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am 11. September 2011
Gerald Hüthers Vorwort hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Er fasst in ihm das zusammen, was in der Folge im Buch detailierter ausgeführt wird und gerade diese Quintessenz ist es, die irgendetwas in mir zu schwingen brachte. Sätze wie "Die zwei größten Wunder unseres Daseins sind die Entdeckerfreude und die Gestaltungslust"oder "Wonach wir suchen sollten ist nicht das Geheimnis des Erfolges sondern das Geheimnis des Gelingens" lassen einen nur zustimmend nicken.
In der Folge beschreibt der Autor dann aus dem Gesichtspunkt der Gehirnforschung vermischt mit Erkenntnissen der Soziologie was eigentlich gemeint ist, wenn wir "Wir" sagen und was in der Folge natürlich mit dem "Ich" gemeint ist. Woher wissen wir, wo "ich" aufhört?
Der nächste große Punkt behandelt dann das Thema "Was wir sind" gefolgt von "Wie sind wir so geworden, wie wir sind" bis hin zu "Was haben wir uns alles eingeredet", "Was haben wir aus uns gemacht" und schließlich das Grande Finale mit "Was könnte aus uns werden".
Wer sich konkrete Ratschläge für seine persönliche Veränderung erhofft, wird enttäuscht sein, denn hier ist man wahrlich gefordert aufgrund des Gelesenen in sich selbst hineinzuhören und sich zu fragen: "Und wie ist das bei dir?" Wer den Blick ins sein Innerstes nicht scheut, wird mitunter mit einer Erkenntnis belohnt werden, wer nur "belehrt" werden will, der mag mit dem Buch keine rechte Freude haben. Hier ist Denkarbeit gefragt!
Was mich an dem Buch am Ende ein wenig gestört hat, war der Umstand, dass ich mich alleingelassen fühlte. Ja, der Autor hat niemals versprochen den Leser zu führen oder gar zu "retten", und doch wünscht man sich am Ende nochmal eine Hand, die einen leitet. Sei's drum.
Das Buch an sich ist - gerade wegen seiner permanenten Aufforderung ein wenig in sich selbst hineinzuhören - eine Ausnahmeerscheinung in diesem Themenbereich. Wer der Aufforderung zu folgen vermag, wird seine Freude an der Lektüre haben.

Ein paar Sätze aus dem Buch:

"Es geht nicht darum, VON etwas, sonder FÜR etwas frei zu werden. D.h. aus dieser Freiheit heraus Verantwortug zu übernehmen."

"Kein Mensch existiert für sich allein. Und jeder Mensch ist auf untrennbare Weise mit einem anderen Menschen verbunden. Deshalb lässt sich die Frage, wie frei wir sind gar nicht beantworten, wenn wir unbeantwortet lassen, wie verbunden wir sind. Es gibt keine Freiheit ohne Verbundenheit."

"Das, was ein Schmetterling ist, geht zwangsläufig verloren, wenn man ihn aufgespießt hat."

"Nicht das viele Wissen, nicht die auswendig gelernten Lehrsätze, sondern die Vorstellungen, die inneren Überzeugungen, die Welt- und Menschenbilder, mit denen wir herumlaufen, bestimmen unser Denken und Handeln."
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Mit "Was wir sind und was wir sein könnten" legt Gerald Hüther ein wegweisendes programmatisches HUMANISTISCHES MANIFEST vor, das zwar mit neuro-biologischen Erkenntnissen unterlegt ist, aber nicht den Anspruch hat, ein "wissenschaftliches Buch" im engeren Sinne zu sein. Und das ist auch gut so, denn Hüther geht es hier darum, in allgemeinverständlicher Sprache und unterhaltsam geschrieben, einem breiten Publikum seine engagierte Zukunftsvision einer menschen- und schöpfungsfreundlichen "Potentialentfaltungsgesellschaft" vorzustellen.
Angesichts zum Teil deprimierender gesellschaftlicher Verhältnisse und sich zuspitzender persönlicher aber auch globaler Konfliktlagen, erweist sich sein Buch - wie es der Untertitel verspricht - in der Tat als ein "neuro-biologischer Muntermacher".

Sein visionärer Überschwang macht Mut, weil er nicht naiv daher kommt, sondern sich auf solide Erkenntnisse der Hirnforschung beruft, die er freilich in eigener Weise so interpretiert, dass das von ihm favorisierte Gesellschaftsmodell einer harmonischen, auf gegenseitiger Wertschätzung und Unterstützung beruhender Potenzialentfaltungsgesellschaft eindrucksvoll gestützt wird. Skeptische Leser werden sich aber fragen, was der Grund dafür ist, dass Hüthers einleuchtende Erkenntnisse es so schwer haben, auch nur ansatzweise alltägliche Wirklichkeit zu werden,

Erklärungen liefern könnte hier nur eine Analyse der widersprüchlichen gesellschaftlichen Interessen- und Konfliktlagen, die die Umsetzung seiner Vision behindern. Aber Hüther konzentriert sich aus gutem Grund auf eine positive Zielstellung. So geht es ihm vor allem darum zu zeigen, was möglich wäre, wenn wir das Potenzial, das in unserer kulturellen Entwicklung liegt, besser nutzen würden.
Seine Analyse ist überzeugend und gibt insbesondere für den Bereich von Bildung und Erziehung wichtige Hinweise.So räumt er mit überholten Mythen einer Zwangs- und Abrichtungspädagogik auf, die noch immer die Hirne zu vieler Bildungspolitiker und Erzieher, aber auch den Alltag zu vieler Schulen bestimmt.

Was wir sind und was wir werden hängt ihmzufolge ganz im Gegenteil davon ab, das wir darin unterstützt werden, zu entdecken, was uns liegt und was für uns persönlich bedeutsam ist. Und hier sind hilfreiche Beziehungen entscheidend. Die optimale Entfaltung unseres Potenzials ist nur möglich, wenn wir untersuchen, in welcher sozialen und kulturellen Umgebung wir aufwachsen, welche Anregungen wir erhalten, und welche Möglichkeiten wir haben, unser Gehirn in welcher Weise zu benutzen. Hüthers positive Botschaft lautet: Wir alle kommen mit einem Überschuss an Möglichkeiten auf die Welt. Doch ob wir diesen Überschuss auch nutzen können, hängt von einer Reihe von überwiegend kulturellen und sozialen Bedingungen ab, die er in engagierter Weise beschreibt. So liefert er überzeugenden Argumente für eine "Positive Pädagogik" , die auf Lernlust und Lernglück als elementare und wirksame Antriebskräfte setzt Positive Pädagogik: Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglück
Nicht Druck, Anpassung, Zwang oder gar Beschämung führen zu demnach zu Spitzenleistungen, sondern die Förderung von Selbstbestimmung, Kompetenzerleben und sozialem Eingebundensein - eine Einsicht, die auch die Selbstbestimmungstheorie von Decy und Ryan bestätigt hat. Der Bedeutung selbstbestimmten, spielerischen Entdeckens und Lernens räumt Hüther einen zentralen Stellenwert ein und zeigt wie wichtig freie, nicht verschulte Anregungsräume sind.

Aus Hüthers Sicht, die ich teile, folgen weite Teile unseres Wirtschafts- und Bildungssystems gleichermaßen, dem überholten Modell einer Eselspädagogik, die davon ausgeht, dass Menschen nur lernen, wenn sie durch äußerliche Dinge belohnt oder unter Druck gesetzt werden. Diese Druck- und Anpassungspädagogik führt zu einer zu starken Aussensteuerung und schneidet uns von unseren inneren Bedürfnissen ab. Diese Spaltung sieht Hüther als eine Ursache für die Zunahme von Überlastungserscheinungen von Depression bzw. Burnout.

Nicht außengesteuerter Optimierungsdruck, auf Vernichtung oder Übervorteilung abzielende Konkurrenz führen zu Lernfreude und Spitzenleistung, sondern die Einsicht in die Tatsache, dass wir aufeinander angewiesen sind und uns gerade durch unsere Unterschiedlichkeit gegenseitig bereichern können. Wertschätzende Beziehungen, das Erkennen und Fördern individueller Begabungen, eine inklusive Pädagogik, der Aufbau lustvoller und unterstützenden Lehr-/Lern- und Organisationskulturen sind aus Hüthers Sicht Schlüssel für das Gelingen. Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass wir uns vom Mehrdesselbenprinzip der tradierten Ressourcenausnutzungsgesellschaft verabschieden, entdecken, was wirklich wichtig ist und eine Gesellschaft aufbauen, in der die Potenziale jedes Einzelnen gefördert werden, um das gemeinsame Überleben zu sichern.

Fazit: Wie wir unser Potenzial besser entfalten können: Engagierte Einführung in Erkenntnisse der Neurobiologie.

Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
11 Kommentar56 von 59 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wenn ein Neurobiologe ein radikales Umdenken erfordert, finde ich das zwar verständlich, aber merkwürdig. Denn wer sich sogar beruflich mit dem Gehirn beschäftigt, sollte doch wissen, wie stabil neuronale Netze sind und dass Leidensdruck mehr bewirkt als gutes Zureden. Doch laut Klappentext zeigt uns Gerald Hüther ganz konkret, wie es uns gelingen wird, aus dem, was wir sind, zu dem zu werden, was wir sein können. Deshalb wohl der Untertitel "Ein neurologischer Muntermacher". In der Einleitung werden dann allerdings kleinere Brötchen gebacken, schreibt doch Hüther: "Das Besondere an diesem Geheimnis des Gelingens besteht darin, dass man es nicht beschreiben oder erklären kann. Es muss sich, so altmodisch es klingt, offenbaren." Der Leser wird sich also zu Recht fragen, wie solche Formulierungen mit Neurobiologie zu vereinbaren sind.

Kurz nach dem wunderbaren Satz von Konrad Lorenz "Der Übergang vom Affen zum Menschen, das sind wir", stellt Gerald Hüther ein erstaunliches Warnschild auf. Denn auf ihm steht: Falls Sie bis eben noch gehofft hatten, in diesem Buch Hinweise zu finden, wie Sie die Erkenntnisse der Neurobiologie nutzen können, um Ihr Leben, Ihre Beziehungen zu anderen Menschen, die Erziehung Ihrer Kinder oder Ihre berufliche Entwicklung in die Zukunft erfolgreicher zu gestalten als bisher, dann schlagen Sie es jetzt lieber wieder zu." Das habe ich nicht gemacht. Zumal es mich wirklich interessierte, was der bekannte Neurobiologe zur Veränderbarkeit des Menschen meint.

Im ersten Kapitel spricht denn Hüther auch gleich vom Aufbruch in ein neues Zeitalter und hofft, dass es nicht mehr lange dauern werde, bis die Menschen "wir" statt "ich" sagen. Und danach versucht er die Vorbehalte der Soziobiologen zu entkräften, was ihm meiner Meinung nach nicht gelingt. Schon gar nicht mit empirisch geprüften Argumenten. Gefallen haben mir die folgenden Ausführungen zu den Unterschieden zwischen Mensch und Tier. Denn dass die Gensequenzen unserer nächsten tierischen Verwandten zu 99.5 Prozent mit den unsrigen identisch sind, sagt tatsächlich wenig aus. Auch wenn diese Zahl gerne auf Power Point Präsentationen geklatscht werden.

Das menschliche Gehirn ist etwas Besonderes, weil wir besondere Erfahrungen machen, besondere Bedürfnisse haben und in besonderen Gemeinschaften leben. Und gerne stimme ich auch den Begründungen Hüthers zu, warum wir so geworden sind, wie wir sind. Auch dass wir unsere eigene Wirklichkeit konstruieren und in Bewertungen unsere Erfahrungen einfließen lassen, passt in mein eigenes Denkgebäude. Wesentliche Differenzen tauchen erst bei der Frage auf, wie sich menschliche Verhaltensmuster nachhaltig verändert lassen. Denn da setzt Gerald Hüther vor allem auf Einsicht und Vernunft, obwohl er die Ratio zuvor in ihre Schranken wies. Wäre Brücken bauen und Vertrauen stiften so einfach, wie es sich Gerald Hüther wünscht, sähe unsere Welt ganz anders aus. Aber genau an dieser Stelle hinterlässt der Autor eine große Sinn- und Erklärungslücke.

Wie lösen wir uns aus den Erfahrungsräumen unserer Vorfahren? Wie können wir die "Musterbrecher" bei ihrer wertvollen Arbeit unterstützen? "Damit ein Mensch in die Lage versetzt wird und den Mut findet, seine im Laufe des Lebens angeeigneten, sowohl individuell als auch kollektiv erfolgsgebahnten Idee und Vorstellungen loszulassen, müsste er die Gelegenheit geboten bekommen, etwas wiederzufinden, was er verloren hat: seine Fähigkeit, die Welt wieder mit den Augen des Kindes zu betrachten, das er ja selbst einmal war ' so offen und vorurteilsfrei und so neugierig, wie das noch immer als frühe Erfahrung n den damals herausgeformten und inzwischen nach untern abgesackten und von anderen Erfahrungen überlagerten Schichten seines Gehirns verankert - und deshalb auch jederzeit wieder reaktivierbar - ist."

Ich zitiere ich diese Passage, weil sie auf den Schwachpunkt von Gerald Hüthers Ansatz hinweist. Auch wenn das erwachsene Gehirn über eine gewisse Plastizität verfügt, kann es die Welt nicht mehr mit den Augen eines Kindes betrachten. Und "vorurteilsfrei" dürfte im Wortschatz eines Neurobiologen eigentlich gar nicht vorkommen, gehört doch die Bildung von Vorurteilen zu den wesentlichen Anforderungen an ein neuronales Datenverarbeitungssystems.

Ja, ich stimme Gerald Hüther zu, dass wir mutiger, zuversichtlicher, gelassener, kreativer, gesünder, zufriedener, freier, verbundener, bewusster und umsichtiger sein könnten. Aber kaum durch Verweise auf Albert Schweitzer, Albert Einstein und wie sie alle heißen. Ja, Potentialentfaltung im individuellen Lebenslauf ist möglich, aber nicht nur durch die Einsicht, dass dies etwas Schönes wäre. Und selbstverständlich könnten wir unter Arbeit, Erziehung, Bildung und Erwachsensein etwas anderes verstehen als heute. Aber Verständnis allein bewirkt herzlich wenig.

Mein Fazit: Extrahiert man aus diesem Buch die Stellen, in denen Gerald Hüther von der Funktionsweise des menschlichen Gehirns spricht, unterscheidet sich sein Inhalt nur in einzelnen Gewichtungen von der etwas allzu pauschal bezeichneten Ratgeberliteratur. Aber von einem neurobiologischen Muntermacher darf der Leser erwarten, dass er auf ganz konkrete Tipps stößt, wie sich unpassende neuronale Muster auflösen und durch passendere ersetzen lassen. Gerald Hüther fordert den Wechsel von einer Gesellschaft der Potentialnutzung zu einer Gesellschaft der Potentialentfaltung und Weiterentwicklung, mit mehr Raum und Zeit für das Wesentliche. Aber bei der Beantwortung der Frage, wie dies gelingen soll, lässt er seine Leser allein.
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am 28. Mai 2011
Die Lebensgrundätze, mit denen Gerald Hüther in seinem jüngsten Buch unsere Gehirne füttert, könnten sympathischer gar nicht sein: Liebe, Gemeinschaftssinn, Authentizität, Spiritualität und Inspiration, damit aus uns vielleicht noch einmal etwas Anderes wird, als wir gegenwärtig sind. Mit viel Überzeugungskraft und eben auch Authentizität stellt uns der Neurowissenschaftler seine Vision vor Augen. Und dennoch: Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Ich fürchte, dass die von uns selbst geschaffenen strukturellen Erstarrungen in der Gesellschaft schon so verfestigt sind, dass es kaum ein "Zurück" gibt. Greift man den neben dem Gesundheitswesen am meisten politisierten und Herrn Hüther besonders am Herzen liegenden Bildungsbereich heraus, so stellt man folgendes fest: Natürlich brauchen wir "besondere Pädagogen", die "liebevoll, zugewandt, ohne Vorurteile und Erwartungen" (wirklich? bei dem letztgenannten Punkt bin ich mir nicht so ganz sicher) agieren, die "ohne Druck und Angst,...einladend, ermutigend und inspirierend" auf die Kinder und Jugendlichen mit dem Ziel einwirken, "Vertrauen in die Sinnhaftigkeit der Welt" zu entwickeln. Leider werden Pädagogen, die sich für Selbstwirksamkeit und Souveränität einsetzen, in den auf Opportunismus und Anpassung ausgerichteten und über Jahrzehnte gewachsenen Institutionen eher ausgebremst denn unterstützt. Es reicht eben nicht aus, wenn sich irgendwo im World Wide Web oder in der "Kneipe um die Ecke" Communities bilden, die für Gemeinsinn und Potentialentfaltung statt Ressourcenausnutzung eintreten. Deshalb erscheint der von Hüther gepriesene "Ausstieg" am Ende des Buches wie ein Berg, von dem ich nicht wüsste, wie er erklommen werden sollte. Den wunden Punkt spricht er selbst an, wenn er schreibt, dass "Lehrer, die ständig verunsichert werden, die schlechtesten Voraussetzungen dafür bieten, dass dieses Vertrauen wachsen kann." (S. 125) Eben! Der ganz im Sinne der Verwaltungs- und Technokratiephilosophie getäuschten Öffentlichkeit (als könnten Bildungsstandards und Qualitätsprogramme den Weg des Menschen zu sich selbst ebnen) müsste stärker ins Bewußtsein gebracht werden, dass letztendlich alles daran hängt, mit welchem Menschenbild wir in Zukunft leben und an uns arbeiten wollen. Leider funktioniert die Welt so, wie Herr Hüther selbst in seiner Bestandsaufnahme konstatiert: "(In dieser Gesellschaft) muss man Dressurmethoden einsetzen, Konkurrenz schüren, Fachidioten ausbilden, Abhängigkeiten erzeugen und klare Hierarchien und Karriereleitern aufbauen. Da muss man ständig neue Maßnahmen, Regeln und Kontrollverfahren einsetzen und möglichst viel Druck erzeugen, damit man den Wettkampf gewinnt." (S. 126). Lieber Herr Hüther, Sie haben mit Ihrem Buch einen wunderbaren Aufruf zur Autopoiesis gestartet, aber ich weiß nicht, ob wir das Ruder noch einmal herumreißen können.
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am 22. Juni 2011
Prof. Gerald Hüther befasst sich schwerpunktmässig mit den Gehirnen der Kinder und Jugendlichen. Es ist ihm gelungen die Veränderungen die wir an den heutigen Kindern und Jugendlichen feststellen als positive Chance darzulegen. Damit hebt er sich weit heraus über Mainsteam-Betrachtungen, die meist vor Negativismus triefen. Es kommt nicht darauf an unsere Kinder psychologistisch vor allen Unbillen dieser Welt zu behüten, im Gegenteil. Er macht uns Mut an die Jugend zu glauben, gibt Hoffnung und Zuversicht. Und er gibt auch jede Menge Mut an uns selbst zu glauben! In diesem Sinne werden die Versprechungen des Titels also voll erfüllt!

Der zweite Verdienst des Buchs besteht darin einen Zusammenhang mit den weltweiten Zusammenbrüchen zu ziehen. Es versteht das Denken im Reflex auf die materielle Wirklichkeit. Zu Beginn des 21. Jahrhundert zeigen sich eruptive Umbrüche. Davon bleiben die Gehirne der Menschen nicht unberührt.

5 Sterne trotz auch vorhandener Schwächen. Der Autor ist bisweilen ambivalent, was die gesellschaftlichen Umstände angeht. Als ob es nur Chancen aber keinen Weg gäbe, die Umstände zu erobern, die unseren Gehirne gesundheitlich zuträglicher wären. Aus der puren Hoffnung heraus wird sich die Welt nicht automatisch ändern. Wer mit einem wissenschaftlichen Anspruch gesellschaftliche Visionen kernenlernen will, die dies ermöglichen, sei auf Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution verwiesen.

Trotz der völlig verschiedenen Hintergründe beider Autoren, werden von beiden wissenschaftlich nachvollziehbare Vorschläge für Antworten auf die aktuelle Lage gegeben, wo unsere herrschenden Politiker überhaupt nicht mehr weiter wissen. Beide Bücher ergänzen sich gegenseitig hervorragend und wurden von mir auch in diesem Zusammenhang gelesen.
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am 30. September 2012
Ich wollte das Buch schon lange mal lesen, weil ich mir erhoffte, dass ich aus dem Wissen über Neurobiologie etwas für mich herausholen könnte. Leider ist dem aber nicht so. Außer ein paar Tipps mit Kindern hatte ich nicht viel vom Buch. Hüther meint, dass man kleinen Kindern Märchen vorlesen sollte, damit die Phantasie angeregt wird. Er ist auch dafür, dass man sich entspannt und auf diese Weise kreativer wird. Auch ist er der Meinung, dass unsere Gesellschaft immer noch eine solche ist, die die Ressourcen der Menschen ausnutzen will, um sie zu gut funktionierenden Arbeitern zu machen, wo ich ihm zustimme. Wenn erwachsene Studenten an der Uni immer noch auswendig lernen müssen wie in der Schule, dann ist das neue Bachelor-System doch nicht besser als das alte Magister-System in Deutschland. Studenten schreiben heute eine Klausur nach der anderen und manche kriegen schon während des Studiums ein Burn-Out-Syndrom, weil sie zuviel gelernt haben. Das ist traurig und enttäuschend. Stattdessen könnte man die Studenten einfach nur ein kurzes Referat machen lassen und eine vier oder fünf Seiten lange Hausarbeit schreiben lassen, denn das, was man in der Klausur lernt, ist nach einigen Tagen bis Wochen wieder weg und man kann sich an nichts erinnern, wogegen man sich noch lange an eine geschriebene Hausarbeit erinnert, weil man sie selbst verfasst hat. Jedenfalls ist das bei mir so. Ich finde nicht, dass man die Erkenntnisse aus der Neurobiologie alle in der Praxis anwenden kann. Vieles bleibt Theorie und solche sollte sie auch behandelt werden. Wir stehen noch am Anfang. Deshalb ist so ein Buch zwar ein netter Versuch, die praktische Seite dieser Wissenschaft zu beleuchten, aber leider schlug das fehl. Das Buch liest sich aber gut und ich hoffe, dass der Autor in ein paar Jahren wieder so ein Buch schreibt, dass man dann doch in der Praxis anwenden kann.
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am 6. Juli 2011
Das Buch ist gut, keine Frage. Aber wer sich einen Hinweis auf Lebensänderung erhofft, liegt völlig falsch. Das Buch ist kein psychologisches Buch sondern ein absolut gutes und aussergewöhnliches SOZIOLOGISCHES. Buch. Wer das will, weiss es zu schätzen, alle anderen sind enttäuscht.
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am 29. Januar 2013
Prof. Hüther nimmt kein Blatt vor den Mund, ist dabei sehr humorvoll. "Ja, es ist schlimmer, als Sie denken." Er sieht so absolut das Optimale im Menschen, dass Schüler ihn umarmen.
Das Buch hilft, sich selbst und die Verhaltensweisen unserer Mitmenschen besser zu verstehen. Es hift dem, der sich fragt, wie es mit der Menschheit weitergehen soll. "Wer sind wir?". Schön ist schon die Überschrift: "Verbundenheit entsteht jenseits von Angst und Not:" Wir bekommen Antworten auf die Fragen, wie wir so geworden sind, wie wir sind, hirnphysiologisch begründet, für jeden Laien absolut gut verständlich.
Das Buch berührt den Lesenden oft tief. Es gibt wunderbare praktische Ausblicke und Lösungen, die die bekannten Pfade verlassen. Potentialentfaltung - wunderbar ermutigend für jeden Einzelnen und für Gemeinschaften!
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am 22. Juli 2011
Das menschliche Gehirn und seine Möglichkeiten in leicht zugänglicher Sprache definiert, entwickelt Dr. Gerald Hüther in diesem Buch die wissenschaftlichen Zugänge der Neurobiologie und deren neuen Zugang zur Definition einer ganzheitlichen Sicht von Geist und Körper. Von der kindlichen Entwicklung bis ins Erwachsenenalter im sozialen gesellschaftlichen Umfeld und den gegenseitigen Einflussnahmen durch Druck, Angst, Begeisterung, Nähe, Distanz und Liebe - zeichnen sich neue Möglichkeiten für die Zukunft des Menschen ab. Er legt dem Menschen nahe, die ihm zukommenden Verantwortung endlich zu übernehmen und aus den gemachten Fehlern zu lernen und Veränderungen zu beginnen. Am Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Aufbruch in neue unbekannte Bereiche nicht mehr umgehbar. Was wir aber wirklich daraus machen geht nur in der Gemeinschaft
als verantwortungsbewußters Individuum.
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Was steckt in uns, wie entfalten wir unser Potential und was verbirgt sich tatsächlich in den unzähligen Windungen unseres Gehirns? Das Buch WAS WIR SIND UND WAS WIR SEIN KÖNNTEN von Gerald Hüther will uns mehr Raum und Zeit verschaffen um Potentiale zu entfalten und der Kreativität Starthilfe zu geben. Konzentration auf das wirklich wesentliche könnte uns dabei vom Pfad des Burn out abbringen der hinab auf dem Trümmerpfad in die Leere führt. Was wir wirklich sind steckt dabei doch immer in uns allen - dieses Buch ist eine Schaufel und liefert eine Grabungsanleitung.

Mit viel Freude habe ich dieses Buch gelesen und es hat mir gefallen, da es eine so positive Grundstimmung verbreitet. WAS WIR SIND UND WAS WIR SEIN KÖNNTEN von Gerald Hüther zeigt auf woher unser Gehirn kommt, wie es sich entwickelt hat und wohin es sich entwickeln könnte.

Dabei ist es interessant zu sehen, dass wir und unser Gehirn nicht so determiniert sind auf vorgefertigten Bahnen zu funktionieren, sondern das wir auch neue Richtungen einschlagen können - die Selektionskraft der Natur ist dabei nur eine der großen Kräfte die auf den Menschen einwirkt.

Das Buch ist ein Spaziergang, sowohl durch die Entwicklungsgeschichte des Gehirns als auch durch die kognitiven Fähigkeiten desselben. Kreativität und Begeisterung stecken in jedem von uns und können bei entsprechenden Voraussetzungen auch aktiviert werden.

Mit ganz konkreten Darstellungen und mit viel Fachverstand zeigt das Buch WAS WIR SIND UND WAS WIR SEIN KÖNNTEN von Gerald Hüther auf wie wir uns weiter entwickeln können und wohin diese ganze Entwicklung führen könnte.

Dieser neurobiologische Mutmacher hat mir gut gefallen, er hat eine sehr positive Grundstimmung und ist eines der wenigen Sachbücher dieses Jahres, welche Wissenschaftsthemen so aufbereitet, dass auch Laien daran Gefallen finden und diese auch verstehen können.

Wer wissen möchte was wir sein könnten, wenn wir unser Potential und unserer Kreativität freien Lauf lassen würden, der sollte sich dieses Buch zunutze machen - mir hat es sehr gefallen.

Empfehlenswert!
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