Ilse Achilles befasst sich in ihrem Buch mit dem in der Gesellschaft oftmals tabuisierten Thematik der Sexualität und sexuellen Entwicklung von Menschen mit geistiger Behinderung. Die Autorin legt hier kein Fachbuch vor; vielmehr ist sie bemüht Eltern und Angehörigen von Menschen mit geistiger Behinderung einen praxisnahen Ratgeber vorzulegen, der sich ohne Fachsimpelein diesem Tabuthema nähert. So stellt Achilles zunächst verschiedene Aufklärungsbücher vor, die behindertengerecht geschrieben und illustriert sind. Des weiteren listet sie geeignete Verhütungsmethoden vor, und geht in diesem Kontext auf das Reizthema " Sterilisation" ein, indem sie- neben den medizinischen Fakten- auch eine Frau mit geistiger Behinderung zu Wort kommen lässt, die im Alter von 12 Jahren , auf Wunsch ihrer Mutter sterilisiert wurde. Nun beschreibt diese ihre Gefühle bezüglich dieses Eingriffs. Insgesamt geht die Autorin in ihrem Buch auf die unterschiedlichesten Themen auf dem partnerschaftlichen Sektor, wie z.b. erste Verliebtheit, Kinderwunsch oder aber auch Homosexualität, ein und spricht mögliche Verhaltensweisen bezüglich der Sexualaufklärung von Erziehern und Betreuern gegenüber dem Menschen mit geistiger Behinderung an. Positiv lässt sich auch die Tatsache bewerten, dass Ilse Achilles immer wieder auf Fallbeispiele zurückgreift, in denen sowohl die Menschen mit geistiger Behinderung selber, als auch deren Umfeld, ausführlich zu Wort kommen und ihre Erfahrungen schildern.