit. Dabei hält er sich ganz an die Bibel, lockert den Text nur hin und wieder mit eigenen Erlebnissen auf. Zugutehalten kann man ihm dabei die flüssige Sprache und die gute Lesbarkeit des Textes. Insgesamt handelt es sich bei dem Buch um eine reine Ansammlung von Sonntagspredigten, wie sie auch heute in jeder Kirche zu hören sein könnten. Ich persönlich hätte mir von dem berühmten Urwalddoktor schon etwas mehr erwartet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)